Immer wieder Schulprobleme

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Shonah
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Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Shonah » 7. April 2017 06:57

Hallo ihr Lieben,

Ich war eine zeitlang nicht hier.

Mein Sohn ist jetzt 9 Jahre alt und mitten in der Diagnostik zu ADHS und Asperger.

Kann das zusammen auftreten?

Jedenfalls haben wir große Probleme mit der Klassenlehrerin, wir haben fast wöchentlich Elterngespräch und das HA-Heft strotzt nur so vor Einträgen.

Zu meinem Sohn:

Er hat Angst in die Schule zu gehen.
Er findet die Lehrer schreien zu laut.
Wenn er 6verschiedene Unterrichtsstunden hat, hat er Probleme mit dem häufigen Lehrerwechsel.

Er hat den Unterricht auch schon ganz verweigert.

Die Therapeutin war schon in der Schule und hat der Lehrerin Mittel an die Hand gegeben wie sie mit unserem Sohn arbeiten kann. Dies kann sie aber laut eigener Aussage nicht umsetzen, da mein Sohn nicht immer eine "Extrawurst" bekommen kann.

Er verliert viele Dinge, vergisst Hefte mit aus der Schule nach Hause zu bringen.

Die Hausaufgaben mit ihm zu machen ist sehr anstrengend für beide Seiten. Wir schaffen 6 Matheaufgaben in einer Stunde, oft mit Tränen und Wut auf seiner Seite.

Mittlerweile überlegen wir einen Schulwechsel vorzunehmen.

So langsam sind wir verzweifelt.


LG Shonah
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Shonah
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Shonah » 7. April 2017 06:59

Nachtrag: seine schulischen Leistungen sind top,
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Caesi » 7. April 2017 08:00

Ich bin kein Experte und weiß nicht ob beides zusammen möglich ist. Aber Asperger Autismus wird auch öfter als ADS diagnostiziert, weil diese sich nur auf Dinge konzentrieren die in ihrer Welt wichtig sind und diese Prioritäten entsprechen nicht immer den notwendigen in unserer Gesellschaft und Alltag.

Habt ihr schon darüber nachgedacht euch über eine Integrationskraft zu Informieren? Sie könnte euren Sohn begleiten in der Schule und wäre eine konstante die immer bei ihm ist.

Wenn die Situation so verfahren ist kann ein Schulwechsel Entspannung bringen, aber es kann auch sein das die selben Probleme in der neuen Schule wieder auftreten. Gerade wenn es ihm zu schaffen macht einen ständigen Wechsel an Lehrer zu haben. Könnte er sich auf einen Schulwechsel überhaupt einlassen? Die Grundschule zu wechseln ist nicht einfach, da in diesem Fall die Schule durch den Wohnort bestimmt wird. Erst bei der weiterführenden Schule gibt es da Entspannung, weil man diese frei wählen kann.
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Shonah
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Shonah » 7. April 2017 08:18

Bei uns kann man die Schule frei wählen, unabhängig vom Wohnort.

Um die Integrationskraft zu beantragen braucht es doch erst eine Diagnose oder?

Haben Lehrer in ihrem Studium eigentlich auch die ADHS Problematik o.ä.?
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Caesi » 7. April 2017 10:13

Ok wenn ihr Frei wählen könnt ist das was anderes. Ja die Integrationskraft gibt es leider erst wenn die Diagnose feststeht.

Ob im Studium AD(H)S inbegriffen ist weiß ich leider nicht. Als Vertiefungsgebiet sicherlich, aber ob es Pflicht ist keine Ahnung. Das verlieren der Dinge und vergessen kenne ich auch von meinem Sohn. Ich habe mit der Schule eine Abmachung das wenn er seine Hefte vergisst, er sie Mittags noch dort abholen kann, allerdings ist das auch eine Schule mit Ganztagsangebot, weshalb immer jemand da ist bis 16 Uhr.

Wir haben auch oft Mittags heuelrei wegen der Hausaufgaben. Ich nehme sie dann fort und lasse ihn sich etwas bewegen und dann gehts meist wieder besser. Aber er will auch nicht ohne Hausaufgaben dastehen. Bei meinem liegt es meist daran das er geistig einfach müde ist. Ich weiß nicht wie es bei deinem Sohn aussieht. Für meinen ist der Tag wirklich lang und schwer, wenn er Schule hatte. Am Wochenende haben wir wesentlich weniger Stress bei den Hausaufgaben.
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Shonah » 7. April 2017 11:10

Danke für deine Antwort.

Bei uns ist bei den HA immer Stress, oft weint er wegen Nichtigkeiten.

Wir achten auch darauf das er sich genug bewegt, das ist sehr wichtig für ihn.

Er hat auch große Probleme mit Leerlaufzeiten.

Man ist manchmal so machtlos und würde dem kleinen Kerl gern helfen.
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Falschparker » 8. April 2017 00:05

Shonah hat geschrieben:Mein Sohn ist jetzt 9 Jahre alt und mitten in der Diagnostik zu ADHS und Asperger.

Kann das zusammen auftreten?
Ja, das kann zusammen auftreten. Helga Simchen ist sogar der Meinung, Asperger sei eine ADHS-Variante und wird auch mit den gleichen Medikamenten behandelt.
http://www.helga-simchen.info/Asperger-und-ADS

Und so wie euer Kind leidet, verstehe ich nicht dass der Arzt oder die Ärztin das nicht schon tut?

Viele Grüße
Falschparker
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Caesi » 8. April 2017 00:20

Ja, das kann zusammen auftreten. Helga Simchen ist sogar der Meinung, Asperger sei eine ADHS-Variante und wird auch mit den gleichen Medikamenten behandelt.
http://www.helga-simchen.info/Asperger-und-ADS
Also da muss ich aber jetzt einräumen das mein Mann diese Medikamente nicht bekommt. Die Therapeutin meines Mannes sagte das die Medikamente die bei AD(H)S wirken bei Asperger-Autisten oft eine Gegenteilige Wirkung haben. Sie hat schon einige Patienten erlebt bei denen die Wirkung so schlimm negativ war, das sie sogar Stationär eingewiesen werden mussten.

Es ist jetzt zu spät aber beim überfliegen des Artikels auf der Seite, fallen mir einige Fehler auf die nicht den Autismus beschreiben. Natürlich gibt es nicht DEN Autisten, genauso wenig wie jeder mit AD(H)S gleich ist, es ist eine Spektrumsstörung und es gibt gewisse Parallelen zwischen Autismus und ADS, aber die Gründe sind unterschiedliche und das entscheidende, was die beiden Krankheitsbilder von einander unterscheidet.
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von ADHDgoesto11 » 8. April 2017 09:16

Falschparker hat geschrieben:Helga Simchen ist sogar der Meinung, Asperger sei eine ADHS-Variante und wird auch mit den gleichen Medikamenten behandelt.
Na ... ja.

Wir sehen bei Sohnemann, dass mit MPh die motorische Unruhe (inkl. diverser Tics, die unter MPh-Wirkung verschwinden) deutlich sinkt und die Aufmerksamkeitssteuerungsfähigkeit etwas steigt, aber die Autismussymptome sind davon unbeeindruckt. ;)
Zuletzt geändert von ADHDgoesto11 am 8. April 2017 09:18, insgesamt 1-mal geändert.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Menolly » 8. April 2017 13:20

Also, Asperger kann man mit MPH nicht behandeln.
Allerdings kann es bei einigen Symptomen helfen diese zu mindern. Wie z.B. Reizfilterschwäche.

Eigentlich kommen die typischen Autismusmerkmale dann erst zum Vorschein, die vorher "Überdeckt" waren von den AD(H)S Symptomen.
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Sheherazade » 8. April 2017 17:04

Shonah hat geschrieben: Mein Sohn ist jetzt 9 Jahre alt und mitten in der Diagnostik zu ADHS und Asperger.

Kann das zusammen auftreten?
Ja, kann es. Keine Ahnung ob man meine Signatur lesen kann, unser Jüngster wurde im Alter von 5 Jahren mit Autismus und ADHS diagnostiziert. Das ADHS trat erst 3 Jahre später so richtig zum Vorschein (mangelnde Impulskontrolle), seitdem bekommt er erfolgreich Medikinet.

Unser KJP hat damals gesagt, es ist einen Versuch wert. Man merkt umgehend ob es richtig wirkt oder gegenteilig oder gar nicht.
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Gutemiene » 9. April 2017 15:32

Zitat:
"Er hat den Unterricht auch schon ganz verweigert.

Die Therapeutin war schon in der Schule und hat der Lehrerin Mittel an die Hand gegeben wie sie mit unserem Sohn arbeiten kann. Dies kann sie aber laut eigener Aussage nicht umsetzen, da mein Sohn nicht immer eine "Extrawurst" bekommen kann."

Oha, ganz toll, Extrawurst :( ist ja ganz super (es schüttelt mich innerlich).

Ich verstehe ja, dass derartige Äußerungen nur Ausdruck der Überforderung der Lehrkräfte sind. Aber andersherum: Würden Eltern die Lehrkräfte mit derartigen vorurteilsbeladenen Bemerkungen versehen, wäre (zu Recht?!) der Teufel los...und keine Verständigung über das wirkliche Problem mehr möglich.

Da braucht wohl jemand heftigen Nachhilfeunterricht (und ich glaube, es ist nicht der Schüler).
In solchen Fällen nützt die gesicherte Diagnose manches Mal, weil damit rechtlich zustehende Maßnahmen möglich werden.
In NRW z.B. gibt es Autismusbeauftragte, die in die Schulen gehen und über Rechte und Möglichkeiten für den Unterricht aufklären.

Dann gibt es ja auch den sogenannten Nachteilsausgleich, der eben KEIN Bonus für die Schüler sein soll, sondern helfen soll, den behinderungsbedingten Nachteil im Unterricht aufzuheben.
Wenn eine Lehrerin das nicht will, weil sie es nicht versteht, weil sie Vorurteile hat oder weil sie schlicht überfordert ist, kann sie es zwar blockieren, aber man weiß dann doch sehr gut, woran "es" liegt. Eben nicht am Kind, denn das kann ja nichts ändern (die allermeisten Kids wollen ja gar nicht so im Rampenlicht stehen).

ADS und Aspergersyndrom sind sehr ähnlich, können sich ungünstig ergänzen und sind mal Ausschlussdiagnosen und mal Ko-Morbiditäten. Entscheidend sind die angepassten Hilfen, dafür sind die Diagnosen vom Fachmann notwendig!!
Und - wie schon oben gesagt wurde: wenn MPH hilft, dann hilft es eben. Beim "reinen" Aspergersyndrom hilft MPH eben nicht.

Meiner eigenen (bescheidenen) Meinung nach kommt ein Arzt/Ärztin, die sich zuerst ausführlich mit Autismusspektrumstörungen beschäftigt hat, eher zur Diagnose Asperger; eine Ärztin/Arzt mit vorwiegend ADHS-Erfahrungen "sieht" zuerst die Aufmerksamkeitsstörung. Zu Schulschwierigkeiten (manchmal zu Schulverweigerung) können beide führen.
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Shonah » 12. April 2017 17:46

Hallo Gutemiene,

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Ich möchte bei meinem Sohn nicht gleich Medikamente einsetzen.

Mir schwebt nach Diagnosestellung eine ordentliche Aufklärung über das Krankheitsbild vor und eine VT.

Ich möchte eine Schulbegleitung. Wo muss man die eigentlich beantragen?

LG Shonah
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Sheherazade » 12. April 2017 17:54

Shonah hat geschrieben: Mir schwebt nach Diagnosestellung eine ordentliche Aufklärung über das Krankheitsbild vor und eine VT.
Je nachdem wie vordergründig der Autismus ist, wäre eine gute Autismustherapie (die Therapeuten kennen sich meistens auch mit begleitendem ADHS aus) sinnvoller, denn eine Verhaltenstherapie für ADHSler wird einem Kind mit komorbiden Autismus selten gerecht.
Ich möchte eine Schulbegleitung. Wo muss man die eigentlich beantragen?
Beim Jugendamt. Kennst du das Forum Rehakids? Dort gibt es im Unterforum Autismus zum Thema Schulbegleitung eine Menge Informationen.
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Menolly
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Menolly » 12. April 2017 18:17

Also ich würde eher das Forum Kinder mit Autismus empfehlen.
http://kinder-mit-autismus.de/index.php
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Shonah » 12. April 2017 19:24

Ich danke euch für eure Anregungen!
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von EmmaGSLehrerin » 16. April 2017 17:22

Hallo Shonah,

aufgrund deiner Beschreibungen ist es sehr schwer zu beurteilen, ob ein Schulwechsel deinem Kind helfen würde.

Welche Maßnahmen haben die Lehrer denn abgelehnt? Gab es auch welche, die sie gerne übernommen haben?
Ärzte/ Therapeuten denken oft zu sehr in 1:1 Situationen und vergessen, dass manche Dinge in der Großgruppe eben so nicht möglich sind/ schwierige Dynamiken hervorrufen können.

Was mich skeptisch macht: Du schreibst, bei den Hausaufgaben (und das ist eine 1:1 Situation!) kannst du dein Kind nicht zum konzentrierten arbeiten bewegen. Und du beherzigst doch sicher auch Tipps des Therapeuten?

Hältst du es da für realistisch, von der Schule mehr zu erwarten?

Ich bin mir nicht so sicher, ob der Hase wirklich bei den Lehrern im Pfeffer liegt.

LG
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von minime » 18. April 2017 13:20

Hallo!

Ja, man kann wohl Läuse und Flöhe haben .... :roll:

mein großer Sohn hatte zu Beginn der Diagnostik ADHS + Tics/Zwangsstörungen (die ihn mittlerweile mehr störten).
Der Arzt meinte seinerzeit in UNSEREM Fall, dass der zeitgleiche Behandlungsbeginn für beides eher schwierig wird, weil man da die Wirkung der einen oder anderen Behandlung schwer einschätzen könne. Wir sollten in uns gehen und überlegen wo der Leidensdruck höher wäre und damit würde er dann einsteigen. (Übrigens sein Spezialgebiet IST ADS, aber wir haben mit den Tics/Zwangsstörungen begonnen.) Insofern, denke ich, sollte ein Psychiater/Neurologe wissen wohin die Reise gehen soll - bei Euch!

Nichtstun und Abwarten scheint mir in der Leidenssituation einfach deutlich zu wenig!

Eine Therapeutin die unerbetene (vielleicht auch realitätsfremde!) Ratschläge einer Lehrerin gibt ist vollkommen kontraproduktiv!
Ich bin der Meinung, dass Lehrer sich (bei dem Gehalt) nicht auch noch mit diversen psychiatrischen schweren Störungsbildern auskennen müssen, noch die therapeutisch begleiten können müssen, deswegen würde ich da GAR NICHTS außer pädagogisch korrekten Umgang erwarten wollen.

Im Übrigen aus Deinen Beschreibungen klingt bei mir sehr viel ADHS durch ....... und da sehe ich das Kind im Zentrum der Aufmerksamkeit und nicht die Lehrerin oder die Schule ..... Ein Schulwechsel kann noch schlimmer werden!

Beim kleinen Sohn bedeutete jeder Raum- und Lehrerwechsel ein komplettes Vergessen aller Regeln die bis dahin gültig waren (und seit MONATEN unverändert waren.) - SEHR mühsam. Mit der Einstellung auf Medis war das was per Knopfdruck final und nachhaltig geklärt war (bevor irgendeinen VT begonnen hätte).
Bei Sohn gab es zumindest maximal einen Raumwechsel und maximal 3 Lehrer (immer Doppelstunden!) pro Tag, übelst wurde es bei Vertretungen!

VG, minime.
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Falschparker » 18. April 2017 22:59

Shonah hat geschrieben:Ich möchte bei meinem Sohn nicht gleich Medikamente einsetzen.

Mir schwebt nach Diagnosestellung eine ordentliche Aufklärung über das Krankheitsbild vor und eine VT.

Ich möchte eine Schulbegleitung. Wo muss man die eigentlich beantragen?
Liebe Shonah,

ich kann deine Zurückhaltung in Bezug auf Medikamente absolut nicht verstehen, zumal du mehrmals von Angst, Verweigerung, Verzweiflung und Tränen sprichst.

Verhaltenstherapie bringt wenn überhaupt dann sehr langfristig etwas (und greift häufig erst mit Medikamenten), und Schulbegleitung kann deinen Sohn auch in eine sehr exponierte Stellung bringen. Bis das durch ist kann es auch Monate dauern, und überleg mal: Ein Schulbegleiter, weil dein Sohn sich nicht unter Kontrolle hat, was er vielleicht mit Medikamenten könnte? Also wenn euer Arzt nach der Diagnose Medikamente erwägt, dann tu deinem Kind bitte den Gefallen und warte nicht länger!

Bei unserem Sohn hat die Ärztin fünf Monate gewartet und erst einmal geschaut was Ergotherapie bringt, bevor sie Medikamente verschrieben hat (er bekommt seit Ende März welche). Das war völlig in Ordnung, denn er ist erst vier und es gibt bisher auch wenig Probleme im Kindergarten, sondern nur zu Hause ist es manchmal sehr schwierig. Du könntest jetzt sagen, was tut Falschparker seinem Kind an, der ist doch noch so klein. Kann man drüber diskutieren in unserem Fall, aber mit neun und den massiven Schwierigkeiten nicht mehr!
Hübsches Mädchen
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Re: Immer wieder Schulprobleme

Beitrag von Hübsches Mädchen » 25. April 2017 23:18

Ich mein bei meinem Bruder steht Die Diagnose ja auch noch aus aber, wenn er jemals so sein sollte weiß ich schon wie man ihn beibringt damit umzugehen....und darüber hinaus finde ich es sowieso mist (auch wenn es jetzt nicht mit diesem Thema zu tun hat) das es kaum was für Erwachsene Menschen mit ADHS gibt, manchmal muss man wircklich Raus aus NRW und selbst dann gibt es nicht mal viel, Ich spreche zum Beispiel von Wohnheimen gibt kaum welche wo entweder ADHS Vertreten ist oder wo nur ADHS vertreten ist (gibt es ja schon mal garnicht) was ich eigentlich ne Sauerei finde, weil auch menschen mit nur ADHS auch nicht immer selber Leben können und ich finde es auch Traurig das nicht viel über ADHS Bekannt ist, denn von uns gibt es nunmal sehr viele...In Amerika gibt es zumbeispiel eine oder glaube sogar Mehrere Kliniken die sich nur auf ADHS Spezialiesiert haben und das auch aus dem grund weil ADHSler (und ich glaube da wird mir jeder recht geben) verstehen sich untereinander besser, als irgendjemand anderes mit einer anderen Krankheit und das ist nunmal fakt, es wird einfach zu wenig aufgeklärt....das war bei mir in der erziehungs schule ja genauso nur die hälfte der LÖehrer wussten wircklich wie ADHS Kinder Ticken und das wird sich glaube ich auch nie ändern weil die Menschen nunmal Faul sind und sich immer den Bequemeren weg suchen, das wird euer sohn irgendwann auch feststellen (wenn er es nicht schon hat) denn was die meisten nicht wissen Menschen mit ADHS kriegen eine menge mit und haben ein sehr gutes gespür dafür wer schlecht ist und wer gut ist (auch wenn es manchmal nicht so scheint, denn Kind ist immer noch Kind) und wie gesagt ich würde euch Medis empfehlen denn ihr müsst überlegen er quält sich (auch wenn es schon etwas zu spät ist) er leidet darunter
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