Was mache ich mit meinem Kind?

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Papala­papp
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Was mache ich mit meinem Kind?

Beitragvon Papala­papp » 22. Januar 2018 23:12

Ich bin Ende 30 und wenn ich mir die Beschreibungen anderer hier im Forum durchlese, dann habe ich ziemlich sicher ADS.

Meine "Probleme" konnte ich nie richtig einordnen, aber sie waren auch nie so schlimm, dass ich einen Arztbesuch für notwendig gehalten hätte. Da zudem nie ein Hinweis von außen (Eltern, Schule, ...) kam, hatte ich ADS als mögliche Ursache gar nicht auf dem Schirm. Ich kapiere Dinge langsamer als andere - das war mir immer bewusst. Und will ich einen Gedanken loswerden, dann blockiert dieser alle Sinne solange, bis er raus ist. Vieles weiteres kommt hinzu, aber ich habe damit zu Leben gelernt.

Seit vielen Jahren stehe mitten im Beruf, habe erfolgreich studiert, bin verheiratet und habe ein Kind. Es fühlt sich alles gut und richtig an. Ich bin soweit zufrieden - ohne Diagnose und ohne Medikamente.


Jetzt "spinnt das Kind". Am Anfang konnten wir es nicht einordnen, aber ich kann googlen und da kam ganz fix als beste Erklärung "ADS" heraus.

Beispiel: Er steht vom Esstisch auf, um sich etwas zu trinken zu holen. Setzt sich wieder hin, weil es am Kühlschrank nicht mehr wusste, wieso es eigentlich aufgestanden war. Nicht immer so krass, meist ist das Kind einfach nur fürchterlich langsam. Beim Rechnen. Beim Schreiben. Diktate sind fünf. Bloßes Abschreiben von Texten ergibt locker 2-3 Fehler pro Satz. Die erste Antwort auf eine Anweisung ist in der Regel "HÄ?".

Und ausserdem fällt mir auf: Mein Sohn ist ja genauso wie ich.

Was machen wir nun?


Diagnose, Medikamente, alles wird gut? Ich sehe mich selbst mit 5ern auf dem dem Zeugnis am Gymnasium. Irgendwann hat es "klick" gemacht und die Noten reichten für ein gutes Abi. Beobachte ich ihn mit seinen 9 Jahre (4. Klasse), dann traue ich ihm locker zu, genauso seinen Weg zu gehen. Er ist schlau, erkennt seine "Probleme" mittlerweile selbst und versucht gezielt damit umzugehen. Wenn er nur nicht immer so fürchterlich langsam wäre ...

Aber ist es fair für das Kind auf Medikamente zu verzichten, nur weil es beim Papa auch ohne Medikamente gut ging? Zumal ich Rückwirkend gar nicht sagen könnte, ob ich lieber diagnostiziert und medikamentiert oder in Ruhe gelassen werden wollte.

Oder machen wir Eltern uns (und dem Kind) das Leben unnötig schwer, wenn wir "nur" mit Verständnis, Training, ggf. Verhaltenstherapie und Sonderregelungen in der Schule auf seine Bedürfnisse eingehen?


Aktueller Plan: Diagnose beim Psychotherapeuten, dann sehen wir weiter.


Liebe Grüße
Papa
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Hanghuhn
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Re: Was mache ich mit meinem Kind?

Beitragvon Hanghuhn » 22. Januar 2018 23:30

Seit deiner Schulzeit hat sich bestimmt ganz viel geändert. Früher kam man, wenn man etwas langsam war, trotzdem noch ganz gut durch.

Die Kinder werden heute darauf getrimmt, etwas abzuliefern. Sie sollen do vile wie möglich Fakten und Abläufe auswendig lernen, damit sie für alles eine Antwort aus dem Effeff parat haben.

Unter solchen Bedingungen ist es für ADS-Kinder ganz besonders schwer zu bestehen.

Schau mal hier:

http://www.adhs-anderswelt.de/viewtopic.php?f=325&t=46974
LG Hanghuhn
Papala­papp
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Re: Was mache ich mit meinem Kind?

Beitragvon Papala­papp » 22. Januar 2018 23:49

Danke für den Hinweis. Auf der Grundschule ist mir das bislang natürlich nicht aufgefallen, aber mit G8 und Bachelor/Master haben sich natürlich zwei wesentliche Ausbildungsbereiche deutlich geändert ...

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