Emotionen/ Gefühle

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Jules
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Emotionen/ Gefühle

Beitragvon Jules » 5. Oktober 2016 16:40

Hallo ihr Lieben,
mich würde mal interessieren ob und wie ihr eure Emotionen wahrnimmt. Ich habe oft Probleme dabei zu identifizieren was für ein Gefühl gerade in mir brodelt. Oft ( vor allem bei Trauer) weiß ich nicht warum ich mich so fühle. Ich fühle sehr intensiv, mit dem ganzen Körper. Bei Trauer z.B. fühle ich mich als müsste ich mich übergeben, fühle mich müde und ausgelaugt. Als würde ich gleich in Ohnmacht fallen. Wenn ich mich verliebe ( was selten vor kommt) dann von null auf hundert und auch sehr intensiv. Ich habe das Gefühl, dass ich entweder abgestumpft bin und kaum etwas empfinde oder halt sehr intensiv.
Hat das mit der Impulsivität zu tun?
Inzwischen habe ich daraus gelernt und nehme mir, vor allem die negativen Emotionen, nicht mehr so sehr zu Herzen.

Wie geht ihr mit euren Emotionen um?:)
Viele liebe Grüße
Jules <3
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Maya18Max
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Re: Emotionen/ Gefühle

Beitragvon Maya18Max » 5. Oktober 2016 17:38

Hallo Jules,

ADHS ist die besondere Welt der Gefühle. Man lebt immer im extremen. Ob Positiv oder Negativ.

Ganz deutlich sehe ich es immer, wenn ein "Haufen" (vermeintlicher) Adhsler unter sich ist. Was da gelacht wird.... In einer Intensität, das versteht kaum ein anderer. *zwinker*

Ich seh es positiv, die schönen Momente erleben wir viel intensiver wie andere Menschen. Das negative kann ich auch nicht immer ausblenden. Aber so wie du schon gemerkt hast und gelernt hast damit umzugehen.

Lg Maya
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
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Roosvelt
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Re: Emotionen/ Gefühle

Beitragvon Roosvelt » 5. Oktober 2016 20:42

Hallo Jules,

bei mir ist es auch so. Ich habe keine ADS Diagnose für mich (meine Tochter ist ADSlerin) aber ich bin wahrscheinlich auch betroffen.
Mir geht es immer extrem gut oder extrem schlecht. Super zufrieden oder tief enttäuscht. Fasching Laune oder Trauer Laune. Normal Zustand kenne ich nicht.

Liebe Grüße,
Charlie
Mist! Ich habe mein Einhorn im Raumschiff vergessen :o
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Re: Emotionen/ Gefühle

Beitragvon laetitia » 5. Oktober 2016 21:24

Hi Jules

Ich finde das mit den Emotionen auch immer wieder eine Herausforderung. Irgendwie nehme ich gut wahr, was andere fühlen, aber wenn du mich selbst fragst bin ich dann irgendwie ratlos. Wie fühle ich mich denn? Naja, gut und schlecht und irgendwie nicht ganz bei mir aber doch irgendwie nicht so schlimm um ein Drama daraus zu machen...meistens.

Dann bin ich auf dem Weg irgendwohin und während ich diese toten Zeiten habe, wo ich warten oder mit der Bahn irgendwohin fahren muss, beginnen sich meine Gedanken zu verselbstständigen und plötzlich geht die ganze Welt unter, ist jeder Moment eh sinnlos, frage ich mich, warum ich überhaupt noch unterwegs bin und ob es einen Unterschied macht, wo ich gerade hin gehe etc...

Wenn ich frei habe, überfallen mich solche Momente auffällig oft. Das sind die Momente, wo ich mir überlege, ob ich in Behandlung gehen sollte...aber eben, diese Momente gehen vorüber und dann ist alles wieder gut...deshalb weiss ich auch nie so wirklich, wie ernst ich diese Gefühle nehmen soll. Oder sagen wirs mal so. Wenn ich klar weiss, ich bin traurig oder wütend, dann schon, dann nehme ich diese Gefühle ernst und versuche zu verstehen, was dahinter steckt. Ob es einen Grund dafür gibt und was ich in dem Moment brauche und ob ich dieses Bedürfnis gerade stillen kann. Aber all das diffuse und nicht wirklich benennbare...da bin ich manchmal auch Ratlos.
Jules
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Re: Emotionen/ Gefühle

Beitragvon Jules » 6. Oktober 2016 07:56

Hey Laetitia,
das mit dem verselbstständigen der Gedanken kenne ich auch gut! Bei mir ist es wie eine kleines böses Männchen dass mich richtig fertig macht. Inzwischen kann ich ganz gut unterscheiden zwischen ernst zu nehmenden Gefühlen und Gedanken und solchen die mich nur fertig machen. Ich hatte aber auch viele Jahre damit zu kämpfen und Depressionen deswegen und ich habe sehr darunter gelitten. Meine Therapeutin hat mir sehr dabei geholfen, deswegen kann ich das aus meiner eigenen Erfahrung heraus nur weiterempfehlen, sich in Behandlung zu begeben. Der Leidensdruck ist natürlich bei jedem unterschiedlich, aber es hilft ungemein, wenn man weiß wie man damit umzugehen hat :)

Bei mir ist es auch früher oft so gewesen, dass immer alles zusammen raus kam ( vor allem bei den negativen Emotionen) und mir dann erst die vielen kleinen Dinge auffielen die mich störten.

Leider habe ich nicht so viel Kontakt zu anderen ADSlern um da einen Vergleich zu ziehen.

Auch noch eine andere Frage:
Ich liebe meine Familie und Freunde und treffe mich gerne mit ihnen, aber mein Bekanntenkreis ist ziemlich groß und es fällt mir schwer jedem gerecht zu werden. Daher habe ich immer nur Phasenweise Kontakt habe, weil es mich extrem anstrengt. Geht es euch auch so?

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