Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

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Hanghuhn
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon Hanghuhn » 12. Juli 2016 12:30

Oh, es handelt sich nicht um junge Leute, die in dem Haus, in dem Du wohnst, Rabatz machen, sondern um die Laufkundschaft umliegender Kneipen. Na, dagegen ist kein Kraut gewachsen. Doch eigentlich müssten dei Kneipenwirte mit in die Verantwortung genommen werden. Alles können sie nicht verhindern, aber manches schon. Aber Du selbst hast da gar keine Chance.

Was hast Du denn studiert? Du musst doch Interessen gehabt haben. Du musst doch Fähigkeiten haben, die Dich für mehr als Hilfsarbeiterjobs befähigen.
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BarryWhite
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 13. Juli 2016 04:53

Abitur, Studium, vergiss es… Wie aus einem anderen Leben. Als wäre es nie gewesen.
Meine kognitiven Fähigkeiten haben stark abgenommen und ich habe extremen Gedächtnisschwund. So extrem, dass es eigentlich offensichtlich ist, dass die Hirnaktivität beeinträchtigt ist. Ich habe schon etliche Jobs, bzw. Einsätze, aus denen sich eine gute und vernünftige Festanstellung ergeben hätte, genau aus diesen Gründen verloren. Mangelnde Selbstorganisation, mangelnde Konzentration und eben dieser extremer Kurzzeitgedächtnisschwund. Daher auch die Aussage, dass man mich jeden Tag wieder neu anlernen muss. Und darauf hat natürlich niemand Bock. Meine Aufzeichnungen, die ich dann mit Hochdruck hinkrakele, kann ich dann auch nicht mehr lesen. Das habe ich mir eigentlich bei jedem Einsatz geschworen. „Brems die Leute aus, sag halt und stopp. Sei beharrlich, so dass Du Sie zu Aussagen, Informationen zwingst, die Du dann fein säuberlich, lesbar und für alle Zeiten wieder abrufbar, aufschreibst. Pass Dich auf gar keinen Fall ihrem Turbotempo an, sondern zwing Sie dazu, die Informationen der Einarbeitung portionsweise, nachvollziehbar und verständlich an mich weitergeben.“ Und was mache ich? Jedes Mal, das Gleiche, die Leute fluten mich mit Informationen, die ich dann irgendwo hinkliere (ich verschlucke immer die letzten Silben, weil mich irgendetwas hetzt. Die Leute hetzen und ich Penner passe mich natürlich dem allgemeinen Schwachsinn an) und dann nicht mehr entziffern/lesen kann. Ja, irgendwann lerne sogar ich wie man das macht: weiße Rechnung da, gelber Lieferschein dahin, dreimal gestempelt, ins Fach A, Kurierdienst X nur von 08:00 – 12:00, Zollanmeldung, T-1 so und so ….[]…. aber erst nach sehr, sehr langer Zeit und erst nachdem ich den gleichen Fehler nicht dreimal, sondern zehnmal begehe. So viel Geduld hat natürlich niemand. Ich könnte sehr viel über einen sehr qualvollen beruflichen (eigentlich kein Beruf, sondern nur Job zum Überleben) Leidensweg schreiben, möchte aber nicht so viele Details preisgeben, da in diesem Forum jeder Außenstehende ebenfalls mitlesen kann.

Thema Lärmbelästigung! Das scheint in Großstädten ein Trend zu sein. „Cornern“ als neue Mode. Jugendliche hängen nachts mit der Pulle Bier auf öffentlichen Plätzen herum und lärmen bis in die Morgenstunden. Hier am Neuen Pferdemarkt sogar so extrem, dass sie es in die Lokalschlagzeile der BILD-Zeitung geschafft haben. Die Wirte beklagen sich, dass die besoffenen Jugendlichen nur zum pinkeln ins Lokal kommen und für die Einwohner, die irgendwann einmal Schlaf brauchen, eine Tortur. Einige Anwohner werfen mit rohen Eiern auf die Meute, weil sie sich aus lauter Verzweiflung nicht mehr zu helfen wissen. Bringt dann aber noch mehr Aggression ins Spiel. Neulich wurde ein Fußballspieler durch einen Messerstich verletzt. Jugendliche „cornern“ vor seinem Haus. Er bittet sie, etwas leiser zu sein. Daraus entsteht ein Konflikt mit anschließender Messerstecherei. Die Bezirksverwaltung hat keinerlei rechtliche Handhabe und die personell unterbesetzte Polizei keine Kapazitäten und Möglichkeiten. Also aushalten oder wegziehen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon laetitia » 13. Juli 2016 11:06

BarryWhite

Also eines kannst du jedenfalls SEHR gut. Schreiben! Wirklich! Stil und Grammatik, einwandfrei. Muss man dich da auch jeden Tag anlernen ;) ? Ich gehe mal davon aus, dass du auch gern schreibst, kann das sein? Was machst du sonst noch gern? Mal ganz ohne den Gedanken an irgendwelche Jobs die es gibt? Hast du in einem Gebiet ein spezielles Interesse? Vielleicht Pflanzen und Tiere (einfach mal aus deiner Vorliebe für ländliche Gegenden schliessend)? Besondere Steine, Vulkane etc?

Und noch eine andere Frage. Nimmst du Medis?
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Hanghuhn
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon Hanghuhn » 13. Juli 2016 23:13

Dir geht es wie vielen ADSlern. Weil Du anders denkst, brauchst Du anfangs mehr Zeit als die meisten Anderen. Weil es so fixe Tausendsassas gibt, die zwar unvollständig, aber schnell irgend ein Ergebnis hinlegen können, wird deren Zeit als Maßstab für weitere Aufgaben angenommen. Perfektion gilt als unnötiger Luxus.

Wenn Du da tempomäßig nicht mithalten kannst, kriegst Du Aufgaben, für die Du weniger denken musst. Aber als Erstes musst Du mal wieder die Anleitungen Deiner Einarbeiter aufsaugen. Weil die sich überhaupt nicht mehr vorstellen können und wollen, dass man auch für das "Aufsaugen" Zeit braucht, auch Zeit zum Setzenlassen, rattern sie einfach nur ihr Zeug 'runter, Hauptsache alles gesagt.

Wenn man das nicht in der vorgegebenen Zeit hinkriegt, ist man schon als doof abgestempelt, bevor man überhaupt die Chance hatte, eine gewisse Routine zu entwickeln. Deine wahren Fähigkeiten gehen dabei unter. Danach wird erst gar nicht gefragt, es macht sich keiner Gedanken darüber, dass da mehr sein könnte.
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon Psychotic_Black_Rabbit » 14. Juli 2016 00:14

Hanghuhn hat geschrieben:Dir geht es wie vielen ADSlern. Weil Du anders denkst, brauchst Du anfangs mehr Zeit als die meisten Anderen. Weil es so fixe Tausendsassas gibt, die zwar unvollständig, aber schnell irgend ein Ergebnis hinlegen können, wird deren Zeit als Maßstab für weitere Aufgaben angenommen. Perfektion gilt als unnötiger Luxus.

Wenn Du da tempomäßig nicht mithalten kannst, kriegst Du Aufgaben, für die Du weniger denken musst. Aber als Erstes musst Du mal wieder die Anleitungen Deiner Einarbeiter aufsaugen. Weil die sich überhaupt nicht mehr vorstellen können und wollen, dass man auch für das "Aufsaugen" Zeit braucht, auch Zeit zum Setzenlassen, rattern sie einfach nur ihr Zeug 'runter, Hauptsache alles gesagt.

Wenn man das nicht in der vorgegebenen Zeit hinkriegt, ist man schon als doof abgestempelt, bevor man überhaupt die Chance hatte, eine gewisse Routine zu entwickeln. Deine wahren Fähigkeiten gehen dabei unter. Danach wird erst gar nicht gefragt, es macht sich keiner Gedanken darüber, dass da mehr sein könnte.

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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 14. Juli 2016 05:39

@Psychotic_Black_Rabbit: Danke für den YT-Link!

@Latitia: Stimmt auffallend! Ich schreibe sehr gerne und exzessiv. Von Sachtexten bis hin zum Kreativen Schreiben.

Und ja, es gibt etwas sehr Erfüllendes! Das knackige Leben im Felde und die guten alten DURCHSCHLAGEÜBUNGEN. Für alle, die mit Körper & Seele klar kommen wollen und auf Therapie, Medikation, etc. verzichten möchten. Also Stiefel geschnürt, Jägerrucksack gepackt und ab in ein unbekanntes Einsatzgebiet. Die Truppenübungsplätze Munster und Bergen-Hohne in der Lüneburger Heide, der Harz, die Rhön, ein dichtbewachsene Zone im Mittelgebirge, oder bei Euch in der Schweiz das Hochgebirge, etc. Der völlige Verzicht auf technische Hilfsmittel. Kein Handy, GPS und den ganzen neumodischen Quatsch. Also nur der Urmensch, der Homo sapiens und seine degenerierten Sinne. Idealerweise auch ohne Nahrung – also kein Snickers in den Taschen verstecken – denn erst Hunger, Entbehrung und starke körperliche Anstrengung machen den Kopf klar. Der Mensch muss in einer ihm unbekannten natürlichen Umgebung klar kommen und Dinge tun, die er normalerweise nicht macht. Sehen und Hören bei Nacht. Ihr werdet sehen, wie scharf die Sinne auf einmal werden und wie unsere Augen versuchen, schwaches Restlicht zu verwerten, ihr werdet die nächtlichen Geräusche im Wald hören und sie zu deuten versuchen. Alles Dinge, für die wir, also der Homo sapiens damals perfektioniert wurde. Als ausdauerndes Lauftier und Jäger in der kleinen Gruppe. Also nicht mit Artgenossen in einem stickigen Büro aufgestallt zu werden und bei Sauerstoffmangel und aufgedrehter Heizung (perverser und abartiger geht es eigentlich nicht) mit Geschrei und Gezeter eine Reihe widernatürlicher Dinge zu tun, für die ich zumindest nicht geschaffen wurde. Gut wir leben nicht mehr wie unser Vorfahr „Ötzi“, der mit seinen Jagdwaffen und einem kleinen Vorrat Getreidekörner mit seinem kleinen aber ungemein sehnigen und abgehärteten Körper auf einem Hochgebirgspass unterwegs war. Übrigens „Ötzi“ war der Gejagte, in seinem Körper steckten mehrere Pfeilspitzen!!!
Wir sind natürlich auch nicht mehr die abgehärtete Kriegsgeneration 1924, die noch so gut wie alles zu Fuß gemacht hatte und im Weltkrieg unter schlechtesten Bedingungen in Gewaltmärschen unglaubliche Strecken zurücklegte. Wir sind verwöhnte Großstadtmenschen (geworden leider), die anstatt im Park Fußball zu bolzen, lieber dickärschig auf dem Sofa liegen und chipsfressend Bundesliga gucken.

Zurück zu den Durchschlageübungen. Es geht darum, den Inneren Schweinehund zu überwinden und mit Natur und Wetterumschwüngen klar zu kommen. Auf Sonnenschein folgt Hagel oder drei Tage lang Dauerregen. Ein Zelt brauche ich nicht, ins Unterholz kriechen, Hauptsache wind- und nässegeschützt, die ganze Nacht durchmarschieren (wie im modernen Krieg: nachts wird gekämpft und marschiert, tagsüber regungslos im Gruppennest herumliegen und beobachten) und dann die Morgendämmerung erleben. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn es der starr geforene Körper sich langsam wieder erwärmt.

Etwas Schöneres gibt es einfach nicht, als wieder einmal den nächsten Tag erlebt zu haben!

Man muss Körper & Geist davon ablenken für unnötiges Zeugs wie Depressionen, Schlaflosigkeit etc. weiter Energie zu verschwenden. Sondern nur für das, für das wir ursprünglich mal geschaffen wurden: nämlich fürs nackte ÜBERLEBEN und sonst gar nichts! Der Körper muss kapieren: jetzt geht es um die Wurscht! Und ihr werdet sehen, wie sich Euer Organismus auf diese tatsächliche und reale Bedrohung einstellt. Nämlich mit Adrenalinausschüttung (höchste Konzentration aufs Überleben und sonst gar nichts!!) und Mobilisierung von Energiereserven…die Füße, die dann mechanisch weiter marschieren.

Für einen jungen athletischen Menschen (bin ich leider nicht mehr und der ELK ist wirklich hammer-, hammerart!!!) gibt es natürlich die Möglichkeit des EKL – Einzelkämpferlehrgang im bayrischen Altenstadt am Lech
https://www.youtube.com/watch?v=CnDJlZQOdk4
Einzelkämpfer ist völlig irreführend, denn alles was zählt, ist die Gruppe und sonst gar nichts. Die Gruppe muss durchkommen oder keiner! Gruppe = Kleine Kampfgemeinschaft, nach gemeinsamen Entbehrungen und Strapazen dann natürlich ein eingeschworener Haufen. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen verletzten/verwundeten Kameraden allein in der Scheiße zu lassen. Bei der Fallschirmjäger- oder Fernspähertruppe eine Todsünde. Wenn ein Kamerad „abkackt“, zusammenbricht, nicht mehr kann, dann muss der kräftigste Mann der Gruppe zusätzlich zu seinem Rucksack auch noch den auf die Schulter nehmen und vier Kameraden tragen den Verletzten auf einer Holztrage in einer unmenschlichen Strapaze i.d. nächsten Verfügungsraum.
Aber wie gesagt ELK ist absoluter Hardcore und natürlich nicht jedermanns Sache. Es ist hochinteressant, wie sich physischer und psychischer Stress auf die Gruppe der Kleinen Kampfgemeinschaft auswirkt. Natürlich ist nicht Friede, Freude und Eierkuchen, wenn die Männer durch ständigen Feuerüberfall von Jagdkommandos, dann wieder durchs Unterholz gehetzt, Biwak gebaut, muss panikartig eingerissen werden, weil plötzlich ein feindliches Jagdkommando das Feuer eröffnet, durch den Wald rennen, Gewässer und Schluchten überwinden, sich irgendwo abseilen müssen und wenn der absolute Tiefpunkt gekommen sind, den Befehl erhalten, Spähtrupp zu laufen, --- die Nerven bis zum Äußersten gespannt sind und es naturgemäß knallen muss. Es kommt zwangsläufig zu Konflikten, immerhin sind die Männer völlig im Arsch. Es sind dann nur Kleinigkeiten und sie explodieren. Wer soll in einer Krisensituation führen? Der Unteroffizier als befohlener Gruppenführer oder vielleicht doch eher der rangniedere Gefreite, der aber in einer absoluten Stresssituation die besseren Nerven und die besseren Führungseigenschaften hat? Immerhin es geht um Leben und Tod. Zählt der Rang und der Unfähigere führt – die Gruppe schlimmstenfalls in den sicheren Tod oder besser der Gefreite, der weiß, wie er die Jungs wieder nach Hause bringt.

Ich weiß das sind absolute Extremfälle, mit denen wir normalerweise nicht in Berührung kommen oder besser gesagt kommen müssen. Denn machen wir uns nichts vor. Wer hat bei einem unvorhergesehenen Ereignis, Flugzeugabsturz, etc., die besseren Karten, die Coach-Potatoe oder der Waldläufer? Aus diesem Grund will ich wieder ein Waldläufer werden, um mit mir und meiner Umgebung ins Reine zu kommen.
Ich werde das demnächst wieder machen. Rucksack aufnehmen und dann ab für ein WE in den Harz – macht bei Eisregen durch das Okertal natürlich viel mehr Spaß –mach aber lieber den „Warmduscher“ und drei Tage lang durchmarschieren. Dann hat man sich das ERDINGER-Weißbier und den Discofox (ohne Tanzmäuse ;-) auch verdient – oder einfach nur 12 Stunden auf einem richtigen Bett durchpennen.

@Hanghuhn: Wie wahr! Die Einarbeitungsphase ist der kritischste Prozess beim Start eines neuen Einsatzes/Arbeit überhaupt. Davon hängt so ziemlich alles ab. Je besser und einprägsamer, desto schneller kann der Neue sein neues Aufgabengebiet übernehmen. In der heutigen Zeit ist diese Zeit meistens nicht da. Beispiel: der alte Stelleninhaber ist nur noch 3 Tage da und muss dem Neuen mit Hochdruck alles einbläuen, damit dieser dann selbstständig und erfolgreich übernehmen kann. Es ist nicht einmal bösartig gemeint, dass dies alles so hektisch vollzogen wird, allein dem Tempo der modernen Arbeitswelt geschuldet. Wenn es dann keine schriftlichen Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen der Abläufe, etc. – im Idealfall gibt es das, also exakte Rezepturen wie man was zu erledigen hat – dann habe ich verloren. Irgendwann ist die alte Person dann weg, es läuft vielleicht gut und zum Monatsabschluss bricht die Flut der Probleme dann möglicherweise wie ein Tsunami über einen ein. Dies und das offensichtlich doch nicht verstanden, dieser oder jeder Vorgang dann mit Volldampf gegen die Wand gefahren und jetzt ist die Kacke am dampfen. Der Vorgänger ist nicht mehr da, denn man dann fragen kann. Fazit: Dinge, Abläufe falsch eingeprägt, keiner merkt’s und irgendwann knallt es. Dann aber richtig. Wieso, warum, warum haben Sie denn nicht nachgefragt. Dieses Drama hat sich bei mir unzählige Male wiederholt und ich habe dadurch richtig gute Arbeitsstellen verloren, die mir jetzt einen gesicherten Job mit EUR 40.000,- beschert hätten. Das Argument „Das habe ich Dir doch jetzt schon dreimal erzählt!“ zieht nicht, weil weg ist weg. Ich mache das ja nicht aus Böswilligkeit oder Desinteresse, sonder es ist einfach WEG!!! Fertig und Aus. Ja, es ist für beide eine beschissene und ungemein kraftraubende Zeit. Für den Lernenden, weil er so viel Neues innerhalb kürzester Zeit aufnehmen, verarbeiten und sortieren muss und für den Lehrenden, weil es sich anstrengen muss, den Stoff dem Neuen beizubringen und natürlich das Tages-/Projektgeschäft natürlich munter weiter läuft. Und nur weil ich eben nicht darauf bestanden habe: BRING MIR DAS JETZT VERDAMMT NOCHMAL BEI!!! DU BLEIBST JETZT HIER SO LANGE SITZEN BIS ICH DIE SCHEISSE KAPIERT HABE!! Nein, ich war gnädig mit den Leuten. Dreimal erzählt und dann habe ich sie freigelassen. Einfach auch nur deswegen, weil ich aus Selbstschutz meinen geringen Gedächtnisspeicher vor Überflutung schützen wollte. Genickt und zu allem Ja und Amen gesagt. Okay, alles klar, passt schon, verstanden, läuft. Läuft natürlich nicht. Ich mache Fehler, weiß gar nicht wieso – Scheiße, habe ich mir doch irgendwo aufgeschrieben – die Fehler werden schlimmer, potenzieren sich, es knallt und dann war’s das mal wieder.
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon laetitia » 14. Juli 2016 12:31

Hm...also wie ich aus deinen Zeilen herauslese, bist du strikte gegen Medis, ist das so? Wenn ja, denke ich, ist ein gewöhnlicher Job eh nichts für dich. Jedenfalls mit der Ausprägung deiner Aufmerksamkeitsprobleme. Ich frage mich auch, ob du dich auf die Dauer überhaupt wohl fühlen würdest in so einem Job? Mir kommt aus deinen Zeilen ganz viel Enthusiasmus und Leidenschaft entgegen, die du in einem Büro zum Beispiel nie ausleben könntest. Vielleicht ist diese Abenteuerlust auch eine art der Kompensation...das weisst du besser als irgendjemand sonst. Aber...

...warum nicht für den nächsten Urlaub eine solche Abenteuerreise planen, Notizbuch mitnehmen und deine Erlebnisse niederschreiben. Könnte sicher ein spannendes Buch daraus werden, zum Beispiel...oder ein Blog...Ev. könntest du ja auch Abenteuerwochenenden oder Freizeiten anbieten, da gibt es sicher Leute, die sowas auch gern machen würden, aber jemanden brauchen, der das anreisst und organisiert. Bergführer werden? Jäger? Forstwart?

OK, sind einfach so Gedanken...die du nicht unbedingt ernst nehmen musst...ausser...manchmal entsteht ja etwas Tolles aus dem kleinen Gedanken, der sich irgendwie immer mehr aufdrängt und heisst: "...hm...warum nicht...?"

Und öhm, ist vielleicht zu spät jetzt, aber falls du mal wieder an einem Job bist, wo dir jemand etwas erklären musst etc. könntest du das auch mit dem Handy aufnehmen. Natürlich nur, wenn die Person einverstanden ist. Und dann bei Bedarf abhören.
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Hanghuhn
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon Hanghuhn » 14. Juli 2016 23:13

laetitia hat geschrieben:..., aber falls du mal wieder an einem Job bist, wo dir jemand etwas erklären musst etc. könntest du das auch mit dem Handy aufnehmen. Natürlich nur, wenn die Person einverstanden ist. Und dann bei Bedarf abhören.
:!:
Gute Idee!
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 15. Juli 2016 05:34

Die Aufnahme von gesprochenen Erklärungen wäre natürlich eine Option ganz klar.
Na ja, mit den Grünen Berufen ist das so eine Sache. Ich bräuchte wirklich einmal eine kompetente Beratung, was in meinem Alter und meinen Skills überhaupt noch möglich ist und Aussicht auf Erfolg hat.
Ich bin mit großer Begeisterung Reservist der Bundeswehr. Ich alter Knochen wollte es noch einmal wissen. Im Felde, auf der Schießbahn, etc. Und ja, es hat mir enorm viel gegeben.
Ja, ich hatte diese starken Erlebnisse auf einer Durchschlageübung im Januar dieses Jahres.
Es war das absolute Schlüsselerlebnis, geradezu eine Offenbarung.
Scheiße, was war ich im Arsch!!! Ich war so dermaßen im Arsch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Hatte im Wald nur noch Halluzinationen, sah im Nebel schemenhaft irgendwelche Silhouetten russischer Spähtrupps, die sich langsam über die Wege schleichen. Wahnsinn! Ja, natürlich war das beschissen, ich hatte nicht gepennt, nichts gegessen – weil ich auf den Spatengang im Wald verzichten wollte, Blödsinn, bei den Strapazen hatte der Körper eh alles mobilisiert – oft dachte ich nicht, dass ich da noch durchkommen würde. Aber irgendwann kam der nächste Morgen, es klarte sich langsam auf, die ersten Sonnenstrahlen wie ein Gebet an eine höhere Kraft und Leute, ich sage Euch, so etwas Erhabenes lässt sich einfach nicht beschreiben, man muss es selbst erlebt haben. Natürlich übertreibe ich mit meiner „naturromantischen Ader“ stark aber ich hatte das in dem Moment so empfunden. Ist natürlich nicht jedermanns Sache.

Habe von Söldnern (Österreicher, Holländer, Amerikaner) gelesen, die mit der kurdischen YPG-Miliz in Syrien/Irak oder mit ukrainischen „Freischärlern“ bei Debalzewo oder Donbass kämpfen. Alles junge Burschen, ehemals Berufssoldaten, die mit dem Zivilleben nicht klar kamen, in Beruf und Beziehung gescheitert sind und bei der Truppe etwas gesucht haben, was sie im normalen Leben niemals gefunden hätten. Etwas, was sich erst im Dreck des „Schützengrabens“ und der Hoffnungslosigkeit des modernen Krieges offenbart. Sicherlich wird das von Euch niemand verstehen können, ruft nur Abstoßung und Verachtung hervor. Aber es gibt diesen Menschenschlag, der für das normale Leben in einer ungeordneten, ziellosen und degenerierten Zivilgesellschaft einfach nicht gemacht ist. Den dieses Leben krank und aggressiv macht oder in Süchte wie Alkoholismus oder Drogen aussteigen lässt. Und ich kann sie so gut verstehen. Wenn ich dreißig Jahre jünger wäre, keine Freundin und Familie hätte, tja wer weiß…ich finde das fast schon nachvollziehbar.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... egen-nato/
http://dok.sonntagszeitung.ch/2015/ukrainekrieg/

Die dreckigen Söldner der Ostukraine. Natürlich sind das ganz arme Schweine, Gescheiterte (so wie ich), die nur in so einer Extremsituation leben können. Jugendlicher Leichtsinn, Dummheit, und Schwärmereien für die „falsche“ Sache. Und man darf nicht vergessen – und das blenden viele aus: es geht um nichts anderes als ums Töten. Erst sind es nur bewaffnete Kombattanten, die entweder auf prorussische Freischärler, ukrainische Milizionäre oder reguläre ukrainische Heereseinheiten mit vorgeschriebenen Hoheitsabzeichen (betone das deshalb, weil die Situation in der Ostukraine absolut verworren ist) schießen und irgendwann einmal auf Frauen und Kinder. Es sind immer wieder die gleichen Automatismen, die diese Gewaltspirale in Bewegung setzen und die dunkle Seite im Menschen freisetzen. Wir alle sind davor gesichert, da wir sozial eingebunden sind, Familie und Freunde haben und irgendwo auch unseren Platz in der Gesellschaft aber wehe, wenn dies einmal ausgehebelt wird…
Anthropologen haben in Feldstudien in Ruanda und Zaire, wo schon seit vielen Jahren ein extrem grausamer Bürgerkrieg tobt, dass vor allem Kindersoldaten auf einmal zu unvorstellbarer Bestialität fähig waren. Natürlich wurden sie dazu gemacht. Ihre Ausbilder haben sie ihren Müttern entrissen, bevor sie diese vor den Augen der Kinder vergewaltigten, mit Machten verstümmelten und die Kinder ins Feldlager verschleppten, wo sie dann aufs Töten abgerichtet wurde. Solange bis es für sie das Normalste der Welt wurde. Und die deutschen Einsatzgruppen in der Ukraine, die vor über 70 Jahren einen der unvorstellbarsten Völkermorde aller Zeiten angerichtet hatten, waren alle ganz normale Menschen, Nachbarn, Menschen wie Du und ich. Das Monster gibt es nicht. Doch das Töten, das Morden, die Grausamkeit gehört zu unserem menschlichen Dasein, was aber bei den meisten gut gesichert und abgeschlossen ist. Doch es ist nur ein ganz, ganz dünner Draht, eine feine unsichtbare Linie, die uns daran hindern auf unseren Nächsten loszugehen…
Wie komme ich jetzt eigentlich darauf? Wollte damit nur sagen, dass das Leben im Felde einen „naturromantischen“ Aspekt aber gleichwohl auch einen sehr ernsten Hintergrund hat. Denn, was macht der Scharfschütze, der fünfhundert Meter weiter auf der Buche hockt? Er knallt mir ein Loch in der Stirn und Aus die Maus!
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon Psychotic_Black_Rabbit » 15. Juli 2016 05:59

Hehe, wir hoffnungslosen Romantiker.
Meine Vernunft ist eine 30 Meter lange Stange die mich von allem was mit dem modernen Kriegszeitalter zu tun hat fernhält.
Der moderne Krieg hat leider längst nichts mehr mit dem mittelalterlichen Ideal von "Ehre", "Mann gegen Mann" und "möge der Bessere gewinnen" zu tun.
Moderner Krieg ist nur noch ein Haufen ehren loser Scheiße und sinnloses Massaker.
Aber dennoch, für die Romantik der mittelalterlichen Ideale habe ich durchaus noch ein wenig über.

Falls du die Englische Sprache gut beherrscht, empfehle ich dir mal in diesen Manhwa hinein zu schnuppern.
Eine wundervolle Geschichte über einen jungen Söldner namens Ares welche ich sehr genossen habe ;)

http://mangafox.me/manga/ares/v01/c001/1.html
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon Hanghuhn » 15. Juli 2016 06:57

@BarryWhite, beschreibst Du hiermit gerade die IS-Kämpfer-Mentalität?

@Psychotic_Black_Rabbit, meine Anti-Viren-Software warnt mich vor dem Öffnen der Seite
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon Psychotic_Black_Rabbit » 15. Juli 2016 08:16

Ich bin schon ewig auf der Seite unterwegs und sie ist absolut unbedenklich.
Das einzig was ich mir vorstellen kann, ist das dein Viren Programm auf irgend eine Werbe Ad auf der Seite reagiert.
Wie auch immer, es gibt genügend alternative Seiten für die Serie.

https://www.otakusmash.com/read-manga/Ares/001.009

http://www.mymanga.me/manga/Ares/1/1
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon laetitia » 15. Juli 2016 16:09

BarryWhite

Wenn du denkst, eine Beratung könnte dir helfen, dann lass dich beraten ;) .

Aber...lass dich nicht von den Gedanken abhalten, "Ich bin zu alt für dies und das...", das tun leider viele heutzutage...und wie es aussieht, hast du keine Kinder? Du wohnst Genossenschaftlich, heisst günstig...kannst also gut noch was tun. Muss ja kein Arztstudium oder ähnliches sein.

Ich war vor drei Jahren auf einer sogenannten Berufungskonferenz. War ein etwas esoterisch angehauchter Event und es ging fast mehr um Selbstfindung...wobei das ja eigentlich genau das Wichtigste ist, wenn man sich neu orientieren will...
Auf jeden Fall fand ich es sehr ermutigend von einem 75-Jährigen erfolgreichen Firmeninhaber und etlichen anderen zu hören, wie sie mit 50 nochmals eine Karriere starteten. Eine mit Leidenschaft. Das sind meine Vorbilder...(nicht all die, die dir sagen, du seist mit 45 zu alt, einen neuen Job zu finden und deshalb verdammt, bis zur Rente an der Arbeit zu bleiben, die du hast...und dir nicht wirklich gefällt...)...

...und an diese Leute denke ich, wenn diese doofen Gedanken kommen vonwegen: Menno, jetzt bin ich dann 39 und beginne im Frühjar nochmals ein komplettes Grundstudium...4.5 Jahre zum Bachelor, dann nochmals mindestens 2 Jahre zum Master und danach wohl noch die entsprechende Fachausbildung...somit bin ich dann um die 50, wenn ich alle nötigen Papiere in der Tasche habe. Und ich merke, dass ich tatsächlich meine Leidenschaft gefunden habe. Ganz anders als bei meiner Zweitausbildung, bei der ich zwar dachte, es wäre mein Traumberuf, mich aber dennoch zuwenig kannte um zu merken, dass ich mir das bloss lange genug eingeredet hatte...und trotz toller Ausbildung immer nur Jobs gefunden habe, für die man keine Ausbildung benötigt. Seit ich gefunden habe, was meine Leidenschaft ist, läuft irgendwie alles...aber ja, ich musste auch fast 40 werden...ist doch egal, ich lebe jetzt und nicht vor zwanzig Jahren und auch nicht in zwanzig Jahren. Also muss ich jetzt was machen :mrgreen: .

Es gibt den Spruch: "Wege entstehen, indem man sie geht". Ich hasse zwar diese Supersprüche, aber der trifft es bei mir so ziemlich auf den Punkt. Um zu finden, was ich wirklich will, musste ich mich einfach mal aufs Geratewohl auf den Weg machen. So kämpfte ich mich durch die Uni-Zulassungsprüfungen, begann mit dem Lateinkurs, dann eine erste Vorlesung in Philosophie, dann mal zwei Vorlesungen im zweiten Semester, drei Kurse im letzten Semester...
Im vorletzten Semester kam das dann wie über mich, während ich im Studentenladen vor dem Bücherregal stand. Das letzte Semester machte ich aber noch so weiter, wie ich es aufgleiste, auch um mich nochmals zu vergewissern, dass Philosophie zwar interessant ist, aber mir doch etwas spezifisches fehlte, um mich für die noch nötigen 96 Punkte zu motivieren.

Viele haben einfach mal angefangen ihr Hobby auszubauen. Bei manchen ist es dann ein exzessives Hobby geblieben, welches jedoch den nötigen Ausgleich schafft, im Arbeitsalltag zu bestehen. So zum Beispiel ein Bekannter aus den USA. Der ist mittlerweile so gut in Natur und Tierfotografie, dass er tolle Preise absahnen könnte, für grosse Zeitschriften fotografieren könnte und gutes Geld machen würde, wenn er wollte. Er will aber klein bleiben, seine Bilder zu einem Preis anbieten, welchen sich der Normalbürger auch leisten kann, weil er in seinen Bildern eine art Auftrag sieht, die Schönheit und Ruhe die er darin findet, allen zugänglich zu machen.

Bei anderen wird das Hobby plötzlich zum Beruf. Kennst du die Band Eluveitie? Der Gründer und Sänger der Band...mit dem war ich früher viel unterwegs. Wir hängten am See oder in einer Kneipe rum, mit anderen Freunden zusammen. Er war schon immer sehr begabt und leidenschaftlich, malte tolle Bilder und machte Musik und arbeitete in einer der grösseren Buchhandlungen. Man verlor sich aus den Augen und dann plötzlich war da Eluveitie, die immer bekannter und erfolgreicher wurden.

Du weisst nie, was aus dem was du heute mit Leidenschaft anfasst, morgen sein wird und kann :mrgreen: und die Zeit vergeht so oder so, ob du was tolles in Angriff nimmst oder nicht...
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 15. Juli 2016 17:46

Leute, bevor die Wogen höher schlagen.
Krieg spielen, bei Dauerregen durch den Schlamm robben, Biwak, Alarmposten, "Feuer und Bewegung", Spähtrupp bei Nacht, Gruppengefechtsschießen mit Leuchtspurmunition bei Nacht, unsere röhrenden Schützenpanzer Marder, die uns Soldaten des Schützentrupps aufnehmen und wieder ausspeien: "Schützentrupp absitzen!" - das alles macht Spaß.
Der reale Krieg ist etwas völlig anderes! Das ist etwas, was (davon gehe ich mal aus) außerhalb unserer Vorstellung liegt.

Ich bin ein Kind des Kalten Krieges! Und der 60er Jahre. Mein Großvater hatte mir als kleines Kind mit auf den Weg gegeben, dass Krieg die allerletzte Scheiße ist. Krieg das bedeutet Lungendurchschuss, Wirbelsäulensteckschuss, Blut, Scheiße und elendes Verrecken im Schlamm, Angst, Panik, Vertreibung und letztendlich ein unvorstellbares Elend für die Zivilbevölkerung.

Aber dennoch geht von Kriegsspielen irgendeine Faszination aus, die ich nicht zu definieren vermag.
Ja natürlich unsere Großväter gehörten zur verratenen und verheizten Generation, noch schlimmer die Kriegsbeginner von 1914, die von der Schule, von der Uni, patriotische Lieder singend (Langemarck-Mythos) direkt in den Tod, in den gnadenlosen Maschinenkrieg und das erbarmungslose Feuer der MGs marschierten...
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 15. Juli 2016 18:38

Ich rede so, weil ich nächstes Wochenende als Reservist auf einer dreitägigen Wehrübung bin. Nach dreißig Jahren wieder bei meinen Panzergrenadieren, nach dreißig Jahren auf einem altbekannten Truppenübungsplatz, wo wir damals mit unseren 11 Schützenpanzern Mardern der Kompanie eine wild-surreale und unvergessliche Zeit erlebt hatten. Es ist pure Nostalgie, dieses Wiedersehen!!! Die ganzen Erinnerungen kommen wieder hoch. Die Senne galt immer als das „Kältegrab“ und wir waren vor 30 Jahren bei -25°C im Februar dort – jetzt 2016 ein Wiedersehen im Juli.
Wir hatten damals spartanisch in umgebauten Pferdeställen biwakiert, unsere Schützenpanzer standen irgendwo im offenen Gelände. Es war eine beschissene, super harte, entbehrungsreiche aber trotzdem sehr, sehr geile Zeit, weil wir einfach jung und knackig waren. Wir Holsteiner und Rheinländer haben alle an einem Strang gezogen.
Gefecht der verbundenen Waffen: also unsere Panzergrenadierkompanie – ich musste mit scharfer Munition aus einer Anhöhe mit dem MG über meine Gruppe schießen, dazu Panzermörser, Leopard-Kampfpanzer, die vorgeschobenen Beobachter der Artillerie, etc., etc. alle zusammen auf einen Punkt.
Wir hatten uns gefechtsmäßig am Waldrand eingegraben und der I. Zug/ALPHA-Zug wurde von einer Rotte wutschnaubender Wildschweine buchstäblich überrannt. Ich und unser Panzerfaustschütze, als wir auf eigene Faust und Langeweile einen eigenmächtigen Spähtrupp auf das Vorgelände unternommen und dummerweise sämtliche Leuchtfallen ausgelöst hatten (Silvester im Februar), der berüchtigte Panzer-Treck, die Wildsau von Panzerfahrer hatte uns dermaßen durchgeschüttelt, die Mun-Wache „Roter Affe“, als uns das Wachhäuschen in einem Winterorkan um die Ohren flog und vieles mehr.

Für Zivilisten natürlich absoluter Spinnkram aber für mich ein wichtiger Teil meines Lebens. Nostalgie noch einmal so knackig, robust und kräftig zu sein, allen Winden, Witterungen und der verdammten Kälte zu trotzen. Scheiße – Sennelager im Teutoburger Wald kann wirklich sehr, sehr, sehr kalt sein.

Juli 2016. Dieses Mal im Sommer. Mit einer völlig neuen Bundeswehr (Einsatzheer), neuen Waffen (G36 statt G3) und völlig neuen Einsatzgrundsätzen. Ich bin nervös und gespannt.
Nervös, weil ich die neue Truppe nicht kenne, und angespannt, weil ich weiß, dass ich mit meinem untrainierten Großstadtkörper eigentlich überhaupt nicht mehr fit für eine 36-Stunden-Gefechtsübung bin. Wer so etwas mit- oder durchmachen will, sollte eigentlich spielend 2x über die Außenalster joggen können.

Die Panzergrenadiere sind eine reine Kampftruppe (auf- und abgesessener Kampf und das auf Schnelligkeit und sich ständig ändernder Lage), müssen locker aus dem Stand 50 Liegestütze pumpen, etc., etc.
Aber ich alter Sack tu mir das an – auch auf die Gefahr hin, dass ich mich total lächerlich mache – weil es mir darum geht: wie komme ich mit wildfremden Menschen zurecht. Ein Kamerad muss nicht Dein Freund und Kumpel sein, er gehört zu Deiner Gruppe, zu Deinem Zug und Deiner Kompanie! Er sitzt mit Dir gemeinsam zusammen in der Scheiße, im Schlamm und im Dreck. Er frisst mit Dir EPA – Einheitsbrei - BW-Nahrung im Feld – Kaffee im Essbesteck auf offenem Feuer (natürlich nicht nachts wegen der feindlichen Scharfschützen) und pennt mit Dir in einer „Dackelhütte“- 2-Mann-Zelt aus zwei zusammengebauten Zeltbahnen.
Der Kamerad kann ein Arschloch sein. Er weckt Dich mit derben Fußtritt um 0200 ZULU – „Ey Alarmposten!“ und Du musst Dich aus dem Dreck hochquälen und nach Mitternacht in die Alarmstellung quälen.

@Laeticia: vielen Dank für Deinen superinteressanten Beitrag. Werde mich dazu später noch äußern.

Als Wochenausklang
https://www.youtube.com/watch?v=u7iIKwQnalM
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 16. Juli 2016 04:39

Hallo Laeticia,

es ist einfach so: die Alltagswelt eines Hilfsarbeiters ist so dermaßen trostlos, spottet jeglicher Beschreibung, so dass man sich der trostlosen Wirklichkeit einfach nicht stellen mag. Du sprichst von Menschen, die +45 sind. Glaube mir – mit +50J ist das Berufsleben in der BRD vorbei – forever!

Okay, Beratung, Coaching, muss mal schauen, was da am ehesten Sinn macht. Das Arbeitsamt wird daran wohl wenig Interesse haben, da ich ja zumindest immer noch im Job bin. Sorry, rede die ganze Zeit immer nur von mir. Glückwunsch, dass Du endlich Deine Berufung gefunden hast. Man merkt schon, dass Du Dich damit intensiv auseinandergesetzt und dann endlich den richtigen Weg gefunden hast. Finde ich klasse! Viele Frauen kommen ja dazu erst, wenn die Kinder erwachsen und endlich aus dem Haus sind. Erst dann kommen sie dazu, sich endlich auch mal um sich zu kümmern. Eluveitie kannte ich nicht. Bin überhaupt nicht mehr der Heavy Metal-Typ, eher der Discofoxer. Früher fand ich Hardrock große klasse. AC/DC, Judas Priest, etc. – kann aber jetzt überhaupt nichts mehr damit anfangen. Nicht weit von hier in Wacken findet alljährlich ein großes Livekonzert statt. Früher mal auf einer Kuhweide und jetzt heißt es WOW: World of Wacken – kennst Du bestimmt.
Nee, nee, da habe ich irgendwie noch Anteile von ostwestfälischem Blut: DISCOFOX 4/4-Takt und viel, viel satter Bass, eine Bassspur, die den Boden zum vibrieren bringt. Mark Ashley, Nico Gemba, Christina May. Claudia Jung, Tommy Fischer, etc., etc.
https://www.youtube.com/watch?v=oJHjJHqfXMU
…scheint im Ruhrpott voll der Renner zu sein. Vor allem für die ältere Generation, die nicht mehr so taufrisch ist…aber immer noch kultig-gruftig durch die Gegend foxt. Ich finde ja sogar so einen Schwachsinn wie
https://www.youtube.com/watch?v=DKN5Z2SLXsU
Marilena - Hey DJ leg a Polka auf - super gut. Polka, Bierzelt, Oktoberfest, Dorf Münsterland, Vatertag in Bad Hönningen, Sauerland-Stern in Willingen etc. HAMMER !!!! Super peinlich werden viele sagen. Ist mir latte, finde ich aber trotzdem klasse. Oder die Klassiker: Michel Telo, Serebro, etc.
https://www.youtube.com/watch?v=WC7tzEi7D3o
https://www.youtube.com/watch?v=9TxL27J37RU
Peinlich oder? Aber Discofoxxx in Russia, das wäre doch mal was. Modern Talking und der alte Sack Dieter Bohlen sollen dort im Osten sogar schwer angesagt sein. Manchmal denke ich dass Russland oder v.a. BELORUSSIA, Weißrussland vielleicht genau das richtige Land wäre. Angelparadies, endlose Urwälder, so jetzt aber genug der Spinnerei.

Have a nice weekend
laetitia
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon laetitia » 16. Juli 2016 11:02

BarryWhite hat geschrieben:Hallo Laeticia,

es ist einfach so: die Alltagswelt eines Hilfsarbeiters ist so dermaßen trostlos, spottet jeglicher Beschreibung, so dass man sich der trostlosen Wirklichkeit einfach nicht stellen mag. Du sprichst von Menschen, die +45 sind. Glaube mir – mit +50J ist das Berufsleben in der BRD vorbei – forever!

...Das Arbeitsamt wird daran wohl wenig Interesse haben, da ich ja zumindest immer noch im Job bin.


Wenn du so denken willst...dann tu das. Wirst allerdings nur erreichen, einer der frustrierten Leute zu sein, die auf ihre Rente warten...und nein, ich rede nicht über +45 bis 50 und Punkt! An der Tagung waren Leute, eigentlich die meisten der Redner, die mit 50 und 50+ nochmals eine Karriere in Angriff genommen haben. Aber das hast du wohl überlesen...

Ich habe auch keine Kinder...einfach so als Info...

Und warum sollte das Arbeitsamt keine Freude haben, wenn du dort mal anfragst, um eine Beratung? Ich glaube mal, dass die mehr Freude haben, wenn einer der noch im Arbeitsleben steht sich Gedanken machen will, wie weiter...als wenn er dann seinen Job verloren hat, und vor deren Tür steht. Aber...die Frage ist, ob das Arbeitsamt der richtige Ort ist, um sich beraten zu lassen, oder ob du von denen nicht zuviel erwartest? Bei uns ist das Arbeitsamt eigentlich keine Beratungsstelle. Für eine Laufbahnberatung muss man sich an ein Berufsinformationszentrum wenden und nicht an die sogenannte Regionale Arbeitsvermittlung (RAV).

Und was dein Job betrifft...glaub mir, mein Job ist auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei! Erst recht nicht als ADHS-lerin. Er ist langweilig, immer dasselbe, die Schichtarbeiten machen es schwierig, den Alltag zu strukturieren und ein Sozialleben aufzubauen und aufrecht zu erhalten und man muss lernen zu nicken, Ja zu sagen und sich den Rest zu denken...und sich dabei nichts anmerken zu lassen...ausserdem eine ganze Menge von unsinnigen Regeln einhalten, immer so tun, als würde man voll und ganz dahinter stehen etc. Das fällt Normalos schon schwer...wenn man aber diesen Drang zur Opposition in sich trägt...ist es ein tägliches Training, diesen Drang so zu kanalisieren, dass man nicht ständig beim Chef aufs Büro muss...also hör auf mir was von Trostlosigkeit eines Hilfsarbeiters zu erzählen. Es sei denn, du willst dich mit dem auseinander setzen, was dich an dem Alltag des Hilfsarbeiters stört...aber den: "Du hast ja keine Ahnung"-Trip, den kannst du bei mir nicht bringen.

Ist doch voll egal, welche Musik dir gefällt, warum peinlich? Steh dazu! Ich weiss nicht, aber das war mal in der Teenagerphase so, da fand ich und meine Leute Inline-Staken voll beschränkt, weil wir Skate-Boarder waren und wir eigentlich alles blöd fanden, was zum Mainstream wurde...auch diese Miniscooters die plötzlich jeder hatte fanden wir doof. Irgendwann dachte ich dann einfach: Ist doch bescheuert...wenn es Spass macht, dann macht es Spass und Punkt, egal ob es nun trendy oder doof war...und ich kaufte mir Inline-Skates.

Ich höre übrigens schon lange kein Metal mehr...schon lange bevor Eluveitie bekannt wurde. Punk ja, den mag ich. Am liebsten Gypsy-Punk a la Gogol Bordello...oder Balkan-Sound...Shantel...und seit neuestem habe ich Parov Stelar entdeckt, Electro-Swing...das einzige was ich gar nicht kann ist Schlager und Folksmusik...und diese neumodigen Schnulzen im Radio...bäh...zu abgehoben...I Loooooove aaaaaaaaallllll of youuuuuuuuuhhhuuuuu....once I was seven years old and my daddy told meeeee.....kotz...

OK mann...ich wünsche dir mal, dass du deinen Hyperfokus auf was zu lenken schaffst, das dich nicht nur so runter zieht...das Leben ist auch mit 50+ noch voller Möglichkeiten, wenn man die Augen offen hält.
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 16. Juli 2016 11:24

Hi,
ja, Du hast ja recht. „Jammer nicht, sondern kämpf!“, heißt es bei der Bundeswehr und daran sollte man sich auch halten. Weniger schnacken sondern machen. Um einen Job gut zu machen und v.a. um ihn auch zu behalten brauche ich sehr viele Idealfaktoren. Oder vielleicht gar nicht so viele. Eine ausreichende Sauerstoffversorgung – am besten die Fenster weit, weit aufreißen oder gleich ganz entfernen – ist dabei enorm wichtig. Ich verstehe gar nicht, warum die Leute immer irgendwas von „Zugluft“ faseln? Was zur Hölle ist Zugluft??? Der Föhn im Schädel oder was? Und sie ziehen es vor, die Fenster zuzudonnern und lieber im eigenen Mief, Schweiß- und Scheißhausgeruch dahin zu vegetieren. Ich kapiere das einfach nicht. Wie oft hätte ich mich fast deswegen geprügelt. Der andere wichtige Punkt ist Geräuschdämmung. Gibt es in der asozialen Firma, wo ich derzeit meinen Einsatz habe, natürlich nicht. Ich kann mich Null konzentrieren und produziere nur Mist, wenn ständig irgendwelche Penner an unseren Tisch angeschissen kommen und irgendwelche Leute mit privaten Scheiß zuquatschen. Wirklich nichts gegen Frauen, es ist gut, dass es sie gibt aber sie haben leider diese unerträgliche Unsitte, sich irgendwo zusammenzurotten, bösartig zu tuscheln und dann auf intrigante und widerliche Weise über eine Person abzulästern, die natürlich nicht anwesend ist. Sie können anscheinend nicht anders. Warum kann das nicht in der Scheiß Teeküche sein oder in der Raucherbude auf dem Hof. Warum immer an unserem Tisch. Da bin ich wirklich wahnsinnig empfindlich. Eines Tages wird es an meinem beschissenen Tisch gewaltig knallen, weil ich diesen Dreck einfach nicht aushalte. Ich werde tief durchatmen und es erst einmal argumentativ versuchen aber ich finde so etwas höchst asozial und rücksichtslos gegenüber anderen Leute. Und ich weiß, dass ich da absolut im Recht bin. Man muss nicht jeden Dreck ertragen, nur weil bestimmte Personen die Spielregeln einer Gesellschaft nicht kennen, sich nicht daran halten oder einfach darauf scheißen. Sorry für den Gebrauch von Kraftausdrücken aber ich kann da einfach nicht sachlich bleiben.

Mit Discofox wollte ich nur ein bisschen gute Laune für’s Wochenende machen. Und ab geht er, der Hans-Peter!! Geschmäcker sind natürlich verschieden und das ist auch verdammt gut so. Ach so, aus der Schweiz kommt übrigens die gute BEATRICE EGLI, die bei jedem Auftritt sich erst einmal stundenlang bedankt. „Danke, dass ihr gekommen seid. Danke, Danke, Danke, dass ich hier sein darf.“ Ich finde Beatrice klasse, weil sie so ein Sonnenschein ist und gute, positive Laune verbreitet. Das ist auch eine Gabe.
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Re: Extreme Antipathie gegen bestimmte Menschen

Beitragvon BarryWhite » 29. Juli 2016 18:24

Yeeeeeeeees, die grüne Übung mit Y-Tours ist vorbei und es war…wie soll ich sagen, einfach großartig!!
Nur ein kurzes Wochenende aber endlich wieder unter normalen Menschen (müssen Zivilisten nicht verstehen).
Natürlich war es von der körperlichen Anstrengung – die Infanterie kämpft permanent im Wechsel von Feuer und Bewegung und muss einen 24h-/36h-Gefechtstag irgendwie wegstecken können!! – eine enorme Strapaze, aber das Gefühl danach, endlich wieder in der Kaserne zu sein: Duschen-Umziehen-Dienstschluss und im Bett zu pennen war unbeschreiblich. Ich habe noch nie so gut gepennt wie dort. Jetzt konnte ich die ganze Woche pennen wie ein Gott – einfach nur, weil sich der Körper auf neue Lebensumstände umstellt.
Eine einzigartige Erfahrung: der Zivilist muss nicht, er kann, der Soldat im Felde muss. Er muss sich alle zwei Stunden aus dem Dreck quälen, muss auf Befehl des Gruppenführers die müden Knochen hochquälen und geräuschlos und unbemerkt in die Schützenmulde des Alarmpostens kriechen/gleiten (Du musst 2 Stunden auf Alarmposten hoch präsent sein und aufmerksam das Vorfeld beobachten) oder Feldstreife im Wald laufen. War aber einfach nur geil. Ich hatte selten so gute Gespräche geführt wie auf dieser Wehrübung – ja, wir haben teilweise die Geräuschdisziplin missachtet.
In der Nacht, im Dunkeln, im Wald lernst Du, was wirklich wichtig ist und worauf es ankommt. Das ist eine absolute Ausnahmesituation für den Körper!! Wie soll ich das anschaulich schildern? Du bist in die Welt unserer Vorfahren angekommen: immer zwei halten die Augen auf (Säbelzahntiger, Höhlenbären) und der Rest der Sippe pennt.

Fazit für Zivilisten: runter von der Couch und mit schwerem Rucksack rein ins Gelände (Heide, Mittelgebirge, Hochgebirge, Bruchmoor, etc.) – möglichst weit weg von der Zivilisation und störenden Lichtern. „Sehen und Hören bei Nacht“ heißt die Disziplin. Achtung: in der Nacht verändert sich die komplette Welt. Nah ist fern, fern ist nah und eine grunzende Wildschweinrotte wirkt bedrohlicher als sie eigentlich ist. Wir, Du, ich – wir alle sind vor fast einer Millionen Jahren auf genau dieses Leben vorbereitet worden. Wir haben Nasen, die auf Brandgeruch reagieren und wir alle haben Augen, die sich allmählich an die Dunkelheit gewöhnen (ihr glaubt gar nicht, wie sehr Landbewohner, Landwirte, etc. völlig ohne Licht auskommen, weil sie ihre Augen konsequent darauf trainiert haben). Erst wenn Du auf hartem Waldboden pennen musst und Du außer einer Bundeswehr-Zeltbahn überhaupt nichts hast, was Dich vor strömenden Regen schützt, kannst Du unmöglich wissen, welche elementaren Bedürfnisse Dein Körper hat…
Und ich schwöre Euch: wenn nach einer langen, nassen, durchfrorenen und beschissenen Nacht dann irgendwann die Sonne wieder aufgeht…dann könnte man sogar an Gott glauben…

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