Alleinerziehend mit ADHS

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Chaoslotta
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Alleinerziehend mit ADHS

Beitrag von Chaoslotta » 3. März 2017 23:48

Sag jetzt einfach mal Hallo in der Gruppe und hoffe ich finde hier Leute in ähnlichen Situationen.
Bin Mama und alleinerziehend mit einem Sohn. Gehe Teilzeitarbeiten und habe oft das Gefühl total überfordert zu sein und gerate ständig in Krisensituationen oder bin krank.
Denke meistens ich bin für ein "normales"Leben gar nicht zu gebrauchen.
Geht es Anderen hier genau so?
Ich habe eine ADHS Diagnose und nehme nach einigen Medikamenteneinstellungen jetzt Strattera.
LG :?
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Roosvelt
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Re: Alleinerziehend mit ADHS

Beitrag von Roosvelt » 4. März 2017 16:43

Chaoslotta hat geschrieben: Denke meistens ich bin für ein "normales"Leben gar nicht zu gebrauchen.
Geht es Anderen hier genau so?
Hallo du :willkommen:

Ja, das geht mir genauso wie du. Ich habe mich (noch?) nicht diagnostizieren lassen, habe aber vermutlich ADS wie meine Tochter Roosvelt. Was du beschreibst kenne ich sehr gut. Ich war Alleinerziehende (von dem Vater geschieden und wieder verheiratet). Diese ständige Krisensituationen und Krankheitphasen habe ich auch durchgemacht. Jetzt ist es in meinem Leben endlich mal ein bisschen ruhiger. Aber schnell überfordert und ungeeignet für ein normales Leben fühle ich mich immer noch.
Schimmeline
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Re: Alleinerziehend mit ADHS

Beitrag von Schimmeline » 10. März 2017 14:24

Hallo Chaoslotta,

ich denke mal das ist normal mit dem Gefühl der Überforderung.
Mir war auch alles zuviel. Ich bin ADHSler, habe Diagnose erst spät gemacht, hatte aber immer einen Leidensdruck. Nehme Strattera, was mir sehr hilft. Allerdings hatte ich diese Hilfe nicht, als ich alleinerziehende Mutter eines ADS-Kindes war. Ich habe immer Vollzeit gearbeitet. Da ich anfänglich auch glaubte alles schaffen zu müssen, war ich auch total überfordert.
Was habe ich gemacht?
Ich habe mich hingesetzt und bin in mich gegangen!!! Also eine Selbstreflexion. Habe mein Leben betrachtet und habe Balast abgeworfen. Ich gehöre zu den Perfektionisten. Also habe ich mir dies ganz bewußt abgewöhnt. Z.b. habe ich mir beigebracht, mal Staub liegen zu lassen, weniger Augenmerk auf die Ornung in der Wohnung zu legen. Nicht min. einmal die Woche Kuchen zu backen und immer zu kochen.
Was für mich wichtig und beruflich notwenig mit meinem ADS-Kind war, nicht ständig mit meinem Kind zu sein. Ich hatte einen Tagesmutter, mein Sohn kam dorthin mit 15 Monaten. Diese hat sehr gut zu uns gepasst. Mein Motto für die zeit mit meinem Sohn war: Qualität anstatt Quantität.
Klar war ich trotzdem gestresst, hatte ja auch keine Medis. AD(H)S lernte ich erst mit der Diagnose meines Sohnes kennen, da war er 10 Jahre alt.
Vielleicht versuchst du es auch mal mit der Selbstreflektion. Und was mir noch einfällt. Struktur ist wichtig. Also Planungsarbeit. Und liebe dich selber, plane Zeit für dich alleine ein. Sich selber belohnen ist auch eine wichtige Strategie.
Ich hoffe, du kannst was damit machen. ;)
Nope
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Re: Alleinerziehend mit ADHS

Beitrag von Nope » 20. April 2017 10:23

Guten Chaoslotta und alle Anderen,

ich war jetzt länger nicht im Forum und schreibe trotzdem mal was an Dich. Ich bin auch alleinerziehend, allerdings in der komfortablen Situation, dass mein Sohn (5) immer eine Woche bei mir und eine Woche bei seinem Vater lebt. In der Woche in der er bei mir ist, ist mein Stresslevel total hoch und wenn er wieder weg ist nutze ich die freie Woche zum abhängen und komme nicht aus den Puschen. Mein Sohn hat keine ADHS-Diagnose. Dennoch hält er mich ziemlich auf Trab weil er ständig in Bewegung ist und viel redet und fragt und mich enorm fordert. Vielleicht ist das ja auch nur meine Wahrnehmung aber ich finde die "Kinderwoche" echt anstrengend. Und dann bin ich auch noch so ne Perfektionistin und bin ständig am aufräumen und putzen.... Wenn ich dann meine depressiven Phasen habe, dann fühle mich ich oft so, als wenn mich alles überwältigt und das Leben ne sinnlose Quälerei ist. Gottseidank gibt's dann aber wieder diese fast schon manischen Phasen :D
Ich habe bisher Medikinet genommen, werde aber jetzt auf Strattera eingestellt weil unter dem Medikinet mein Blutdruck immer so hoch ist. Welche Erfahrungen hast Du denn mit Strattera gemacht? Ich hoffe sehr, dass das meine impulsiven Ausbrüche und Stimmungsschwankungen etwas nivelliert :?
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