Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

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Matthi
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Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Matthi » 26. April 2018 11:31

Servus, mich würde mal interessieren was ihr für Tipps und Strategien habt um den Fokus auf eine Aufgabe/Sache zu konzentrieren.
Mir geht es so, ich mache gefühlt am liebsten 34 Sachen gleichzeitig und lasse mich leicht ablenken.
Am meisten stört mich daran, das auf der Hauptsache die erledigt werden soll kein Fokus liegt und diese dann ewig braucht oder nie zu Ende geführt wird. Außerdem hat man am Abend ein schlechtes Gewissen, weil man so viele Sachen gemacht hat aber trotzdem das Gefühlt bleibt bei nichts vorangekommen zu sein.

Was habt ihr für Strategien/Herangehensweisen um konzentriert bei einer Sache zu bleiben und sich nur darauf zu fokussieren?
Caesi
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Re: Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Caesi » 26. April 2018 15:34

Ich habe ein Bullet Journal, in das trage ich in der Wochenübersicht wichtige Dinge ein die nicht vergessen gehen dürfen und in die Tagesübersicht trage ich mir dann ein was ich gemacht habe. Damit ich schriftlich sehe was ich getan hab.

Ich habe die letzte Tage unglaublich viele Dinge erledigt, aber am Abend kaum was davon gesehen, durch meinen Eintrag habe ich dann aber ein ganz lange Liste gesehen von Dingen die erledigt wurden. Dabei erlaube ich mir auch mal was auf den nächsten Tag zu schieben, wenn etwas wichtigeres dazwischen kam. Zum Beispiel ich nehme mir vor die Fenster müssen geputzt werden, aber ein Kind hat ärger in der schule, dann geht die Schule natürlich vor und die Fenster sind dagegen unwichtig. Am Abend sehe ich dann zwar das die Fenster auf der Wochenübersicht noch stehen, aber zeitgleich das ich ja die Schulgespräche geführt habe, also nicht die Zeit vertrödelt habe.

Und ich plane mir ICH-Zeiten ein, die haben den selben Stellenwert wie andere wichtige Aufgaben, den ohne die Ich-Zeit bin ich bald ausgebrannt.

Des weiteren habe ich ein Stimmungsbarometer, in das ich meine Tagesform eintrage um zu sehen wo Pausen nötig sind.

Ich hoffe das für dich da etwas nützliches Dabei war :) Am Ende findet ein jeder seine eigene Individuelle Taktik.
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Agatha
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Re: Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Agatha » 27. April 2018 16:15

Matthi hat geschrieben:Servus, mich würde mal interessieren was ihr für Tipps und Strategien habt um den Fokus auf eine Aufgabe/Sache zu konzentrieren.
Erst treffe ich eine Entscheidung, welche von den 34 Dinge ich zuerst erledigen will. Dann schreibe ich die Aufgabe auf ein Post-it und klebe es wo ich es gut sehen kann. Die anderen ToDos dürfen gern irgendwo auf eine ToDo Liste geschrieben sein, damit ich sie nicht vergesse, aber die Liste ist irgendwo versteckt wenn ich arbeite.

Ich nutze auch ein Timer (für 15 bis 25 mn je nachdem) und nehme mir vor, für eine gewisse Zeit nichts anderes als die Aufgabe auf dem Post-it zu machen. Am Ende des Timers darf ich 5mn Pause (auch mit Timer, ansonsten "Tschüss Produktivität"), dann zurück auf die Aufgabe. Das ist also die Pomodoro Technik, aber mit eventuell kürzere Zeitperioden.

Wenn meine Gedanken wandern sehe ich auf das Post-it und es hilft mir, zurück auf die aktuelle Aufgabe zu gehen. Die kleine regelmäßigen Pausen sind wichtig, denn ewig halte ich es nicht durch.
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Daydreamer
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Re: Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Daydreamer » 10. Mai 2018 23:38

Caesi hat geschrieben:Ich habe ein Bullet Journal, in das trage ich in der Wochenübersicht wichtige Dinge ein die nicht vergessen gehen dürfen und in die Tagesübersicht trage ich mir dann ein was ich gemacht habe. Damit ich schriftlich sehe was ich getan hab.
Ich selbst bin noch auf der Suche nach den für mich geeigneten Strategien. Von dem Bullet Journal habe ich nun schon des öfteren gehört und würde es auch gern einmal ausprobieren. Könntest du es mir ein bisschen genauer erklären? So wirklich verstanden habe ich das nie (oder doch und ich habe es nur wieder vergessen? :?: )

Mein Problem ist oft, dass einige Strategien eine Zeit lang funktionieren, dann aber wieder nicht mehr. Irgendwann gehen die Ideen aus..
Das Leben ist ein Spiel. Wir spielen es nur mit höherer Schwierigkeitsstufe ;)
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Re: Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Caesi » 11. Mai 2018 11:25

Für das Bullet Journal benötigt man idealerweise ein leeres Buch das "dotted" ist, also von den Karos nur die Kreuzpunkte markiert sind, gehen aber auch andere Bücher. Die Punkte sind nur schon für die Strukturierung ohne das man die ganze Seite schon voller Striche hat.

Die ersten Seiten lässt man frei als Index/Inhaltsverzeichnis, nach und nach trägt man da ein wo was steht mit jeder Seite die man neu beginnt. (Wobei ich die einzelnen Tageseiten nicht reinschreibe sondern nur die Wochenübersichten und Sonderseiten die dazwischen sind.)

Dann kann man wenn man mag sich eine Seite machen mit Keys oder Symbolen die man im Buch verwendet. Ich selbst hab die Seite allerdings weggelassen, da ich Symbole habe die ich schon seit Jahren verwende und daher nicht vergesse was sie bedeuten.

Nach dem Index kommt die Jahresübersicht. Wenn man das Journal mitten im Jahr beginnt fängt man mit dem Monat an, in dem man es beginnt. In der Jahresübersicht kann man dann Termine eintragen die später kommen, damit sie nicht vergessen gehen, oder auch Geburtstage, außer man macht nochmal extra einen Geburtstagskalender. Ich hab noch eine Seite wo ich Termine eintrage die im Folgejahr wichtig sind. (Mit Kindern kommen da gerne schonmal Mitte des Jahres solche Termine zustande)

Inhalt und Jahresübersicht sind Basics. Man kann den Start beliebig erweitern, empfohlen wird allerdings erstmal klein zu beginnen. Da man an dem Journal ständig weiterarbeitet entwickelt sich das alles nach und nach was man benötigt usw.

Man kann sich dann eine Monatsübersicht machen, zu beginn eines neuen Monats, mach ich auch recht gerne. Und dann jeweils eine Wochenübersicht und danach noch mal auf den Tag runtergestaffelt. Diese Übersichten ändern sich bei mir noch ständig, weil ich noch am austüfteln bin was ich benötige und was nicht. Im Internet gibt es ganz viele Ideenvorlagen wie man es gestalten kann. Und ich hab mich am Anfang an denen orientiert, inziwschen merke ich aber mehr und mehr was ich wirklich benötige und was nicht.

Man kann noch alle möglichen Seiten zwischenfügen, ich hab immer wieder mal Seiten wo ich Lehrergespräche dokumentiert hab usw dazwischen, aber das ist alles kein muss. da ich gerne male hab ich auf jeder Seite alles schön bunt gestaltet, eine Freundin von mir hat alles pragmatisch in Listen mit einem einfachen schwarzen Stift festgehalten. In dem Journal kann man nichts verkehrt machen. Man hat dabei recht viel Try and Error und kann sich dabei austesten was den für einen funktioniert und was nicht. die Jahresplaner die es zu kaufen gab waren mir immer zu starr. Ich hatte einige gute und viel Geld in die Dinger investiert und dann sind sie am ende doch wieder ungenutzt in irgendeiner Ecke vergammelt. das ist jetzt bei dem Jounal anders, da es auch Notizbuch und Tagebuch ist, ist es immer bei mir.

Beim Aufbau wird empfohlen nachsichtig mit sich zu sein und nicht zu viel zu verlangen von sich selbst, weil es nichts nutzt wenn man es dann nicht weiter führt weil man sich übernommen hat. Es ist lebendig und wächst stetig. Daher ist keine Eile geboten es gleich von Anfang an perfekt zu haben.

Das mit den Strategien was du erwähnst kenne ich gut. In der Theorie bin ich super im Pläne entwickeln und eine Orga aufzubauen, aber die im Alltag zu halten....Ich habe mir dafür Begleitung gesucht. Meine engsten Freunde geben mir immer wieder ehrliche Rückmeldung. Dafür benötigt man aber Menschen denen man wirklich vertrauen kann, weil sie doch einen sehr intimen Einblick ins Leben erhalten. Das eigene Chaos im Kopf, das sich nach außen zeigt ist etwas das man nur wenigen Menschen ehrlich zeigen kann ohne das Loch im Boden zu suchen. Ich hab Glück das ich eine Freundin habe die ich seit der ersten Klasse kenne die mein Chaos schon in und auswendig kennt und daher weiß wie ich ticke und wann sie mir auch mal in den Allerwertesten treten muss.
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Re: Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Daydreamer » 11. Mai 2018 14:07

Das mit dem Bullet Journal klingt echt interessant. Aber irgendwie verstehe ich es noch immer nicht genau. Es ist also eine Mischung aus Kalender, To-do-Liste und Notizbuch? Hab ich das richtig verstanden? Wie fange ich sowas denn an? Ich meine, klar, einen Jahreskalender oder eine Monatsübersicht. Aber der Rest? Wie macht man das?
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Re: Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Wegweiser » 11. Mai 2018 14:29

Ich habe früher Bilder imaginiert.
Das heisst ich nehme einen Gegenstand, beispielsweise einen Apfel oder eine Orange präge mir diesen Gegenstand zwei bis drei Minuten lang ein, mit so vielen Details wie möglich. Dann schliesse ich die Augen und versuche mir den Gegenstand vor dem inneren Auge vorzustellen. Das lässt einen lernen den Focus und die Konzentration zu halten. Anfangs sind die Bilder vielleicht noch verschwommen aber nach ein paar Tagen geht es schon viel besser. Und da das bildiche Vorstellungsvermögen steigt, verbessert sich auch daas Gedächtnis. Man kann den Gegenstand auch vor dem inneren Auge drehen und Anfassen. Einfach Finger dahin strecken und sich vorstellen wie man das berührt.
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Re: Tipps und Strategien um den Fokus zu behalten

Beitrag von Skuzy » 14. Juli 2018 07:39

Caesi hat geschrieben:Für das Bullet Journal benötigt man idealerweise ein leeres Buch das "dotted" ist, also von den Karos nur die Kreuzpunkte markiert sind, gehen aber auch andere Bücher. Die Punkte sind nur schon für die Strukturierung ohne das man die ganze Seite schon voller Striche hat.

Die ersten Seiten lässt man frei als Index/Inhaltsverzeichnis, nach und nach trägt man da ein wo was steht mit jeder Seite die man neu beginnt. (Wobei ich die einzelnen Tageseiten nicht reinschreibe sondern nur die Wochenübersichten und Sonderseiten die dazwischen sind.)

Dann kann man wenn man mag sich eine Seite machen mit Keys oder Symbolen die man im Buch verwendet. Ich selbst hab die Seite allerdings weggelassen, da ich Symbole habe die ich schon seit Jahren verwende und daher nicht vergesse was sie bedeuten.

Nach dem Index kommt die Jahresübersicht. Wenn man das Journal mitten im Jahr beginnt fängt man mit dem Monat an, in dem man es beginnt. In der Jahresübersicht kann man dann Termine eintragen die später kommen, damit sie nicht vergessen gehen, oder auch Geburtstage, außer man macht nochmal extra einen Geburtstagskalender. Ich hab noch eine Seite wo ich Termine eintrage die im Folgejahr wichtig sind. (Mit Kindern kommen da gerne schonmal Mitte des Jahres solche Termine zustande)

Inhalt und Jahresübersicht sind Basics. Man kann den Start beliebig erweitern, empfohlen wird allerdings erstmal klein zu beginnen. Da man an dem Journal ständig weiterarbeitet entwickelt sich das alles nach und nach was man benötigt usw.

Man kann sich dann eine Monatsübersicht machen, zu beginn eines neuen Monats, mach ich auch recht gerne. Und dann jeweils eine Wochenübersicht und danach noch mal auf den Tag runtergestaffelt. Diese Übersichten ändern sich bei mir noch ständig, weil ich noch am austüfteln bin was ich benötige und was nicht. Im Internet gibt es ganz viele Ideenvorlagen wie man es gestalten kann. Und ich hab mich am Anfang an denen orientiert, inziwschen merke ich aber mehr und mehr was ich wirklich benötige und was nicht.

Man kann noch alle möglichen Seiten zwischenfügen, ich hab immer wieder mal Seiten wo ich Lehrergespräche dokumentiert hab usw dazwischen, aber das ist alles kein muss. da ich gerne male hab ich auf jeder Seite alles schön bunt gestaltet, eine Freundin von mir hat alles pragmatisch in Listen mit einem einfachen schwarzen Stift festgehalten. In dem Journal kann man nichts verkehrt machen. Man hat dabei recht viel Try and Error und kann sich dabei austesten was den für einen funktioniert und was nicht. die Jahresplaner die es zu kaufen gab waren mir immer zu starr. Ich hatte einige gute und viel Geld in die Dinger investiert und dann sind sie am ende doch wieder ungenutzt in irgendeiner Ecke vergammelt. das ist jetzt bei dem Jounal anders, da es auch Notizbuch und Tagebuch ist, ist es immer bei mir.

Beim Aufbau wird empfohlen nachsichtig mit sich zu sein und nicht zu viel zu verlangen von sich selbst, weil es nichts nutzt wenn man es dann nicht weiter führt weil man sich übernommen hat. Es ist lebendig und wächst stetig. Daher ist keine Eile geboten es gleich von Anfang an perfekt zu haben.

Das mit den Strategien was du erwähnst kenne ich gut. In der Theorie bin ich super im Pläne entwickeln und eine Orga aufzubauen, aber die im Alltag zu halten....Ich habe mir dafür Begleitung gesucht. Meine engsten Freunde geben mir immer wieder ehrliche Rückmeldung. Dafür benötigt man aber Menschen denen man wirklich vertrauen kann, weil sie doch einen sehr intimen Einblick ins Leben erhalten. Das eigene Chaos im Kopf, das sich nach außen zeigt ist etwas das man nur wenigen Menschen ehrlich zeigen kann ohne das Loch im Boden zu suchen. Ich hab Glück das ich eine Freundin habe die ich seit der ersten Klasse kenne die mein Chaos schon in und auswendig kennt und daher weiß wie ich ticke und wann sie mir auch mal in den Allerwertesten treten muss.

Bemerkenswert!

Ich Versuch mich auf Arbeit ein wenig mit einem Notizbuch/Kalender zu organisieren. Klappt so lala :) . Finde es erstaunlich wie du es schaffst so diszipliniert Augenscheinlich schnöde Dinge zu tun.

Respekt das machst du echt toll!
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