ADHS und Gewissensbildung

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nickname
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ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 22. April 2017 14:27

Hallo,
wir sind ganz neu hier und hätten eine recht spezielle Frage an Euch:
Beobachtet ihr auch eine "gestörte" Gewissensbildung im Zusammenhang mit ADHS ?
Fehlende Einsicht - fehlende Scham - kein lernen aus Strafe - keine Verinnerlichung von Normen ???

Wir machen uns gerade in Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung bei "fehlendem" Über-Ich große Sorgen.

Wir beobachten diese Entwicklung bei unserem 8 jährigen Sohn mit ADHS.
Er wächst mit seiner 6 jährigen" verhaltensunauffälligen "Schwester auf.
Er bekommt zur Zeit keine Medikamente.

schüchterne Grüße ins Forum

Frank
laetitia
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von laetitia » 22. April 2017 23:47

Hi nickname

Da ich keine Kinder habe, kann ich dir keine Erfahrungsantwort aus der Sicht von Eltern geben. Doch ein paar allgemeine Infos :-).

Warum glaubst du, dass dein Sohn eine gestörte Gewissensbildung hat?

Mangelnde Einsicht kann auch Resultat von nicht verstehen der Zusammenhänge sein. Ebenso fehlende Scham und das nicht lernen aus Strafe. Vom Lesen im Forum und auch aus meiner eigenen Kindheit, sind das typische Eigenschaften von ADHS-lern.

Beispiele:
Ich wurde als Kind oft von anderen Kindern provoziert. Dabei kam es auch oft vor, dass ich das provozierende Kind angriff und überwältigte. Einmal schlug ich einem Mädchen eine Kinderschaufel mit Metallblatt und Holzstil über den Kopf. Der Holzstil zerbrach dabei...ich konnte nicht verstehen, warum ich dafür bestraft wurde, weil aus meiner Sicht das Mädchen es verdient hatte, denn sie zerstörte mehrmals hintereinander den Kieshaufen, den ich mit der Schaufel so schön angehäuft hatte. Aus heutiger Sicht ist mir natürlich klar, dass man seinen Mitmenschen keine körperliche Gewalt antut, auch wenn diese mich provozieren. Mir ist auch klar, dass ich unheimliches Glück hatte, dass das Mädchen bloss eine Beule davontrug und keine weiterreichenden Verletzungen...Damals konnte ich diesen Link aber nicht machen und dass niemand meine Seite der Geschichte hören wollte, verstärkte mein Unverständnis noch.

Es gab auch Situationen, bei denen war die Strafe zeitlich von dem von meiner Mutter bemängelten Verhalten so weit entfernt, dass mir überhaupt nicht klar war, wofür ich jetzt genau bestraft wurde (ohne Abendessen ins Bett, weil wir nachmittags irgendwann mal gestritten hatten). Das löste dann nicht unbedingt Verständnis oder Schamgefühle aus, sondern eher Wut und Hass.

Ob Medikamente geholfen hätten kann ich nur bedingt beurteilen, da ich erst als Erwachsene eine Diagnose bekommen habe und mein Medi-Versuch bis jetzt noch nicht so weit gekommen ist (bin ich jedoch dran). Sie hätten möglicherweise geholfen, Impulse besser zu steuern. Also die Wut soweit zu kontrollieren, dass ich die Schaufel vielleicht zu Boden geworfen hätte, anstatt das Mädchen damit zu schlagen. Sie hätten mir vielleicht geholfen, meine Umgebung besser wahr zu nehmen, etwas mehr bei der Sache zu sein und sozial mehr mitzuhalten, um weniger in solche Situationen zu kommen. Provoziert werden ja oft jene, die auch darauf ansprechen. Vielleicht wäre ich emotional im Allgemeinen ausgeglichener gewesen.

Aber ja, jeder ist auch individuell. Du gibst hier sehr wenig Information, um etwas mehr darüber sagen zu können.

Und...vielleicht meldet sich auch sonst noch wer, der auch Erfahrungen mit seinen Kindern teilen kann.

Auf jeden Fall tönt dein Post ein bisschen hart. Gerade die Verinnerlichung von Normen fällt einem ADHS-Kind eher schwer, nicht weil es nicht will, sondern weil es nicht kann. Ein Verständnis dafür, wie ein ADHS-Kind die Welt wahr nimmt, ist vorteilhaft auch weil es nicht darum geht, Fehlverhalten zu akzeptieren oder gar zu fördern, unter dem vielgehörten Vorwurf, die Diagnose als entschuldigenden Vorwand zu benutzen...

Ich finde deine Sorgen sind berechtigt und schön, dass du hier ins Forum gefunden hast. Kann es sein, dass dein Fokus im Moment mehr auf dem von dir als fehlend empfundenen Verhalten liegt, anstatt auf der Person, die dein Sohn im ganzen ausmacht?
nickname
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 23. April 2017 08:59

@ laetitia
Hallo und vielen Dank für deine Antwort.
Genau wie du es beschreibst sieht es auch der Kinderpsychiater...
Wir versuchen schon die "Anderswelt" zu verstehen ... aber ich gebe dir recht ... vermutlich nicht besonders erfolgreich :-(
Das was du beschreibst erscheint mir auch nachvollziehbar.
Meine Sorge dabei ist, dass wir vieles was durch sein erleben der Umwelt in seinem Verhalten passiert ja auffangen können...
Nicht aber die fehlende Verinnerlichung gesellschaftlicher Normen ...
Zuletzt geändert von nickname am 23. April 2017 09:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 23. April 2017 09:04

ach ja...
und mit deinem letzten Satz beschreibst du die Situation in der wir uns zur Zeit befinden ganz genau ...
Meine Frau wollte nach einem Vorfall gestern Abend los um ihn in die Klinlik zu bringen ...
ripley
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von ripley » 23. April 2017 11:13

nickname hat geschrieben:ach ja...
und mit deinem letzten Satz beschreibst du die Situation in der wir uns zur Zeit befinden ganz genau ...
Meine Frau wollte nach einem Vorfall gestern Abend los um ihn in die Klinlik zu bringen ...
Das funktioniert so aber im Allgemeinen nicht. Also nicht, wenn das Kind "nur" verhaltensauffä#llig und aggressiv ist. (Ich nehme an, um so eine Art "Vorfall" handelt es sich?)

Eine Freundin, die in der Erziehungshilfe arbeitet, hat mal erzählt von einer Mutter, die eines Tages zu ihr ins Büro kam, ihr Kind dort auf den Schreibtisch setzte und kundtat, sie könne nicht mehr, würde das Kind jetzt da lassen.
Und weißt Du was? Auch wenn ich das nicht selbst war, es gab Zeiten, da konte ich diese Mutter richtig gut verstehen. Nützte aber nix, da mussten wir, also Junior und ich, durch. Und sind wir auch durch.

Okay, Kinder und Gewissen.
Ein Herrr Kohlberg hat mal ein Stufen-Modell der Moralentwicklung entwickelt, das wohl auch heute noch als entwicklungspsychologischer Hintergrund weitgehend gültig ist: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at ... TWICKLUNG/ Gerne mal einlesen, dann weißt du etwa, wo ihr steht.

Bei ADHSlern kommen zwei Dinge erschwerend zusammen:
Zum einen sind sie häufig vor allem in ihrer sozio-emotionalen (und damit auch Gewissens-)Entwicklung sowieso hinter ihrer Alterskohorte hinterher, also "im Kopf" jünger als an Jahren, zum anderen ist die grundsätzliche, "theoretische" Anerkennung gewisser Regeln, Grundsätze und Normen aufgrund der teils wirklich miserablen Impulskontrolle für sie nicht immer im Alltag praktisch umsetzbar: Zu WISSEN, dass man dem Paulchen nicht die Schüppe überziehen darf und es auch tatsächlich nicht zu TUN, das sind nun mal zwei verschiedene Paar Schuhe. Und das zweite ist schwerer anzuziehen.

Dies verstehen ist der erste Schritt.
Das Kind diagnostizieren und ggf. adäquat mit Medikamenten und anderen Therapien zu behandeln ist der zweite, beileibe nicht der letzte. Aber wir hier haben die Erfahrung gemacht, dass Junior unter MPH exakt dieses kurze Zeitfenster hatte, das ihm ohne einfach abging ... und in dem er dann alternatives Strategien zu Treten, Hauen, Spucken entwickeln und auch initiieren konnte.
Inzwischen ist er 19 ... und diesbezüglich problemlos. Und das Abgeben-Wollen bzw. -Müssen ist auch nur insofern noch Thema, das er in einer anderen Stadt studiert. :D
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 23. April 2017 13:33

@ripley


Also wenn die Eltern nicht verzweifelt sind (zumindestens zeitweise), sollte die Diagnose wohl noch mal überprüft werden :lol:

Mit den "typischen" ADHS Problemen setzen wir uns ja schon seit dem Kindergarten auseinander ....
Es geht uns nicht um Probleme die durch Impulsivität und reflexartiges Verhalten zu erklären sind.
Wir beobachten zunehmend quasi geplante Verstöße: lügen, Diebstähle, Vertuschungsversuche...
Wenn keine Lust auf Hausaufgaben wird das Buch versteckt und nicht vergessen!
Und das ist jetzt die harmloseste von allen Situationen.
Und danke für den link, werde es heute Abend mal studieren.
laetitia
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von laetitia » 23. April 2017 15:43

nickname hat geschrieben:Wir beobachten zunehmend quasi geplante Verstöße: lügen, Diebstähle, Vertuschungsversuche...
Wenn keine Lust auf Hausaufgaben wird das Buch versteckt und nicht vergessen!
Immernoch vor dem Hintergrund, dass dein Sohn keine Medikamente bekommt...Hausaufgaben sind extrem mühsam, wenn man sich nicht fokussieren kann. Dass ihm die Lust auf Hausaufgaben abhanden gekommen ist, in einem Masse, dass er erfinderisch wird (Buch verstecken tönt für mich nach Verzweiflungstat...), ist da ziemlich was im argen. Etwas, das einer der ADHS nicht versteht, wohl nicht nachvollziehen kann. Aber glaub mir, Hausaufgaben mit ADHS können DIE Qual schlechthin sein. Wenn es so arg ist, dass dein Sohn anfängt zu Lügen etc. sollte dem wirklich auf den Grund gegangen werden. Warum muss er sich solche Strategien ausdenken? Und warum zögert ihr mit den Medikamenten?
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 23. April 2017 20:36

ja .... ich denke wir haben da wohl zu lang gewartet ...
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Maya18Max
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von Maya18Max » 23. April 2017 21:19

nickname hat geschrieben: Genau wie du es beschreibst sieht es auch der Kinderpsychiater...
Wir versuchen schon die "Anderswelt" zu verstehen ... aber ich gebe dir recht ... vermutlich nicht besonders erfolgreich :-(
Das was du beschreibst erscheint mir auch nachvollziehbar.
Meine Sorge dabei ist, dass wir vieles was durch sein erleben der Umwelt in seinem Verhalten passiert ja auffangen können...
Nicht aber die fehlende Verinnerlichung gesellschaftlicher Normen ...
Respekt, wenn er Euch das so gut erklären konnte... Es ist tatsächlich so, dass es lange dauert, bis man dahintergestiegen ist, was täglich zu Hause passiert.
Mein Mann und ich haben auch Jahre gebraucht um unser Kind und auch uns zu verstehen... Da wir mittlerweile wissen, dass wir beide auch betroffen sind, sehen wir mittlerweile oftmals von weitem den Hund begraben. Wir nehmen einiges nicht mehr persönlich, wissen dass der andere aus dem Bauch heraus (im hier und jetzt) seine Statements abgibt. Daher weiß ich z.B. ganz genau, dass wenn mein Mann vom Dienst gestresst nach Hause kommt, dass ich ihn nicht nach unseren nächsten Vorhaben befragen brauche. Da kommt nur Müll raus. Doch, wenn ich dann in meiner ADHS-Mentalität trotzdem "was los werden" muss, weiß ich, dass ich die Antwort nicht verwerten darf und es ggf. zu einem späteren Zeitpunkt in Ruhe noch mal anspreche.

Wenn ihr wollt könnt ihr Euch mal hier http://www.univita.com/kur-und-vorsorge ... iten/adhs/ schlau machen. Das habe ich einmal als Mutter-Kind-Kur und einmal mit meinem Mann als WE-Seminar durch. Das war bombig und wir haben viel, viel mitgenommen. Noch zwei Jahre danach sprechen wir von dem Seminar und was uns die Leitung alles erzählt hat. Bisher war das das wertvollste Elterntraining überhaupt.

Noch mal zu den Strategien, die sich Euch Sohn "angeeignet" hat. Hier wurde ja schon beschrieben, dass das aus der "Not heraus geboren" wurde. AD(H)Sler sind oftmals sehr intelligent, womöglich sogar hochintelligent und das wissen/merken sie. Sie leiden extrem, wenn sie merken, dass sie vieles nicht auf die Reihe kriegen, was eigentlich jedoch ihrer Intelligenz entsprechend kein Problem sein sollte. Manchmal kommen auch noch Begleiterkrankungen wie LRS dazu. Passiert das mit den Büchern "verschlampern" nur im "Hassfach"? AD(H)Sler versuchen bzw. können die ersten Schuljahre auch viel kompensieren (auch so bei unserem Sohn) durch die Intelligenz und dann kommt der Absturz.

LG Maya
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von BAE2705 » 24. April 2017 09:17

Hallo Nickname,

das Verhalten eures Sohnes kenne ich sehr gut von meinem eigenen. Junior fing verflixt früh an zu lügen (meist aus Selbstschutz, manchmal um andere schlecht dastehen zulassen), rastete zum Teil so vollkommen aus, dass wir ihn für gemeingefährlich hielten. Es hat sich etwas gebessert, nachdem ich - als er 10,5 Jahre alt war - auf die Idee kam ihn auf ADHS testen zu lassen. Wenn man das Kind beim Namen nennt, kann man selbst besser reagieren/vorhersehen - aber nicht der Betroffene. Nach Beginn der medikamentösen Behandlung (5 Monate später) dauerte es gar nicht lange und sein Sozialverhalten begann mit dem körperlichen und kognitiven Alter aufzuschließen. Jetzt ist er 12 und sozialverhaltenstechnisch schwankt er zwischen 10 - 13 (teilweise unglaublich klare Analysen). Schon im KiGa-Alter war mir aufgefallen, dass Junior scheinbar keinerlei Empathie empfand, hab' ihn mit "Paula und den Kistenkobolden" und ähnlichem nur genervt und nichts erreicht - die Zeit hätte ich besser in Ursachenforschung als Symptombehandlung gesteckt. Jetzt klappt vieles auch in der medikamentenfreien Zeit gut (Ferien, WE).

Ich würde euch dringend einen Versuch mit Medis empfehlen.

LG BAE27
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 25. April 2017 08:33

So, nach einem langen Gespräch mit dem Kinderpsychiater versuchen wir es jetzt mit Kinecteen 27 mg (das ist eine retardiertes MPH)
1x täglich.
Wieder wurde uns versichert, das alle "Symptome" ursächlich der ADHS sind.
Bei Therapieversagen wird ein Kollege die Diagnose überprüfen.
Nach einer Woche besprechen wir eine Dosis Anpassung.
Drückt uns bitte die Daumen...
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von Maya18Max » 25. April 2017 09:00

Daumen sind gedrückt. Viel Erfolg! Berichtet, wie es läuft...

Was genau ist das für ein Präperat? Ich kenne das nicht. Auch bei dem Vortrag vor ein paar Wochen wurden alle durchgesprochen, selbst Intuniv aber Eueres kenne ich nicht.

Lg
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von ripley » 25. April 2017 09:19

Maya18Max hat geschrieben:Was genau ist das für ein Präperat? Ich kenne das nicht. Auch bei dem Vortrag vor ein paar Wochen wurden alle durchgesprochen, selbst Intuniv aber Eueres kenne ich nicht.
Ein ganz normales MPH-Retardpräparat. Als Generikum (günstigeres Nachfolgepräparat) gerade (April dieses Jahres) auf den Markt gekommen. Letztlich aber nix anderes als die anderen Retardpräparate.
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von Maya18Max » 25. April 2017 10:31

ripley hat geschrieben:
Maya18Max hat geschrieben:Was genau ist das für ein Präperat? Ich kenne das nicht. Auch bei dem Vortrag vor ein paar Wochen wurden alle durchgesprochen, selbst Intuniv aber Eueres kenne ich nicht.
Ein ganz normales MPH-Retardpräparat. Als Generikum (günstigeres Nachfolgepräparat) gerade (April dieses Jahres) auf den Markt gekommen. Letztlich aber nix anderes als die anderen Retardpräparate.
Danke ripley
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 25. April 2017 12:08

Kinecteen ist meines Wissens ganz neu auf dem Deutschen Markt.
Es ist eine Retard das bis zu 12 h wirken soll ( wie Concerta )
Es hat eine Zulassung für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.
Bei Kontakt mit Flüssigkeit kommt es zu einer "Gelbildung" und MPH wird kontinuierlich frei gesetzt.(Matrixtablette)
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von laetitia » 25. April 2017 12:22

Hi nickname

Ja, drück euch fest die Daumen.

Was ich noch wichtig finde...dass du Anfangs nicht zu hohe Erwartungen hast.

Die Retard-Präparate sind super, wenn man die Dosierung mal hat. Eigentlich wird empfohlen, mit kurzwirksamen Tabletten anzufangen. Aber das macht jeder Psychiater etwas anders. Die richtige Dosierung zu finden und alles braucht Zeit, ein paar Monate in der Regel.

Bin gespannt was du berichten wirst.
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 25. April 2017 13:27

Danke für eure Unterstützung !
ripley
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von ripley » 25. April 2017 14:16

laetitia hat geschrieben:Was ich noch wichtig finde...dass du Anfangs nicht zu hohe Erwartungen hast.
Ich möchte das nochmal hervorheben.

Sicher sind die Erfahrungen da stark unterschiedlich, aber für uns war das MPH kein "Problem-Wegmacher", sondern ein Türöffner.
Der Kommunikation und erzieherische Einwirkung überhaupt erst MÖGLICH machte.

Die "Arbeit" muss man dann immer noch selbst machen. Also Lehrer und Eltern müssen erziehen und formen, Kind muss wachsen und reifen.
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 25. April 2017 18:17

... aber für uns war das MPH kein "Problem-Wegmacher", sondern ein Türöffner.
Der Kommunikation und erzieherische Einwirkung überhaupt erst MÖGLICH machte...


genau dass ist unsere Hoffnung ....
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Re: ADHS und Gewissensbildung

Beitrag von nickname » 27. April 2017 13:49

Tag 3 mit Kinecteen

unser Kurzer hat heute über 45 min Konzentriert gemalt. Ich hab dann mal ganz frech ganz laut Musik an gemacht.
Er hat weiter gemalt und nur mit gesummt.

Kann es sein, dass die Med schon eine Wirkung zeigt ?
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