Morgens aufstehen

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Antworten
chihuahua
Pagemaster
Beiträge: 72
Registriert: 27. Juni 2009 13:16

Morgens aufstehen

Beitrag von chihuahua » 5. Dezember 2016 11:22

Hallo Ihr Lieben,

ich war ja lange nicht aktiv hier. Ich habe folgendes Problem. Wenn ich Frühschicht arbeiten soll, muss ich um 8:00 auf der Arbeit sein. Dafür müsste ich vor 7:00 losfahren. Ich schaffe es jedoch nicht, vor 7:00 aus dem Bett. Ich nicke immer wieder zu tief weg. Selbst wenn ich mir den Timer immer auf eine Minute stelle - Dank Siri geht das gut - bin ich nicht vor 7:00 so wach, dass ich aufstehen kann.

Gibt es Tricks Tipps, was macht ihr, um morgens die Biouhr zum Aufwachen zu bewegen? Medikamente nehme ich nicht. Damals als mir mal opipramol aufdedrückt wurde, kam ich morgens leichter raus. Chemie will ich aber nicht.
Benutzeravatar
Chaos-Weib
Foruminventar
Beiträge: 595
Registriert: 25. Oktober 2010 12:05
Alter: 32

Re: Morgens aufstehen

Beitrag von Chaos-Weib » 5. Dezember 2016 15:12

Hallo chihuahua,

ich tu mir mit dem Aufstehen auch recht schwer. Aber ich mache es so: Ich habe 4 Wecker zu Hause und wenn die morgens scheppern, dann muss ich durch meine ganze Wohnung (ok, so groß ist die nicht) laufen und alle Wecker ausmachen. Danach trinke ich Cola oder wenn es ganz schlimm bzw. früh ist nehme ich eine halbe Koffeintablette. Ich setze mich zum Frühstück nicht hin, weil sonst die Gefahr besteht, dass ich einnicke.
Früher habe ich es auch so gemacht, dass ich mir einen Wecker ein halbe Stunde früher gestellt habe und Cola oder Koffeintablette genommen habe und nach 30 Minuten haben dann die anderen Wecker geschellt.

Wenn das Koffein für dich nicht in Frage kommt, weil du ja keine Chemie magst. Dann fällt mir noch ein, dass du evtl. nachdem du die ganzen Wecker ausgemacht hast (falls das für dich in Frage kommt) gleich eine eiskalte Dusche nimmst. Davon soll man angeblich wach werden (bei mir funktioniert es nicht, aber du kannst es ja trotzdem mal ausprobieren).

Viel Erfolg beim Aufstehen morgen
Eule
Foruminventar
Beiträge: 2680
Registriert: 30. Oktober 2010 00:35
Wohnort: auf einem windigen Hügel bei Köln
Alter: 48

Re: Morgens aufstehen

Beitrag von Eule » 6. Dezember 2016 11:24

In Zeiten vor Diagnose und Medis auch jede Menge Koffein und schnell verfügbarer Zucker - ich brauchte morgens mindestens 3 große Pötte nicht zu dünnen Kaffee mit Milch und Zucker, um in die Gänge zu kommen. Bei der langen Anreise die du hast: Erste Tasse zuhause trinken, und einen "Travelbecher" / commuter mug für unterwegs voll machen - ich habe seit Jahren eine zwar sauteure aber sehr sinnvolle, die auf Knopfdruck entriegelt, und beim Loslassen wieder verriegelt, so dass ich in meinem Chaoshirn das nicht vergessen kann wenn ich beim Autofahren wieder abstelle oder sie in den Rucksack zurückräume nachdem ich was getrunken habe. Seit ich Medis habe brauche ich allerdings sehr viel weniger Kaffee um das Gefühl zu haben wach zu sein.

Außerdem hilft Licht.

Zum einen habe ich seit einigen Jahren einen Lichtwecker (Das Ding ist phänomenal, auch wenns teuer war), zum anderen unterstütze ich das auch in dem Moment wo der Wecker tobt per Griff zum Lichtschalter (ich komme vom bett aus an den Schalter für die Deckenbeleuchtung) um es so hell wie möglich zu machen. Gerade jetzt im Winter mit den späten Sonnenaufgängen oder oft auch nebelgrauen Tagen ist das wichtig - zum einen stehe ich auf sobald ich halbwegs gerade aus den Augen schauen kann, was ich mit viel Licht besser schaffe als ohne, und ich schalte so lange bis tatsächlich das Sonnenlicht in die Räume scheint wo ich herumwusele auch sämtliche Lampen an denen ich vorbeikomme ein, um es möglichst hell zu bekommen. Die erste Stunde nach dem Aufstehen soviel Licht wie möglich verbessert meinen Start in den Tag erheblich. Wenn du keinen Lichtwecker hast/haben willst oder erst mal "preiswert" ausprobieren willst ob es dir was bringt: Stehlampe oder sonstige Lampe im Schlafzimmer mit Zeitschaltuhr betreiben für den ersten "Schubser", und dann angewöhnen dass die erste Amtshandlung sobald du es schaffst mehr als ein halbes Auge zu riskieren eben das einschalten aller verfügbaren Lampen und das aufstehen sein muss.

Der Hintergrund ist dass helles möglichst tageslichtähnliches Licht (bloß keine Tranfunzeln/Schummerbeleuchtung!) dazu führt dass die Produktion des Schlafhormons Melatonin zurückgefahren wird und stattdessen die von Serotonin hochgefahren wird. Drauf gekommen bin ich weil mir irgendwann auffiel wieviel besser ich im Sommer früh hochkomme, oder welchen Unterschied es macht wenn ich anders als seit ewigen Zeiten gewohnt in einem Raum schlafe der vollständig verdunkelt ist durch Rolläden (ich habe immer nur Vorhänge gehabt, die natürlich nicht perfekt lichtdicht sind, so dass ich das Hellwerden immer bemerke). Als ich vor einigen Jahren öfter bei meinem damaligen Freund dessen Wohnung Rolläden hatte übernachtet habe, bemerkte ich dass ich morgens durch das fehlende Licht noch viel mehr Startschwierigkeiten als ohnehin schon hatte und buchstäblich kaum fähig war die Augen zu öffnen, wenig sozialkompatibles Herumgebrummel inklusive.

Auch hilfreich: Morgendliche Pflichten wie Kinder/Haustiere die versorgt werden müssen - meine Katze hört meinen Wecker und ist der Meinung dass es nicht akzeptabel ist wenn ich nachdem er angefangen hat zu dudeln länger als 15 bis 20 Minuten noch liegenbleibe, oder gar es wage sie zu ignorieren. Madame lässt sich zwar durchaus auf einige Minuten streicheln oder schmusen ein - aber dann ists auch gut, und sie hüpft demonstrativ maunzend los Richtung Küche und Futternapf, oder beginnt irgendwelchen Unsinn zu machen wie Krallen schärfen an einer Stelle wo ich das nicht möchte, so dass ich aufstehen muss um sie von dort zu vertreiben. Ich nehme zwar an dass dein Sohn aus dem Alter für ähnlich nachdrückliche Mama-Weck-Aktionen raus ist - aber vielleicht kannst du das ja mit mütterlichem Pflichtgefühl kompensieren ;)

Mit dem Versuch mir morgens durch Licht auf die Sprünge zu helfen, fiel mir dann auch auf, dass Schlummertasten gar nicht gehen - maximal 2mal 5 Minuten, passend zur Raubtier-Morgenbegrüßung, dann muss ich wirklich in Bewegung kommen. Das ist eine der wenigen Situationen wo ich ganz klar sagen kann dass aufschieben die Sache nur schlimmer macht und mich Nerven und Kraft kostet. Jede Minute Klingeln: Wäre für mich zuviel - an dauernd vorhandene Geräusche gewöhne ich mich erschreckend schnell. Und im morgendlichen Tran ist Gedudel im Minutentakt etwas das ich als "durchgehend" wahrnehmen würde. Beim Handy als Wecker hilft es auch, in dem Moment wo man den Weckton nicht mehr hört weil man sich dran gewöhnt hat, einen neuen Ton zu wählen. Besonders wenn ich einen "Nervton" wähle ist es für mich wichtig dass ich das Ding vom bett aus erreichen und ausschalten kann - Störgeräusche am frühen Morgen für deren Abschaltung ich zwangsweise das Bett verlassen muss (ich kenne Leute die sich so zum Aufstehen zwingen) selbst wenn ich grad noch nicht weiß welcher Fuß der richtige zum Aufstehen ist, machen mir richtig schlechte Laune.
Antworten

Zurück zu „ADHS - Allgemein*“