Als Kind ADS, - als Erwachsener ADHS ..... gibt's das?

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Nando
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Als Kind ADS, - als Erwachsener ADHS ..... gibt's das?

Beitrag von Nando » 12. Mai 2013 21:04

Ich habe oft gehört, das man als Kind ein ADHS (also mit Hyperaktivität) haben kann, das sich dann im Erwachsenenalter in ein ADS (ADHS ohne Hyperaktivität) umwandeln kann.

Ich habe aber bislang nur einmal in einem Buch gelesen, das sich im Kindesalter ADS (ADHS ohne Hyperaktivität) im späteren Erwachsenenalter in ein ADHS (mit Hyperaktivität) umwandeln kann - auch wenn es nur sehr selten vorkommt.

Wer von Euch hat die Erfahrung gemacht, das er als Kind zuerst ADS und im Erwachsenenalter ADHS bekam?? oder
Kennt jemand von Euch einen solchen Fall?

Sollte dies nämlich nicht möglich sein, muss ich meine gesamte AD(H)S - Diagnose in Frage stellen, was mich wieder an den Anfang aller Probleme stellen würde. Bei mir war das nämlich genau in der Reihenfolge: erst ADS, dann AD(H)S.
Ich möchte noch dazu sagen, das bei mir AD(H)S erst vor kurzem mit 39 Jahren (mit allen Tests, und Nachweisen aus der Schulzeit die dazu gehören) festgestellt wurde.
Geb. 1974, m., AD(H)S-Diagnose seit 05.08.2013
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Angie
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Re: Als Kind ADS, - als Erwachsener ADHS ..... gibt's das?

Beitrag von Angie » 12. Mai 2013 21:16

Kann passieren. Entweder sind eventuell Kmorbiditäten/Begleiterkrankungen entstanden, die die Hyperaktivität fördert oder auch hormonelle Umstellung.
Reizüberflutung durch Medien .......... eventuell Computerarbeit.

Könnte auch ADHS-Mischtyp sein. Bei Langeweile antriebslos, bei Interesse hyperaktiv.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Als Kind ADS, - als Erwachsener ADHS ..... gibt's das?

Beitrag von Elchi » 13. Mai 2013 11:54

Hallo Nando,

ADS/ADHS gibt es wohl in allen Abstufungen. Und es kann sich im Laufe des Lebens ändern.

Die Diagnose in Frage stellen, weil es bei Dir anders als "im Regelfall" gelaufen ist, halte ich für keine gute Idee. Es gibt diesen netten Spruch "Ausnahmen bestätigen die Regel". Nur weil es meistens so ist, dass die Hyperaktiven Kinder im "Alter" aüßerlich ruhiger werden (und es ist ja eben nur aüßerlich, die innere Unruhe bleibt ihnen ja erhalten), heißt das ja nicht, dass es nicht auch anders herum sein kann.

Bis vor kurzem war die ruhige Form ADS ja auch noch fast unbekannt. Dass es auch noch Erwachsene gibt, die mit ADS/ADHS "gesegnet" sind, hat sich auch erst in den letzten Jahren herumgesprochen.
Vielleicht ist es in einigen Jahren auch nicht mehr so selten, dass mal jemand von einem Verlauf wie bei Dir berichtet und das auch in Fachbüchern erwähnt wird.

Lass' Dir einfach mit den heute möglichen Mitteln helfen, ob es nun ADS oder ADHS ist, ist doch egal  :zwink:

LG
Elchi
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Re: Als Kind ADS, - als Erwachsener ADHS ..... gibt's das?

Beitrag von Falschparker » 13. Mai 2013 20:10

[quote="Nando"]
Wer von Euch hat die Erfahrung gemacht, das er als Kind zuerst ADS und im Erwachsenenalter ADHS bekam?? oder
Kennt jemand von Euch einen solchen Fall?

Sollte dies nämlich nicht möglich sein, muss ich meine gesamte AD(H)S - Diagnose in Frage stellen, was mich wieder an den Anfang aller Probleme stellen würde.[/quote]

Hallo Nando und  :wif:  :mützewink:

warum solltest du das tun? Ich meine, dafür müsste es nicht nur selten sein, sondern auch theoretisch unmöglich, und das sehe ich nicht.

Wie Elchi schon schrieb, kann sich die AD(H)S im Lebensverlauf verändern, du könntest auch wieder ruhiger (und dennoch ADS-ler) werden in den nächsten Jahrzehnten. Außerdem: Woher weißt du ob du nicht wirklich wenigstens etwas hyperaktiv warst als Kind? Nur weil deine Erinnerung das nicht bestätigt? Die kann uns auch einen Streich spielen (und ebenso unseren Eltern oder früheren Lehrern). Kommt ja auch darauf an was der Beobachter als normal empfindet.

Viele Grüße  :winken:
Falschparker
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Re: Als Kind ADS, - als Erwachsener ADHS ..... gibt's das?

Beitrag von No User » 13. Mai 2013 21:09

Nichts dagegen, Diagnosen gelegentlich auf den Prüfstand zu stellen, insbesondere wenn sie einem therapeutisch nicht weiterhelfen. Aber eine ADHS-Diagnose nur deswegen zu verwerfen, weil die Reihenfolge adulter ADHS nach juveniler ADS einer von dir gedachten Norm nicht entspricht? Das ist doch Quatsch.

Der Kern des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms liegt mit wie ohne Hyperaktivität sowieso in der Aufmerksamkeitsdysregulation, ob sich damit verbundene Unruhe extrovertiert zeigt, die soziale Umwelt beeindruckt (und nervt), als innere Unruhe nur vom Betroffenen oder auch gar nicht wahrgenommen wird, hängt von vielen Faktoren ab und unterteilt das das Spektrum des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms, das man auch unter der Abkürzung ADS zusammenfassen kann, in solche mit und ohne Hyperaktivität sowie Mischformen.

Nun mag es öfter passieren, dass Hyperaktivität auf dem Weg zur Reife nachlässt. So wie Kinder schon sowieso aktiver sind und das Alter weniger dynamisch, wie "wilde Jahre" regelmäßig mit der Zeit verblassen, wie man größere Freiräume gewinnt, erfahrenere Kompensationsstrategien und auch, wie die Adoleszenz einige biologische Veränderungen mit sich bringt.

Doch bei ungünstigem Verlauf, unzureichender Therapie oder schlicht Pech häufen sich im Erwachsenenalter Begleit- und Folgestörungen an, darunter u.U. solche, die sich auch in Hyperaktivität äußern oder mit mehr Glück einfach nur zusätzlich das Symptom der Hyperaktivität.

Gemäß den Diagnosekriterien setzt die Diagnose einer ADHS am Erwachsenen voraus, dass die Störung (also nicht ausdrücklich die Hyperaktivität) vor dem siebten Lebensjahr begann (ICD-10) bzw., dass "Einige Symptome der Hyperaktivität, Impulsivität oder Unaufmerksamkeit, die Beeinträchtigungen verursachen, bereits vor dem Alter von sieben Jahren auftraten (DSM-IV). Nichts davon schließt für den individuellen Fall ADS (ohne H) als kindlichen Ausdruck einer späteren ADHS aus. Und du hattest sogar eine diagnostizierte ADS, nicht nur diffuse Hinweise aus Zeugnissen und Berichten von Eltern und Erziehern. Das ist nun wirklich kein Ausschlusskriterium für ADHS.

LG
Steffchen
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