Wohlmöglich ADS!?

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Seven
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Wohlmöglich ADS!?

Beitrag von Seven » 28. August 2013 17:49

Hallo,
ich hoffe, dass ich hier nicht im falschen Forum bin, da es nur um einige Fragen geht, die mich total interessieren. Ich kriege in Google nichts gefunden und habe mir gedacht, dass ich mich nach einem ADS-Forum umsehen soll. Gesagt getan!

Vorab noch eine kleine Vorstellung, sonst wirkt das unsympathisch:
Ich bin derzeit 18 Jahre alt, männlich und mache z.Z noch die Schule weiter. Ich besuche eine Realschule einer Berufsschule und möchte nach diesem Jahr ins Gymnasium wechseln. Dies jedoch bleibt mir erschwert, da Mathematik in meinem "Kurs" das Thema unter den Themen ist.

Kleine Geschichte zum Lesen:
Vor circa 3 Monaten hat mir meine Mutter zum ersten Mal gesagt gehabt, dass bei mir in der Kindheit eine Hyperaktivitätsstörung und Entwicklungsstörung festgestellt wurde, weshalb ich eine Ergotherapie besuchen musste. Auf die Frage: "Meinst du mit Hyperaktivitätsstörung ADS?" bekam ich leider keine Antwort, da das Thema direkt todgeschwiegen wurde. Ich fand nebenbei alte Grundschulzeugnisse, bei denen häufiger drin stand, dass meine Aufmerksamkeit das größte Hindernis sei. Aufgrund dessen musste ich in der Grundschule zweimal wiederholen, die Entwicklungsstörung hat dazu natürlich auch einen "Beitrag geleistet", da ich anfangs Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte. Ich war aber mal in Mathe sehr gut. Heute ist es so, dass ich die deutsche Sprache beherrsche kann und starke Probleme mit der Mathematik habe. Wie ausgewechselt. 

Meine erste Frage ist: Bedeutet eine Hyperaktivitätsstörung im Allgemeinen ADS? Es gibt bei mir klare Anzeichen für ADS, genauso wie für das Asperger-Syndrom. Aber zwischen den beiden "Krankheitsbildern" gibt es kaum Unterschiede - soweit ich weiß. Denn wenn dies der Fall wäre, könnte ich mir meine Suchtfälle, in denen ich total in eine Sucht falle und meine starken Probleme in Mathematik erklären. Ich habe öfter durch Selbstbeobachtung die Erfahrung gemacht, dass meine Aufmerksamkeit schnell verschwindet, wenn mich nichts mehr interessiert. Sei es ein Thema oder ein Gespräch. Am Ende weiß ich nicht, worum es ging.

Meine zweite Frage ist: Wenn man ADS hat, ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Depressionen noch wahrscheinlicher? Ich glaube mal etwas darüber gelesen zu haben. (Ich interessiere mich sehr für die Psychologie)

Meine dritte Frage ist: Falls dies nun stimmen sollte, habt Ihr eventuell Tipps für mich? Für die Mathematik, sodass ich nicht wie immer auf eine 5 auf dem Zeugnis erhalte..

Ich bedanke mich im Voraus für Eure (hoffentlich von mir ersehnten) Antworten, die mich ein Stückchen weiterbringen können. :-)

MfG,
Seven
Falschparker
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Re: Wohlmöglich ADS!?

Beitrag von Falschparker » 28. August 2013 18:21

Hallo Seven,

erstmal herzlich willkommen hier!  :winken:

Ja, statt ADHS sagte man früher eher Hyperaktivität. Ja, bei ADHS sind Depressionen wahrscheinlicher, Abhängigkeiten auch. (Und Unfälle, Ausbildungsabbrüche, unerwünschte Schwangerschaften, Trennungen, Straftaten und verschiedenes Andere mehr. Das heißt, all dies tritt natürlich nicht zwingend auf, aber die Wahrscheinlichkeit ist erhöht gegenüber der Durchschnittsbevölkerung.)

Erinnerst du dich denn noch an die Ergotherapie? Hatte sie etwas gebracht damals?

Tipps für Mathematik? Ich denke, eine 5 liegt nicht unbedingt nur an ADHS. Vermutlich wirst du wenigstens eine 4 erreichen können, wenn du besser lernst. Und es gibt auch Tricks, um das Interesse am Thema zu erhalten, so dass auch die Konzentration erhalten bleibt.

Aber wenn es an ADHS liegt und du die ADHS behandeln lässt, kann das natürlich deine Leistung verbessern. Wobei ich etwas zögerlich bin- ADHS ist viel mehr als Leistung, und ADHS-Behandlung ist nicht nur "Leistungsverbesserung". Wenn du dich dopen willst, vergiss es besser. AD(H)S betrifft das ganze Leben, nicht nur die berufliche oder schulische Leistung, und AD(H)S hat auch positive Seiten.

Kaum Unterschiede zwischen ADHS und Asperger? Dann hast du vermutlich oberflächlich gelesen. Nein, es gibt da sicher große Überschneidungen, und auch Aspergerbetroffene können von den gleichen Medikamenten profitieren, aber es sind dennoch unterschiedliche Störungsbilder.

Kannst du an die Untersuchungsergebnisse von damals drankommen? Mit 18 hast du ja das Recht Auskunft zu erhalten, und wenn deine Eltern dir die Berichte nicht geben möchten, kannst du sie von der damaligen Praxis anfordern (falls dort noch vorhanden).

Ich sehe gerade, du schreibst ADS ohne H. Die Hyperaktivität lässt mit dem Erwachsenwerden sehr oft nach, aber die Störung ist dennoch die Gleiche. Die Ablenkbarkeit und Impulsivität (die z. B. für Suchtentwicklung sorgt) bleiben.

Emfehlungen? Belies dich weiter zu dem Thema, es gibt gute Bücher und Internetseiten. Kennst du
http://www.adhs.ch/
oder
http://www.adhs-deutschland.de/Home.aspx
?

Auch eine Selbsthilfegruppe ist eine Möglichkeit, allerdings gibt es dort meist nicht so viele junge Erwachsene.

Erstmal hilft einem die Beschäftigung mit dem Thema, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren.

Und wenn du meinst du möchtest eine Behandlung deiner ADHS, wäre der erste Schritt dir eine gute Arztpraxis oder Ambulanz dafür zu suchen. Das macht nicht jeder Psychiater um die Ecke, du kannst Adressen hier in der Arzt- und Therapeutensuche erfahren. Oder von einer Selbsthilfegruppe in deiner Gegend, wenn du eine findest.

Viele Grüße
Falschparker
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Seven
Forummitglied
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Registriert: 28. August 2013 17:24

Re: Wohlmöglich ADS!?

Beitrag von Seven » 28. August 2013 18:55

[quote="Falschparker"]
Hallo Seven,

Erinnerst du dich denn noch an die Ergotherapie? Hatte sie etwas gebracht damals?

Kannst du an die Untersuchungsergebnisse von damals drankommen? Mit 18 hast du ja das Recht Auskunft zu erhalten, und wenn deine Eltern dir die Berichte nicht geben möchten, kannst du sie von der damaligen Praxis anfordern (falls dort noch vorhanden).

Ich sehe gerade, du schreibst ADS ohne H. Die Hyperaktivität lässt mit dem Erwachsenwerden sehr oft nach, aber die Störung ist dennoch die Gleiche. Die Ablenkbarkeit und Impulsivität (die z. B. für Suchtentwicklung sorgt) bleiben.

Viele Grüße
Falschparker
[/quote]

Hallo,
vielen Dank für deine hilfreiche Antwort!

Ich kann mich kaum an die Geschehnisse meiner Kindheit erinnern, aber ich kann mich noch erinnern, dass ich in der Ergotherapie Bausteine stapeln musste. Ich denke, dass die Ergotherapie was gebracht hat.

An die Untersuchungsergebnisse kann ich nicht rankommen, das wären dann 5 Stunden Fahrt für mich. Kann ich an die Untersuchungsergebnisse woanders rankommen? Ansonsten bombardier' ich meine Mutter mit Fragen.

Ich bin mir nicht sicher ob ADS oder ADHS. Hyperaktiv sowie hochaggressiv war ich - ob nun ADS oder ADHS. Darin bin ich nicht aufgeklärt.

Ich werde mal die Tage versuchen zu meinem Hausarzt zu gehen und dort mein Problem schildern, sodass er mich weiterberaten kann. Ich werde mich über das Thema genauer informieren nun, das interessiert mich. Danke nochmals!!

MfG,
Seven
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Hanghuhn
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Re: Wohlmöglich ADS!?

Beitrag von Hanghuhn » 28. August 2013 20:50

[quote="Seven"]
Es gibt bei mir klare Anzeichen für ADS, genauso wie für das Asperger-Syndrom. [/quote]
Woher hast Du das mit dem Asperger-Syndrom? Es gibt einige Ähnlichkeiten bei den Symptomen. Deshalb ist es auch für Fachleute manchmal schwer, das genau auseinanderzuhalten, bei der Interpretation einger Verhaltensweisen. Aber wie Falschparker schon schreibt, ist es doch etwas vollkommen Verschiedenes.

Vermutest Du bei Dir Asperger, oder wurde das damals auch festgestellt?
LG Hanghuhn
Falschparker
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Re: Wohlmöglich ADS!?

Beitrag von Falschparker » 28. August 2013 21:13

5 Stunden fahren musst du nicht, du kannst auch einen höflichen Brief schreiben und darin um eine Kopie der damaligen Berichte bitten.

Und auch die damalige Ergotherapiepraxis wird eine Dokumentation über dich haben.

ADS mit oder ohne H ist gleichgültig. Das ist dieselbe Störung und wird auf dieselbe Art behandelt.

Schwieriger (für eine klare Diagnose) wäre es wenn du als Kind nicht hyperaktiv gewesen wärest. ADHS im Erwachsenenalter setzt den Beginn der Symptome im Kindesalter voraus.
Zuletzt geändert von Falschparker am 28. August 2013 21:14, insgesamt 1-mal geändert.
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