Gespräch mit meinem Vater

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 19. Januar 2018 10:19

Hallo Leute,
Am Sonntag soll ich für eine Stunde zu meinem Vater fahren und dann möchte er mit mir reden. Also über mein Verhalten usw weil er behauptet ich hätte mich immer noch nicht geändert, da ich ja anscheinend nur auf Rache aus bin weil ich so unnötige Antworten auf whatsapp schreibe... Also wenn ich traurig bin oder verletzt werde dann schreib ich halt das ich mir wünschen würde, dass ich nie gezeugt wurden wäre. Naja ich hab ihm gesagt, das es auch was mit adhs zu tun hat und ich ja auch in Behandlung bin, welches ein Fortschritt ist und dann sagt er wir wollen nicht über dein adhs reden sondern über dein Verhalten, aber wie soll ich ihm denn dann klar machen das mein Verhalten doch vom adhs beeinflusst wird also gewisse verhaltenszüge z.b impulsivität oder das ich hypersensibel bin.... Ich weiß nicht wie ich am Sonntag dann mit ihm reden soll oder was ich sagen soll??? Brauche eure Hilfe
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von Hanghuhn » 19. Januar 2018 21:49

Wo ist Deine Mutter? Lebt sie nicht mehr? Sie wusste doch bescheid, oder? Was ist mit deiner Oma, die mit dir aufgeräumt hat? Ich würde nicht allein mit ihm reden.

Ganz nebenbei: Lass solche blöden WhatsApp-Nachrichten! Sie setzen den Empfänger moralisch unter Druck. Die Option, nicht geboren worden zu sein, hast du nicht. Jemanden, der nie geboren und nie gezeugt wurde, vermisst man nicht. Dich schon! Natürlich! Du bist da und würdest trotz allen Streits ein Riesenloch hinterlassen.

Sieh es mal so: Wenn du deinem Vater egal wärst, gäbe es keinen Grund zum Streiten. Er versteht es halt nicht, und das ist euer größtes Problem.
LG Hanghuhn
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von laetitia » 20. Januar 2018 19:05

Hi nicolasgroe7

So, jetzt komme ich dazu, dir zu schreiben. Hatte noch heftig viele Prüfungen und dein Thema ist nicht gerade ein einfaches.

Also, kommt das mit dem Gespräch von deinem Vater her und wenn Ja, ist es eher ein Angebot an dich oder eher ein "ich will jetzt mit dir Reden" seinerseits? Wie stehst du dazu? Möchtest du dieses Gespräch oder fühlst du dich dazu verpflichtet, würdest es aber lieber lassen?

Ich kenne ja deinen Vater nicht, daher finde ich das auch schwierig zu beurteilen. Die Frage wäre, ob du da wirklich hin musst und wenn ja, ob du nicht jemand dabei haben kannst, wie Hanghuhn das vorschlägt. Das mit den Vorwürfen deinem Vater gegenüber ist sicher nicht sehr Zielführend. Ich kann verstehen, dass du so fühlst. Ich habe lange so gefühlt, wünschte mir, dass ich nie gezeugt worden wäre. Das Problem mit solchen Aussagen ist, dass sie die andere Person unter druck setzen und je nach Persönlichkeit geht das nach hinten los. Es braucht eine hohe Sozialkompetenz, um damit in einer Weise umzugehen, die nicht alle Türen und Tore zu einer normalen Beziehung verschliesst. So wie du über deinen Vater schreibst, scheint er diese Sozialkompetenz nicht unbedingt zu haben. Aus diesem Grund kann ich mir vorstellen, dass das eher ein schwieriges Gespräch wird. Da würde ich auch raten, dass du eher den Kontakt reduzierst und keine Nachrichten an deinen Vater sendest, bis du mit dir selbst einen guten Weg und Umgang gefunden hast. Da bist du ja dran und auch gut dabei.

Sofern du dieses Gespräch hast morgen, gibt es ein paar Tricks, die dir vielleicht helfen, emotional etwas Distanz zu halten und nicht alles an dich herankommen zu lassen. Das habe ich eine Weile selbst praktiziert und mir hat es sehr geholfen. Und war folgendes. Stell dir vor, du wärest ein Forscher. Der Ort, an dem du deinen Vater triffst ist das Forschungslabor. Bevor du da hin gehst, ziehst du in deiner Vorstellung deinen Laborkittel an und siehst dich von nun an als Forschungsleiter, der gerade eine interessante Forschungsbeobachtung vornimmt. Das Forschungsobjekt ist dein Vater und die Anwesenden sowie die Umgebung, in der sich alles abspielt. Du beobachtest nun, was passiert. Wie redet dein Vater? Was sagt er? Wie reagiert er auf das, was du sagst? Wie bewegt er sich? Was siehst du in seinen Augen? etc.

Wenn etwas zur Sprache kommt, das dich emotional aus dem Ruder bringt, fokussiere dich auf etwas ablenkendes. Studiere die Farbe der Couch oder ein an der Wand hängendes Bild. Solange, bis du die nötige emotionale Distanz wieder hast.

Und sei geduldig mit dir selbst...sowas braucht etwas Übung. Aber du hast ein gutes, anspruchsvolles Übungsfeld...und wenn du solche Situationen lernst zu meistern, dann gewinnst du viel für deine Zukunft und zukünftige Situationen. Du lernst Sozialkompetenz, was dich am Ende weiter bringt. Auch viel weiter als Vorwürfe zu formulieren.

Ich würde ausserdem nicht so sehr auf dein ADHS pochen, sondern mehr davon reden, was dich bedrückt, bewegt, verletzt etc. Dass das bei dir zum Beispiel eine emotionale Reaktion triggert, derer du erst wieder Herr bist, wenn du schon gehandelt hast. Dass du dir darüber bewusst bist, dass das nicht Zielführend sei und deshalb auch übst, es anders zu machen. Dass dies aber nicht von heute auf morgen geht.

Menschen die ADHS nicht verstehen, sehen in dem Versuch, dein Verhalten damit zu erklären meistens nur, dass du dich damit aus deiner Verantwortung herausreden willst. Das möchtest du sicher nicht, denke ich.

Ich wünsch dir gutes Gelingen. Lass uns wissen, wie es gegangen ist.
Falschparker
Foruminventar
Beiträge: 4975
Registriert: 28. Mai 2008 13:37
Wohnort: Kleinstadt
Alter: 52

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von Falschparker » 20. Januar 2018 20:01

Und was soll dieses Gespräch bringen? Den Austausch von weiteren Vorwürfen? Schreib deinem Vater doch höflich (!), dass du auf das Gespräch verzichtest.

Und recht hat dein Vater allerdings auch. Einerseits stimmt es natürlich, dass Vieles von dem wie handelst, von deiner ADHS verursacht ist. Aber das bedeutet nicht, dass du dafür nicht verantwortlich bist. Du bist ja nicht willenlos oder ferngesteuert.

Erwachsen werden heißt Verantwortung übernehmen. Klar, dass du nicht immer Dummheiten vermeiden kannst, auch in Zukunft nicht. Aber dennoch ist die erwachsene Reaktion, um Entschuldigung zu bitten. Du warst es und niemand anders, auch nicht deine ADHS.

Im direkten Gespräch passiert es uns ADHS-lern häufiger, dass wir etwas Unbedachtes sagen. Bei Smartfon-Nachrichten hat man eher die Möglichkeit, nachzudenken bevor man sie abschickt. Und wenn es doch passiert, dann sagt man eben, das war scheiße, tut mir leid. Kostet nichts, aber verbessert das Klima.

Denn kein Vater möchte von seinem Sohn, wenn er ihn liebt, hören, dass man nie geboren sein möchte. Keiner. Das tut einfach weh. Und deine Kinder werden ebenso mit hoher Wahrscheinlichkeit ADHS bekommen, es ist ja erblich. Ich habe zwei davon. Du wirst dir auch von ihnen Schlimmes anhören müssen gelegentlich. Aber du wirst dich dann auch freuen, wenn es heißt, das tut mir leid, ich habe dich lieb.

Du schriebst in einem anderen Beitrag, du nimmst Medikinet. Stimmt denn die Dosis noch? Und nimmst du es lückenlos? Denn wenn dir so häufig verbale Entgleisungen passieren, dann liegt vielleicht hier die Ursache, guck dir das mal (eventuell zusammen mit deinem Arzt) an.

Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass das Methylphenidat leider nicht vollständig meine Unordnung und meine Ablenkbarkeit behebt. Meine Impulsivität und mein Herumstreiten allerdings schon, und zwar ziemlich erstaunlich gut.
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 21. Januar 2018 11:34

Meine Mutter lebt mit ihrem Freund und meiner sis zsm und meine Oma hat kein Kontakt zu meinem Vater und meiner Mutter,ist eine lange Geschichte. Ich nehme 30mg morgens und 20mg mittags und habe im Oktober sie Behandlung wieder aufgenommen um es kurz zu fassen, als meine Eltern noch zsm waren da gab es jeden Tag Streit den ich auch abbekommen habe wurde öfters geschlagen fast jeden 2 Tag naja als meine Eltern sich getrennt haben musste ich mit meinem Vater mit und er hatte irgendwann eine neue Frau kennen gelernt, die eine Tochter hat aber schon mittlerweile 30 Jahre alt ist... Sie meinte das sie schon ein Kind groß gezogen hat und es mit mir ja auch können müsse auf jeden Fall haben wir irgendwann pro Woche mindestens 3 Gespräche geführt die Stunden lang gingen, wo es dann nur noch mehr Ärger gab weil ich nach 10 Minuten nicht mehr konzentriert war und mit den Gedanken wo anders war, dies wurde mir dann vorgehalten mir sei alles egal und ich würde nicht zu hören... Irgendwann war es meinem Vater und seiner Frau zu viel mit mir, weil ich nie normal reagiert habe und dann hat man mich rausgeschmissen.... Letztes Jahr 2016 Weihnachten ist es in die Hose gegangen wegen mir, weil ich mal wieder nach Aufmerksamkeit gesucht habe, da mich keiner beachtet hat, was dazu führte das ich dieses Weihnachtsfest nicht kommen durfte und ich seit dem Schwer enttäuscht von meinem Vater bin, aber seine Reaktion ist nur das ich auf Rache aus bin und mich nicht änder, weil ich ihm das vor den kopf werfe das er schlimme sachen gemacht hat.... Ich hab einfach das gefühl seit er seine frau hat bin ich egal gewurden und es tut einfach weh in der Seele....

Ich bin natürlich für mein Verhalten verantwortlich aber warum kriege ich es dann nicht hin mich zu konzentrieren ruhig zu bleiben anstatt heftige Wut Ausbrüche zu bekommen undso weiter... Ich will adhs jetzt nicht als Entschuldigung nehmen nur ich bin verwirrt wie soll man für etwas verantwortlich sein wenn man es nicht oder no nicht kann oder geht... Ich meine jmd der tourett hat(hoffe es ist richtig geschrieben XD) und Schimpfwörter sagt, dem kann man ja auch sagen er ist dafür verantwortlich aber trotzdem kann er es einfach nicht lassen oder wie soll ich das verstehen :(
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von laetitia » 21. Januar 2018 12:29

Da scheint einiges im Argen zu liegen, mit deiner Familie. Das tut mir sehr leid. Machen kannst du da aber nicht so viel. Dass das schwierig ist, verstehe ich. Aber deine Eltern sind wie sie sind...die kannst du nicht ändern. Mir hat mal eine Therapeutin gesagt, dass jeder Mensch entscheidet, so zu sein, wie er das will. Das hat mir damals geholfen, das Verhalten meiner Eltern stehen zu lassen und meine Erwartungen von einer harmonischen Familie los zu lassen. Gerade als ich nicht mehr mit ihnen im gleichen Haus wohnte, war das wirklich so ein Moment: Wenn die so sein wollen, dann sollen sie. Glücklich sind sie ja nicht wirklich, auch wenn sie so tun.

Dass deine Oma keinen Kontakt zu deinen Eltern hat, spricht auch für sich, finde ich. Zu ihr hast du, nehme ich an, ein gutes Verhältnis? Wenn ja, dann schau, dass da so bleibt. Man muss sich seine Familie und Unterstützung selber zusammenstellen. Ich habe zum Beispiel einen Bekannten, der immer an mich glaubte, seit ich ihn kenne. Dem kann ich schreiben, wenn ich ein Problem habe und ich weiss, es kommt immer eine positive Rückmeldung. Solche Menschen sind für mich Familie. Das sind Menschen, auf die ich mich verlasse, wohingegen ich bei zu meinen Eltern wenig Vertrauen habe.

Enttäuschung tut weh. Aber Enttäuschung heisst auch, dass man nicht mehr in einer Illusion lebt. Dass man seine Erwartungen anpasst und dadurch dann auch besser klar kommt mit der Situation. Das würde ich mit einem Therapeuten anschauen, um ehrlich zu sein, und nicht mit deinem Vater zu klären versuchen.

Vielleicht wäre es wirklich besser, wenn du, anstatt weiter um die Aufmerksamkeit und Anerkennung deines Vaters zu kämpfen, erst mal den Kontakt reduzierst, um dein eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

Du bist dir deiner Schwächen bewusst, also dem impulsiven Verhalten bei Konfliktsituationen. Das ist bereits ein grosser Schritt darin, Verantwortung für dein Verhalten zu übernehmen. Auch, dass du in Behandlung bist. Da würde ich dran bleiben, auch mit Therapie.

Deinen Eltern Vorwürfe zu machen, bringt nichts. Das kommt am Ende nur auf dich zurück. Wichtig ist, dass du deiner Enttäuschung Raum gibst, auch deine Trauer und Wut zum Ausdruck bringst. Aber nicht in Anwesenheit deiner Eltern, sondern mehr als Prozess für dich, um zu verarbeiten. Das kannst du zum Beispiel tun, indem du einen Brief schreibst, den du dann verbrennst. Aber auch in Meditationen. Ich habe einige solche Meditationen gemacht, in denen ich dann in meiner Vorstellung dem Anderen mal so richtig meine Meinung sagte, aber auch, was mich verletzt etc. Dann in der gleichen Meditation auch Vergebung aussprach und um Verzeihung bat, denn ich bin ja auch nicht perfekt.

Wichtig ist, dass du in der Beziehung zu deinen Eltern zu einem inneren Frieden kommst. Dazu brauchst du deine Eltern nicht. Wenn du innerlich annehmen kannst, was ist, wirst du auch anders auf deinen Vater zugehen können. Ob das eine Veränderung seiner Einstellung dir gegenüber bewirkt, ist dabei nicht gesagt und auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass du mit deinen Wunden abschliessen kannst. Und das ist möglich :-) . Das passiert nicht von heute auf morgen, ist ein Prozess, aber am Ende gewinnst du.

Du bist jung, das ist toll. Du hast die Möglichkeit, es bereits jetzt anzupacken. Ich brauchte dafür bis so ungefähr Mitte 30...weil ich religiös bedingt nicht offen war, für Therapie und so. Aber das ist eine andere Geschichte.

Du hast ein tolles Leben vor dir. Das kann dir niemand nehmen, auch nicht dein Vater. Nur du kannst es versäumen, etwas daraus zu machen, indem du zum Beispiel von deinem Vater etwas erwartest, was er nicht geben kann oder will. Das wäre schade.

Noch ein Gedanke, der mir geholfen hat, zu akzeptieren, was ist. Jeder Mensch tut immer das Beste, was er gerade kann. Auch dein Vater hat sein Bestes getan, auch wenn das nicht das Optimalste war, was er tun konnte. Er hat seine eigenen Baustellen...und das sind seine Baustellen. Muss er selber klären. Genau gleich wie du deine eigenen Baustellen hast...die auch du selber klären musst.
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von Hanghuhn » 21. Januar 2018 14:13

Au Backe! Da kommt ja was zusammen.

Jeder hat so sein Päckchen zu tragen. Wir kommen alle aus Familien, die in den seltensten Fällen perfekt sind. Wir sind die Kinder unserer Eltern, und die sind wieder Kinder ihrer eigenen Eltern, den eigenen Großeltern usw. usf. Wir sind fifty-fifty von unseren Genen und von unserer Umwelt geprägt.

Was man wie macht, liegt halt an den Genen, und was man in seiner Umwelt gelernt hat. Dein Vater gehört wahrscheinlich noch zu der Generation, die erfahren hat, dass erwünschtes Verhalten durch Gewalt oder harte (auch seelische) Strafen herbeigeführt wird. Dass das falsch ist, hat er nicht gelernt. Sonst hätte er es bei dir anders gemacht. Und er scheint stur genug zu sein, um sein eigenes Verhalten nicht zu hinterfragen.

Irgend wer in diesem Thread hat dir geraten, nicht zu diesem Gespräch zu gehen und lieber eine SMS mit einer guten Ausrede zu schreiben. Ich bin auch dafür.

Komm erst mal auf Vordermann, bevor du dir das Gespräch mit deinem Vater zumutest! Aber für die blöden SMS, es wäre besser, du wärest nicht geboren worden, entschuldigst du dich besser trotzdem (am besten auch per SMS).

Dass dein Vater keine Leuchte am Pädagogenhimmel ist, bedeutet nicht, dass er dich nicht liebt. Aber gerade weil er keine Leuchte am Pädagogenhimmel ist, wird er dir das wohl gerade nicht zeigen können oder auch wollen.

Deine Oma scheint in Ordnung zu sein. Es sieht so aus, als könntest du von ihr mehr Verständnis erwarten. Man braucht jemanden, mit dem man sich austauschen kann. Ist deine Schwester deine Halbschwester und evtl. noch sehr klein? Ist deine Mutter arg eingespannt? Wie ist der Kontakt zu deiner Mutter? Telefoniert ihr wenigstens miteinander? Man bricht nicht den Kontakt zu seinen Wurzeln nicht ab. Ich habe das selbst in der Familie (beobachtend) erlebt, das ist Sch..., aber das musst du selbst sehen. Du kommst mir sehr einsam vor.
LG Hanghuhn
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 21. Januar 2018 22:41

Meine Mutter ist viel lieber mit ihrem Freund beschäftigt und lässt sich um den Finger wickeln. Meine Schwester ist 16 und hängt meines Wissen nur in ihrem Zimmer Raum... Keine Ahnung wieso... Kann sehr gut sein das ich einsam bin... Was mich aufmuntert ist, das ich neben meiner Ausbildung noch einen Nebenjob habe, da gehe ich gerne hin, vorallem ist mein Chef sehr nett und mir auch wichtig hab ihm das auch schon mal gesagt... Ist eher für mich eine Art vaterfigur naja und hab ja freunde mmmmh naja viele sind nicht in meinem Alter sondern die meisten erst 14 mmh was meine eltern auch stört aber kp irgendwie hab ich nicht die selben Interessen wie alle in meinem Alter (19)... Vllt liegt es ja daran das ich 5 Jahre zurück entwickelt bin, aber das stört mich nicht, weil ich so akzeptiert werde wie ich bin...
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von Hanghuhn » 21. Januar 2018 23:59

niclasgroe7 hat geschrieben:Vllt liegt es ja daran das ich 5 Jahre zurück entwickelt bin
. Red dir das bloß nuicht ein! Das kannauch ganz andere Ursachen haben, die mit deinem Entwicklungsstand gar nichts zu tun haben: gleiche Wellenlängen, gleiche Interessen, Mangel an Gelegenheiten. Es ist, wie es ist.
LG Hanghuhn
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 22. Januar 2018 18:44

Hanghuhn hat geschrieben:
niclasgroe7 hat geschrieben:Vllt liegt es ja daran das ich 5 Jahre zurück entwickelt bin
. Red dir das bloß nuicht ein! Das kannauch ganz andere Ursachen haben, die mit deinem Entwicklungsstand gar nichts zu tun haben: gleiche Wellenlängen, gleiche Interessen, Mangel an Gelegenheiten. Es ist, wie es ist.

Aber ich höre mir immer wieder unnötig Sprüche an,
Und frag mich warum die nicht einfach die fresse halten
Falschparker
Foruminventar
Beiträge: 4975
Registriert: 28. Mai 2008 13:37
Wohnort: Kleinstadt
Alter: 52

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von Falschparker » 22. Januar 2018 19:27

Ja, okay, du wünschst dir Anerkennung und Ermutigung von deinen Eltern, das verstehe ich gut, du kriegst sie aber nicht. Das wäre, wenn es sich um ein 6-jähriges oder 10-jähriges Kind handelt, sehr grausam von diesen Eltern!

Du bist aber 19. Da ist es schön wenn man Eltern hat, die immer noch hinter einem stehen und sich geduldig seine Sorgen anhören. Aber einfordern kann man es nicht. Du bist erwachsen. Deine Eltern haben das Recht, sich mehr für ihren jetzigen Partner zu interessieren, du kannst ihnen das nicht vorwerfen. Sie haben ihr eigenes Leben und das dürfen sie auch haben.

Natürlich möchte ich immer Geduld für meine Kinder haben, auch wenn sie erwachsen sind. Auch dir wünsche ich, dass du einmal ein guter Vater bist und auch für sie da bist, wenn sie erwachsen sind. Aber wie gesagt, du kannst es nicht einfordern, es ist sozusagen der Bonustrack.

Es ist nicht konstruktiv, wenn du immer darauf beharrst und dir immer wieder neue Verletzungen einhandelst. Und, nebenbei gesagt, die anderen auch verletzt.

Ich erinnere mich, dass ich gerade in diesen Jahren, also so vom Abi mit 19 bis zu meinem Auszug mit 22, sehr nervig für meine Eltern gewesen sein muss. Mit mehr Abstand wurde es besser.
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von laetitia » 22. Januar 2018 20:09

niclasgroe7 hat geschrieben: Aber ich höre mir immer wieder unnötig Sprüche an,
Und frag mich warum die nicht einfach die fresse halten
Sie tun das, weil sie es nicht besser wissen. Weil sie das nicht anders kennen. Möglicherweise sind deren Eltern genau gleich mit ihnen umgegangen. Sie haben es nie anders gelernt. Ausserdem tun sie das, weil sie sich verantwortlich fühlen. Sie möchten, dass du dich ihren Vorstellungen davon, wie sich ein 19-Jähriger verhalten soll, verhältst. Tust du das nicht, so wirft das aus ihrer Sicht ein schlechtes Licht auf sie. Dann könnte nämlich jemand kommen und finden, sie hätten dich nicht genügend erzogen. Menschen wollen aber gut dastehen und bewundert werden. Das trifft auf Eltern besonders zu, sie investieren viel Zeit und andere Ressourcen in ihre Kinder.

Das ist jedoch deiner Eltern Geschichte. Versuche dich davon zu lösen. Du bist für dein Leben verantwortlich, der Chef sozusagen.

Deine Eltern können nicht einfach die Fresse halten, weil sie es einfach nicht können. Das sagt aber mehr über deine Eltern aus, als über dich. Das sagt nichts darüber aus, wer du bist. Wer du bist und wer du sein willst, bestimmst du.
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 23. Januar 2018 07:13

Falschparker hat geschrieben:
Du bist aber 19. Da ist es schön wenn man Eltern hat, die immer noch hinter einem stehen und sich geduldig seine Sorgen anhören. Aber einfordern kann man es nicht. Du bist erwachsen. Deine Eltern haben das Recht, sich mehr für ihren jetzigen Partner zu interessieren, du kannst ihnen das nicht vorwerfen. Sie haben ihr eigenes Leben und das dürfen sie auch haben.
Ja aber es ist ja nicht erst seit jetzt sondern schon länger und und meine Eltern wissen das ich mit meiner Entwicklung nicht auf dem Stand eines 19 jährigen bin und trotzdem werde ich immer wieder verletzt... Ich finde es ist egoistisch
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 23. Januar 2018 07:15

laetitia hat geschrieben:
niclasgroe7 hat geschrieben:
Deine Eltern können nicht einfach die Fresse halten, weil sie es einfach nicht können. Das sagt aber mehr über deine Eltern aus, als über dich. Das sagt nichts darüber aus, wer du bist. Wer du bist und wer du sein willst, bestimmst du.
Höre es auch von anderen z. B in der schule ein grund warum ich oft gemobbt werde
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von laetitia » 23. Januar 2018 08:28

Ja, du hast das was deine Eltern zu dir sagen sehr wahrscheinlich internalisiert. Das heisst, du nimmst das ernster als dir bewusst ist und glaubst daran...ohne dir darüber im Klaren zu sein. Deshalb verletzt es dich auch so. Und deshalb bietest du eine Angriffsfläche für andere. Ein Grund mehr, diese Themen mit einer Fachperson (Psychologe/Therapeut) anzuschauen. Mobbing kommt nicht einfach so. Aber es hat auch nichts damit zu tun, wer du bist. Es hat viel damit zu tun, wie du selbst über dich denkst. Was du für ein Bild von dir hast. Bewusst, aber auch unbewusst. Dieses Bild ist geprägt von deinen Bezugspersonen. Da kannst du nichts dafür. Aber dieses Bild ist nicht fix, du kannst es verändern. Dann ändert sich auch, wie deine Umwelt dich wahr nimmt und wie andere mit dir umgehen. Das sage ich aus Erfahrung. Mobbing, Ausgegrenztwerden und Nichtdazugehören waren bis vor ca drei Jahren Themen mit denen ich mich herumschlug.
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 23. Januar 2018 09:58

laetitia hat geschrieben:Mobbing kommt nicht einfach so. Aber es hat auch nichts damit zu tun, wer du bist. Es hat viel damit zu tun, wie du selbst über dich denkst. Was du für ein Bild von dir hast. Bewusst, aber auch unbewusst. Dieses Bild ist geprägt von deinen Bezugspersonen. Da kannst du nichts dafür. Aber dieses Bild ist nicht fix, du kannst es verändern. Dann ändert sich auch, wie deine Umwelt dich wahr nimmt und wie andere mit dir umgehen.

Aber was ist wenn ich mich so toll finde wie ich bin, weil das einfach so ist wie ich bin.
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von laetitia » 23. Januar 2018 11:04

Redest du dir das einfach ein, oder spürst du das wirklich in dir? Denkst du nicht bloss, dass du toll bist, fühlst du dich auch so?

Dann gibt es noch die Erwartungen, die du an dein Umfeld stellst. Wie denkst du darüber, wie andere über dich denken? Das hat auch einen grossen Einfluss darauf, wie du wahrgenommen wirst und wie andere auf dich reagieren.

Du kannst ja mal den Versuch machen und dir vorstellen, dass nicht nur du dich toll findest, sondern auch diejenigen, die gerade um dich herum sind. Dass die dich gerne besser kennen möchten und dass sie dich interessant finden. Ausserdem, dass du die anderen auch toll und interessant findest. Dann schau, was passiert...

Aber tu das erst mal mit Freunden und Bekannten, zum Beispiel in der Schule...und nicht mit Familie oder so.
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von Hanghuhn » 23. Januar 2018 23:50

Der Sonntag ist vorbei. Was hast du gemacht?
LG Hanghuhn
niclasgroe7
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 10. Januar 2018 19:03

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von niclasgroe7 » 24. Januar 2018 08:15

Hanghuhn hat geschrieben:Der Sonntag ist vorbei. Was hast du gemacht?
Ja, ich war da ca. 1 Stunde und war ein eher ruhiges Gespräch voll ungewohnt naja habe ihm am Ende die Informationsbroschüre gegeben die ich vom Arzt bekommen habe... Er meinte er liest sie sich mal durch...
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4945
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Gespräch mit meinem Vater

Beitrag von Hanghuhn » 24. Januar 2018 21:20

niclasgroe7 hat geschrieben:habe ihm am Ende die Informationsbroschüre gegeben die ich vom Arzt bekommen habe... Er meinte er liest sie sich mal durch...
klingt gut
LG Hanghuhn
Antworten

Zurück zu „ADHS - Allgemein*“