Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich beschreiben?

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michim1972
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Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich beschreiben?

Beitrag von michim1972 » 23. März 2017 10:22

Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich medizinisch beschreiben?
Also ich meine nicht die Verschiedenheit der Symptome und Verhaltnesweisen, sondern eben
vielmehr, wie es konkret dazu kommt, dass ein und die Selbe Ursache (unzureichende Dopamin-
anreicherung im Synapsenspalt bei der Informationsweiterleitung) einmal eben zu Verträumtheit
und Co und das andere Mal zu Hyperaktivität und Co führt?

Ich finde einfach keinerlei Erklärung dazu, egal in welcher Literatur ich lese.
Daher frage ich nun mal hier, ob es jemand medizinisch erklären kann.

Danke und Gruß
Michi
laetitia
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Re: Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich beschreiben?

Beitrag von laetitia » 23. März 2017 12:38

Das wissen die Mediziner und Wissenschafter selber auch noch nicht so genau, daher gibt es dazu kaum Literatur ;-).
Gutemiene
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Re: Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich beschreiben?

Beitrag von Gutemiene » 26. März 2017 14:48

Diese Fragen gibt es ja auch beim Autismus:

Den speziell begabten "Rain Man" kennt man (wahrscheinlich hochfunktionaler oder atypischer Autismus), das schweigende in seiner Welt versunkene Kind (Kanner-Autismus) auch, und den mit Spleens gut bestückten Sheldon Cooper (Aspergersyndrom) auch noch.

Aber es gibt dazwischen noch viele Spielarten!

Inzwischen spricht man von "Störungen" im autistischen Spektrum (das eben von :| ...---bis.... :lol: ) reicht. <<so ungefähr...

Weshalb kommt es bei einem Menschen dazu :lol: und beim anderen dazu :shock:

Die Hirnstoffwechselbesonderheiten sind EIN Faktor, aber es kommen eben noch viele andere MODIFIZIEREND dazu.

Und ich glaube, dass das bei ADS/ADHS genauso ist.

Jeder Mensch hat individuelle Züge.
Jede(r) mit AD(H)S lebt ein individuelles Leben.
Auch innerhalb einer Familie gibt es schließlich unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Temperamente.

Bei einer eindeutig genetischen Erkrankung, dem Down-Syndrom, einer Chromosomenfehl-Verteilung, sagt man, die betroffenen Kinder sähen sich untereinander ähnlicher als genetische Geschwister.

Das ist bei genauer Betrachtungsweise natürlich auch Quatsch.
Ein Down-Kind sieht natürlich seiner Familie ähnlich. Aber Unbeteiligten springt das typische Erscheinungsbild eines Down-Kinds zuerst ins Auge, und die möglichen Einschränkungen durch Herzfehler, Gehöreinschränkungen usw. kann man üblicherweise natürlich nicht sofort sehen!

Als Eltern haben wir bei unseren Kinder oft das Problem, dass man es dem Nachwuchs nicht sofort anmerkt, dass dieser beeinträchtigt ist durch seine andere Wahrnehmung, die von der Konzentrationsschwierigkeit herrührt oder diese beeinträchtigt.

Bei einem Kind, dass im Rollstuhl sitzt, ist die Einschränkung sofort sichtbar. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass es Rollifahrer einfacher haben - aber die Behinderung ist sichtbar und muss nicht diskutiert werden!
Um so schwieriger haben es ADSler in der Schule, wenn ihnen unterstellt wird, sie wollten einfach nicht oder sie seien dumm.

Dabei ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Reizen verlangsamt und die Konzentration auf das "Wesentliche" bei weitem schwieriger als bei den anderen Kindern.

Deshalb ist manches Mal ein IQ-Test hilfreich, weil es Lehrern, Eltern und den Kindern selbst bestätigt, dass die gewählte Schulform (bei weiterführenden Schulen oft ein Diskussionspunkt) die prinzipiell richtige ist.
Aber es braucht eine andere Herangehensweise im Unterricht - die sollte durch schulische Nachteilsausgleiche ermöglicht werden.
Dass das immer wieder schwerig ist, zeigen die vielen Posts zu diesem Thema.

Haut auf den Putz, Eltern, rührt die Trommel für eure besonderen Kinder!
Es gibt noch viel Aufklärungsarbeit.Sowohl in den Schulen als auch in der Gesellschaft. Auf geht's....
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:
Schimmeline
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Re: Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich beschreiben?

Beitrag von Schimmeline » 27. März 2017 17:24

Ich habe viel über ADHS und ADS gelesen. Ursachen für den Unterschied habe ich bisher nicht gefunden. Kenne nur die praktischen Unterschiede im täglichen Leben, da ich ADHS'lerin bin, mein Sohn ADSler. Meine Schwester sicher auch ADSlerin.
ADHDgoesto11
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Re: Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich beschreiben?

Beitrag von ADHDgoesto11 » 28. März 2017 09:56

michim1972 hat geschrieben:Ich finde einfach keinerlei Erklärung dazu, egal in welcher Literatur ich lese.
Daher frage ich nun mal hier, ob es jemand medizinisch erklären kann.
Es gibt da ein (englisches) Buch von einem amerikanischen Psychiater namens Daniel G. Amen mit dem bekloppten Titel "Healing ADD" und einem psychedelisch gefärbten Einband. Wenn man sich von den letzteren Punkten nicht abschrecken lässt, ist es ziemlich interessant, da er ADHS/ADD auch an Hand von SPECT-Aufnahmen (funktional-bildgebendes Verfahren) beurteilt und dabei nicht nur zwei, sondern fünf Typen von ADHS ausgemacht haben will, die er an Hand der Aufnahmen auch unterscheiden können will.

Er geht dabei sogar soweit, dass er Aussagen über die Wirksamkeit bestimmter Medikamentenarten machen können will.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
nickname
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Re: Wie kann man den Unterschied zwischen ADS und ADHS ursächlich beschreiben?

Beitrag von nickname » 23. April 2017 14:01

Soweit ich weiß kennt man die Ätiologie noch nicht und es gibt nur Hypothesen zu Erklärung.
Für die Hyperaktivität und Impulsivität geht man von einer hyperdopaminerger Neuronenaktivität im Striatum aus.
(Röster und Retz 2006)
Vielleicht ist das aber nicht mehr der neuste Wissenstand ...
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