unreales Gefühl

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Alina Licht
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Alina Licht » 27. Juli 2015 19:59

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Uiuiui, das kenne ich auch zu gut!
War bei mir zwei Jahre lang so aufgrund von Mobbing und Depressionen.
Ich fand das auch immer das schlimmste Gefühl, dass es gab. Ich fand es auch furchtbar, dass mich da niemand verstand, nicht einmal die, die selbst mit sehr schlimmen Sachen zu kämpfen hatten. Mir wurde manchmal gesagt, sie beneiden mich dafür, dass ich nichts schlimmes mehr spürte. Aber ich fand es einfach nur grauenhaft und ganz und gar gruselig. :baw:
Ich bin so froh, das inzwischen seit Anfang des Jahres nahezu komplett los zu sein und hoffe es kommt nie, nie, nie wieder! :aufsmaul_2:

Vielleicht ist es ja eine Erinnerung, die schon lange her ist und an die du nun durch irgendeine kleine Veränderung erinnert wurdest und die dein Gehirn zu verdrängen versucht?! Oft weiß man ja nicht mal, was man verdrängt, da man es sehr gut verdrängt und sich nicht mehr daran erinnern kann. :ja1:
Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden! ;)

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Sheldon
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Sheldon » 27. Juli 2015 20:39

Man muss sich selbst sezieren und alles hinterfragen, was man jemals in seinem Leben gedacht oder getan hat. Die Illusionen, in denen man sich eingerichtet hat, aufdecken.

Verdrängtes ist nicht vergessen, es ist nur tief unter der Oberfläche verborgen. Wenn man lange genug die Luft anhält, kann man dorthin tauchen. Natürlich ist das extrem schmerzhaft, es gibt ja nicht umsonst so viele Abwehrmechanismen, die das verhindern sollen.

Denn in der Natur gibt es nur eine Maxime: Überleben. Wie ist egal. Alles, was dem im Wege steht wird unterdrückt. Und jeder Mensch hat seine eigenen Überlebensstrategien. Das ganze Leben ist ein einziges Strategiespiel.

Wenn es wenigstens nur um das individuelle Überleben ginge, aber nein, wir sind ja gleich so programmiert, die gesamte Art zu erhalten. Klar, dass das zu Problemen führt und uns zu Getriebenen macht.
laetitia
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von laetitia » 27. Juli 2015 20:40

Ja, es muss ja auch nicht alles passen. Ich hatte mich vor Jahren auch mal über Borderline informiert, weil ich jemanden kannte, bei dem ich dachte, es könnte zutreffen. Aber das Buch das ich damals gelesen hatte, zeichnete das ganz heftig dramatische Bild dieser Störung und ich wäre NIE im Leben auf die Idee gekommen, selbst betroffen zu sein. Bin auch nicht voll betroffen. Man braucht ja vier oder fünf von neun definierten Kriterien und die erfülle ich auch nicht wirklich. Aber gewisse Aspekte, wie eben dieses Gefühl der Unwirklichkeit oder manchmal wenn ich allein bin kommt so eine innere Leere und Taubheit.

So oder so denke ich, dass du dissoziierst. Panikattacken sind auch ähnlich, aber die halten in der Regel nicht so lange an.
Hast du vielleicht gerade viel Stress und lasten grosse Erwartungen auf dir? Neuer Job? Neue Ausbildung? Prüfungen? Jemand ausgefallen bei der Arbeit und nun doppelt so viel zu tun? Umzug?

Was mir auch noch eingefallen ist: Eine Arbeitskollegin hat eine leichte Form von Epilepsie. Die hat ganz ähnliche Anfälle, vor Allem wenn sie nicht genug ausgeruht ist. Aber bei ihr geht das relativ schnell wieder vorbei und es kündigt sich an.

Was ich bei Angstattacken gemerkt habe ist, dass wenn ich genau in dem Moment wo sie kommt achtsam bin und es merke, kann ich mich ablenken. Das letzte Mal war das in der Badewanne. Da studierte ich dann die Farbe des Wassers und schaute mir die Fliesen genauer an. Das half.

Und ja, natürlich willst du, dass es weg geht. Aber sowas geht nicht weg, indem man es versucht weg zu machen. Meine Erfahrung ist eigentlich eher die, dass wenn ich es einfach weg haben will, dann verstärkt er sich bloss. Diese Dinge gehen weg, wenn das was dahinter steckt, gelöst wurde und da braucht es auch eine annehmende Haltung für die Dinge, die nicht unbedingt angenehm sind. Also wenn du viel Stress hast, wäre es gut, besser wahrnehmen zu können, wann dir etwas zuviel wird, um gegebenenfalls auch einmal nein sagen zu können. Oder einfach einen Gang zurück schalten. Das musste ich zum Beispiel bei meiner Prüfungsvorbereitung für die Uni-Zulassung. Und die Angstattacken wurden weniger. Eigentlich hat sowieso viel mit der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse zu tun.
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Chaos-Weib
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Chaos-Weib » 28. Juli 2015 17:27

Hallo ihr Lieben,

danke für eure Beiträge.

"Verdrängtes ist nicht vergessen"
Ja das stimmt. Bei mir kam letztes Jahr mal was hoch, was mir als Kind passiert ist. Ich hatte das auch nicht vergessen in dem Sinne, sondern es war einfach nicht mehr in meinem Bewusstsein. Eine Weile haben mich deswegen auch Schuldgefühle geplagt, da ich damals nicht angezeigt habe um andere zu schützen...

Einen neuen Job habe ich gerade auch und habe Angst, dass ich den wieder verlieren werde, weil ich so viele Fehler mache...

Naja, ich schau mal wie es weiter geht. Heute geht es mir schon besser und nacher geh ich noch zum Yoga.

Liebe Grüße
:winken:
Sheldon
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Sheldon » 29. Juli 2015 19:16

Hallo "Chaos-Weib",

ich drück' dir die Daumen, dass es klappt mit deinem Job. Aber wenn nicht, mach dir nichts draus. Es gibt Schlimmeres als eine Kündigung. Heutzutage muss ja zum Glück niemand mehr verhungern in diesem Land.

LG, Sheldon
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von laetitia » 31. Juli 2015 01:12

Früher hatte ich immer Angst, den Job zu verlieren. Warum weiss ich nicht. Irgendwie war das einfach in mir drin. Da habe ich mir immer gesagt: Die machen sich doch nicht die Mühe, jemanden zu finden und einzustellen, dann einzuarbeiten, nur um ihn dann wieder zu entlassen.

Fehler macht jeder und gerade in der Einarbeitungsphase muss man noch nicht alles perfekt können.

Jedenfalls alles Gute. Wird schon.
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Chaos-Weib
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Chaos-Weib » 2. August 2015 08:39

Danke schön

Liebe Grüße

:winken:
Jekaterina
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Jekaterina » 24. Mai 2016 20:16

Guten Abend,

der letzte Beitrag dieses Themas ist ja schon 9 Monate alt.

Vielleicht kann ich hier auch nicht wirklich mitreden. Ich kenne dieses unreale Gefühl aus der Kindheit und Jugend, es dauerte ein paar Minuten an und war dann wieder weg. Ich hatte es alle paar Wochen oder Monate mal.

Aber etwas fällt mir trotzdem auf:

Ihr geht bei diesem unrealen Gefühl ja meistens zuerst von psychischen Ursachen aus. Das halte ich zwar auch für wahrscheinlich - aber gibt es daneben nicht auch körperliche Ursachen (abgesehen von Epilepsie) oder könnte es sie geben?
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von laetitia » 24. Mai 2016 23:36

Jekaterina hat geschrieben: Ihr geht bei diesem unrealen Gefühl ja meistens zuerst von psychischen Ursachen aus. Das halte ich zwar auch für wahrscheinlich - aber gibt es daneben nicht auch körperliche Ursachen (abgesehen von Epilepsie) oder könnte es sie geben?
Also ich bin den Thread nochmals durchgegangen und lese gerade in den ersten Antworten überall davon, dass es ratsam sei, zum Arzt zu gehen (dabei geht es ja genau darum, die körperlichen Ursachen entweder zu erkennen oder auszuschliessen). Es werden auch körperliche Ursachen als Möglichkeit genannt. Daher weiss ich nicht, wie du zu dem Schluss kommst, dass die Teilnehmer dieser Diskussion zuerst von psychischen Ursachen ausgingen.

Körperliche Ursachen gibt es sicher. Ein Arzt sollte eigentlich fähig sein, diese zu finden, wenn sie besteht...

Das andere ist einfach die Erfahrung, welche die Leute hier teilen, weil sie dieses Gefühl kennen.
Körperliches spielt immer eine Rolle...unsere emotionale Gesundheit hängt von chemischen Vorgängen im Körper ab...
Doch gerade vor einigen Wochen hatte ich wieder so eine Attacke. Diese kam schleichend und steigerte sich langsam über mehrere Tage. Bis ich einen Termin bei meiner Ergo hatte und die gleich sah, was los war, mit mir eine geführte Meditation machte und ich wieder aus diesem Zustand raus kam (daher gehe ich davon aus, dass es eine posttraumatische Reaktion ist, da ich auch sonst oft emotionale "Erinnerungen" habe). Vor einem Jahr hatte ich dasselbe Phänomen, welches dann in einer dreimonatigen Depression endete...und mir die Psychologin Antidepressiva aufschwatzen wollte. Doch wenn es mit einer Meditation genauso geht...warum sollte ich dann AD's nehmen...wäre es rein körperlich, bei mir jetzt, würde eine solche Meditation denke ich nicht so viel bewirken.

Ob das nun aber auch auf die Diskussionserstellerin zutrifft, kann nur sie und der Arzt der sie behandelt feststellen.
Jekaterina
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Jekaterina » 25. Mai 2016 07:04

Ja, die Sache mit dem Arzt und es abklären zu lassen wurde kurz angerissen. Aber mich hätten einfach auch mal konkrete körperliche Ursachen interessiert.
Körperliches spielt immer eine Rolle...unsere emotionale Gesundheit hängt von chemischen Vorgängen im Körper ab...
Das sowieso.
Doch wenn es mit einer Meditation genauso geht...warum sollte ich dann AD's nehmen...wäre es rein körperlich, bei mir jetzt, würde eine solche Meditation denke ich nicht so viel bewirken.
Das ist ja gut, wenn sie dir helfen konnte. Natürlich ist es besser, als wenn du AD nehmen musst.
Wasabi
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Wasabi » 25. Mai 2016 12:39

Warum seht ihr die Leere als was Negatives an? Ich finde diesen Zustand sogar als erstrebenswert an. Vorrausgesetzt es wirklich die Leere, was hier beschrieben wird ist mehr die Gedankenspirale die in das berühmte schwarze Loch zieht.
Der Zustand der wahren Leere kennt keine negativen Gefühle. Es ist ein sachlicher Zustand mit absolut klaren Gedanken unbeeinflusst von emotionalen Konnotationen.
Das Problem ist mehr, dass man aus der Leere sehr leicht ins Loch fällt.
laetitia
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von laetitia » 25. Mai 2016 13:13

Wasabi hat geschrieben:Warum seht ihr die Leere als was Negatives an? Ich finde diesen Zustand sogar als erstrebenswert an. Vorrausgesetzt es wirklich die Leere, was hier beschrieben wird ist mehr die Gedankenspirale die in das berühmte schwarze Loch zieht.
Der Zustand der wahren Leere kennt keine negativen Gefühle. Es ist ein sachlicher Zustand mit absolut klaren Gedanken unbeeinflusst von emotionalen Konnotationen.
Das Problem ist mehr, dass man aus der Leere sehr leicht ins Loch fällt.
Naja, ich sage es mal so: Das Gefühl der inneren Leere nimmt jeder anders wahr. Es kann einen ziemlich überfordern und ist auch nicht unbedingt ein primäres Gefühl, sondern ein sekundäres, heisst Folgegefühl von etwas tieferliegendem. Das Problem liegt mehr in der inneren Opposition gegen diesen Empfindungszustand. Insofern hast du recht. Am Ende geht es eigentlich darum, annehmen zu können, was ist. Das Problem was ich oft bei mir sehe ist jedoch genau das...ich befinde mich in einem Gefühlszustand, den ich nicht verstehe und daher auch schwierig annehmen kann oder gar nicht merke, dass ich innerlich opponiere oder gegen was ich opponiere.

Auch etwas, was ich gelernt habe in dem letzten Jahr: Es gibt keine negativen Gefühle. Es gibt wohl Gefühle, welche angenehmer und solche, die unangenehm sind. Aber Gefühle haben immer einen Sinn und ihre Berechtigung. Sie sind wichtig und sollten gewürdigt werden. Trauer, Wut, Angst...sind Gefühle, die dem Menschen das Überleben auf diesem Planeten gesichert haben. Nicht nur dem Menschen, eigentlich allen Lebewesen.

Mir kommt manchmal die Welt, das Leben etc. sinnlos und leer vor. Dann ist alles irgendwie dumpf und taub, ich empfinde eine art Vakuum. Gehe ich dann in diesen Zustand hinein, versuche ich zu spüren, was dahinter liegt, kommen manchmal Themen zum Vorschein, die schwierig sind und ich noch nicht wirklich verarbeitet habe. So zum Beispiel der unerwartete und plötzliche Tod meiner Grossmutter, als ich 11 war...auf dem Weg zu ihr nach Spanien, dort von Fremden Leuten abgeholt und am Abend wieder in den Bus gesetzt, um nach Hause zurück zu fahren...ohne meine Grossmutter nochmals gesehen zu haben, weder lebendig noch tot...sie hat eine Leere hinterlassen, mich sozusagen im Stich gelassen. Aber ich habe das erfolgreich verdrängt, weil von mir erwartet wurde, rasch darüber hinweg zu kommen. So hat sich das dann immer wieder als ein Gefühl der Leere bemerkbar gemacht, welches ich aber nicht wirklich zuordnen konnte. Negativ daran ist eigentlich bloss, dass es mich verzweifeln liess...manchmal soweit, dass ich mir wünschte, tödlich zu verunfallen oder an einer unheilbaren Krankheit zu sterben. Das aber auch nur, weil ich nicht wusste, wie mit solchen Emotionen umzugehen und mich diese überwältigten...meine Identität einnahmen und ich nicht fähig war zu differenzieren zwischen mir und dem Gefühl. Ich bin nicht das Gefühl, ich habe ein Gefühl...eine ganz wichtige Lektion für mich ;) .
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Wasabi » 27. Mai 2016 14:48

laetitia hat geschrieben:
Auch etwas, was ich gelernt habe in dem letzten Jahr: Es gibt keine negativen Gefühle. Es gibt wohl Gefühle, welche angenehmer und solche, die unangenehm sind. Aber Gefühle haben immer einen Sinn und ihre Berechtigung. Sie sind wichtig und sollten gewürdigt werden. Trauer, Wut, Angst...sind Gefühle, die dem Menschen das Überleben auf diesem Planeten gesichert haben. Nicht nur dem Menschen, eigentlich allen Lebewesen.
"Negative" Emotionen werden aus den selben Synapsen ausgespuckt wie bei physischen Schmerzen, deshalb bleibe ich bei negativ ;) Jedenfalls bei der Trauer. Auch Schmerzen haben Ihre Bedeutung, aber sind nur überlebenswichtig bis die Wunde verheilt ist, so
vermeidet der Körper erneute Beschädigung und kann schneller regenerieren. Ebenso die Trauer, man trauert, weil eine Lücke in der Seele entstanden ist und muss verheilen, was aber ebenso kompliziert ist wie eine Fleischwunde im Mittelalter.

Chronische Schmerzen setze ich einer Depression gleich. Kann ich, mach ich, weil eben ich Beides habe und da keinen großen Unterschied erkenne.
Würdigen würde ich keines davon, man sollte alle Emotionen in Kauf nehmen, als Tribut des Lebens. Ständiges Glück stumpft seelisch nicht weniger ab, als ständige Trauer. Und Ersteres führt durch Desensibilisierung der Bereiche nur über Zweiteres zum normalen Zustand.

Angst ist für mich keine Emotion sondern ein Zustand. Wut/Hass würde ich eher zu Emotionen zählen.

Es ist wie alles andere im Leben, die richtige Mischung machts.
Mir kommt manchmal die Welt, das Leben etc. sinnlos und leer vor.
Das ist sie, aber eigentlich ist das ein Grund zum Feiern und nicht um Grübeln "Warum bin ich hier".
Wir sind hier, weil die Eigenschaften von Raum und Materie sind wie die sind :mrgreen: .
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von laetitia » 28. Mai 2016 00:14

Nun, ob du Angst als Emotion oder Zustand siehst, ändert wohl nichts daran, dass sie durch Neurotransmitter bewirkt wird...wie auch Wut, Liebe, Freude, etc...aber ist mir auch egal wie du die nennen willst. Gerade die Angst wird zu den Grundgefühlen gezählt, also jenen, die in der Entwicklung des Menschen für sein Überleben als Spezies besonders wichtig war und ist. Aber Angst und eine Angststörung sind nicht dasselbe...

Emotionen zeigen Bedürfnisse an und bewegen, bei einem psychisch gesunden Menschen, zum entsprechenden Handeln. Wut kann dazu führen, dass man für sich selber oder für jemand anderes einsteht, ein Ziel das man vor Augen hat und von etwas behindert wird noch energischer verfolgt etc. Angst sollte dazu dienen, sich zu schützen, in Sicherheit zu bringen oder anzugreifen, je nach Gefahr die droht. Trauer dient der Verarbeitung von Verlust und Einsamkeit regt dazu an, den Kontakt zu anderen zu suchen. Scham ist ein Gefühl, das einem helfen soll, eine verspielte Akzeptanz im sozialen Umfeld zurück zu bekommen, indem man sich demütig zeigt und sozusagen klein macht. etc.

Das Problem mit der Bewertung von Gefühlen entsteht dann, wenn man diese eben als negativ sieht und anstatt darauf zu achten, was sie einen sagen wollen, diese dann unterdrückt oder wegzumachen versucht. Ausserdem, wenn nur noch als positiv bezeichnete Gefühle Anerkennung finden...und in vielen Fällen führt das zu Depressionen und anderen Störungen der Emotionswelt. Unter Anderem auch dem Gefühl von innerer Leere. Wenn du den Vergleich zu Schmerzen ziehen willst (den ich nicht ganz passend finde), wäre das in etwa so, als hättest du Zahnweh, aber anstatt zum Zahnarzt zu gehen würdest du solange leugnen, dass da Schmerzen sind, bis du diese nicht mehr aushältst und dann würdest du solange Schmerzmittel einnehmen, bis diese keine Wirkung mehr zeigen oder die Entzündung soweit fortgeschritten ist, dass sie gröbere Konsequenzen zeigt...

Dass du denkst, wenn einem die Welt sinnlos und leer vorkommt, das ein Grund zum Feiern sei, kann ich nur aus der Perspektive deuten, dass du dieses Gefühl in dem Ausmass nicht kennst. Denn in dem Moment wo es einen überfällt, ist mir jedenfalls alles andere zumute als zu feiern. Ich sehe nicht wirklich was es daran zu feiern gibt, wenn es einen innerlich fast zerreisst und man sich so verzweifelt und elend fühlt, dass einem Suizid als Beendigung dieses Zustandes attraktiv erscheint.
Zuletzt geändert von laetitia am 28. Mai 2016 00:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von laetitia » 28. Mai 2016 00:15

OK...weiss nicht, was ich jetzt gemacht habe...wollte bloss meinen Text editieren.
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Psychotic_Black_Rabbit » 5. Juni 2016 22:44

Ich weis nicht ob es sich dabei um das selbe handelt, aber manchmal habe ich etwas derartiges.
Meiner selbst Analyse nach kategorisiere ich das als Hyperdiffusion (ein Wort das ich scheinbar gerade selbst erfunden habe).
Ein Zustand in dem ich meine Innenwelt im Hyperfokus erlebe und dadurch meine Psyche von den Geschehnissen meiner Umwelt als abgekoppelt empfinde.
Also das Wahrnehmen dass das eigene Bewusstsein und die umgebende Welt zwei separate Entitäten sind.
Etwas das man normaler Weise eben gar nicht bewusst wahrnimmt, so wie man normalerweise automatisiert Atmet und nicht kontrolliert.
Als würde ich meinen Körper nur dabei von außen beobachten wie er in einer Situation anwesend ist die autonom unabhängig von meiner beobachtenden Wahrnehmung stattfindet.
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Lucya » 6. Juni 2016 10:49

Hallo,
Habe nicht alle Beiträge gelesen. Nur ein bißchen quer.

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Ich habe es ständig. Mit sehr wenigen Ausnahmen. Es ist bei mir auch nicht wie eine Leere (denn die kenne ich auch). Es ist eine Art der Dissoziation. Ich nenne es "Dauerdissoziation". Auch dieses Wort gibt es nicht wirklich. Ich habe auch andere Dissoziationen. Dann kann ich nicht mehr reden, mich nicht bewegen, rutsche vermehrt in Flashbacks. Dabei habe ich eine absolut erhöhte Wahrnehmung, was komisch ist, denn eigentlich stellt die Dissoziation ja eine Abspaltung dar, um sich selbst zu schützen. Kommt es zu einer akuten Dissoziation bin ich den ganzen Tag ausgeknockt. Ich schlafe dann stundenlang und alles tut mir weh.

Ich muss wohl dazu sagen, dass ich Depressionen und Borderline habe und dieses Phänomen da nicht ganz unüblich ist.

Ich empfinde das, wie auch Leere (so wie ich Leere definiere) als sehr unangenehm ein.

LG Die Lucya
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Re: unreales Gefühl

Beitrag von Pittiplatsch » 11. Juni 2016 21:57

Ich kann dich voll und ganz verstehen.
Manchmal weiß ich in einem Moment garnicht wo ich bin oder wer. Ich versuche es so gut es geht zu verdrängen. Und zwinge mich dazu eben nicht an soetwas zu denken.
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