ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

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superstar88
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ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von superstar88 » 11. Februar 2013 03:40

Hallo Leute,

bin im Moment ziemlich am hadern.... Ich rauche seit cira 8 Jahren und ich muss wirklich sagen, dass rauchen für mich ein echter Genuss ist und noch wichtiger, eine Hilfe! Die Nahteile sind für mich keine echten Nachteile (geruch, geld etc.) außer EINES: Die Gesundheit (klar!). Ich weiß nur nicht, wie ich damit aufhören kann, weil ich echt richtig abhängig bin! Wenn ich nicht rauche, bin ich unerträglich (das sagt mir dann auch mein Umfeld - na toll) und dann geht auch garnixmehr. Rauchen beruhigt mich, es ist ne Tatsache (auch wenn wissenschaftler sagen, dass das einbildung ist etc.). Besonders zusammen mit Alkohol ist es extreeeeeem beruhigend. Aber ich habe wirklich Bedenken wegen der Folgen. Mal eine Frage besonders an die, die es gepackt haben, aufzuhören: WIE HABT IHR DAS GEMACHT, OHNE SCH****? Einfach aufhören? Okay, dann mit welchen Konsequenzen bitte. Bin gespannt.
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Wölfin
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von Wölfin » 11. Februar 2013 06:03

Ich rauche auch, aber mit Medis viiiiel weniger als früher ohne. Nicht ganz eine Schachtel am Tag statt fast 2.
Aufhören kommt für mich nicht in Frage, weil ich so mal vom Schreibtisch weg komme und mich bewege. Man schwatzt mit Kollegen, auch aus anderen Abteilungen und kommt auf andere Gedanken. Oft fällt mir vor der Tür ein, woran ich gerade geknobelt hatte.

Ich hatte mal aufgehört, für 6 Jahre. Ohr-Akkupunktur war damals die große Hilfe. :top:

Es hat mir aber immer gefehlt. Klar nervt es heute oft, weil man vor die Tür muss und besonders wenn man mit Nichtrauchern lange unterwegs ist. Bei langen Autofahrten ist gerade mal die Zeit für eine Pipi-Pause... würde ich dann noch rauchen, würden die mich nicht wieder mitnehmen. :icon_rolleyes:
Ich finde witzig, wie viele Leute man auf langen Zugfahrten so kennenlernt. Sobald zwei ICEs aneinander oder auseinander gekoppelt werden oder wenn ein Kopfwechsel gemacht wird, rennen alle Raucher raus und Rauchverbot auf Bahnhöfen hin oder her, dann steht der Bahnsteig voll. Es wird geschwatzt und immer schön der Schaffner beobachtet. Wirft der seine Kippe weg, geht das Gerenne los: Alle wieder rein! :breitgrinse1: Und das trifft Manager wie Punker... Gleichberechtigung mal anders. :zwink:
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superstar88
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von superstar88 » 11. Februar 2013 07:40

Oh mann, kann mal wieder nicht schlafen... Du bist wahrscheinlich *wieder* wach??

Danke für deine Antwort... Ohrakupunktur hatte ich auch mal, da war ich allerdings 19 und ich weiß nicht, wie ich dazu stehen soll... Ich hab irgendwie keinen Effekt gespürt. Es gibt doch verschiedene Arten von Akupunktur, weißt du noch, was genau und wie genau das gemacht wurde?

Von medis will ich eigentlich erstmal nix mehr wissen, hab damit keine so guten erfahrungen (auch wenns bei anderen hilft, das hat damit nix zutun) nur was ich mich frage...

Denkst du, dass MPH sehr helfen kann, mit dem Rauchen aufzuhören? Ich hab eben mal bisschen in den Weiten des internet gekuckt, und hab das hier gefunden: http://adhspedia.de/wiki/Nikotin  ... Wenn ich das richtig verstehe, was da steht, heißt das doch, dass die rausgefunden haben, dass die medis offiziell nicht beim rauchen aufhören helfen? Wobei das ja im Wiederspruch dazu ist, was wiederrum hier steht: http://adhspedia.de/wiki/Selbstmedikation ... *recherchier* dass praktisch MPH ein niko-ersatz ist, weil man sich damit quasi selbst behandelt (statt der medis)... Keine Ahnung, ob ich da jetzt was durcheinander bringe, aber finds grad interessant.

Ja, rauchen ist extrem sozial und mein ganzer Freundeskreis besteht eigetlich aus Rauhern :schäm: Liegt vielleicht auch daran, dass ich viele Freunde hab, die auch ADS haben und deshalb sich "selbst behandeln"  :top:

Keine Ahnung. Ich hab überlegt, dass ich vielleicht auf die e-zigarette umsteige. Nur heißt es ja, die sei noch schädlicher als rauchen... was meinst du?
maerenthaler
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von maerenthaler » 11. Februar 2013 10:04

Hi superstar88,

[quote="superstar88"]
Mal eine Frage besonders an die, die es gepackt haben, aufzuhören: WIE HABT IHR DAS GEMACHT, OHNE SCH****? Einfach aufhören? Okay, dann mit welchen Konsequenzen bitte. Bin gespannt.  [/quote]

Ich habe am Tag meines 2. Herzinfarkts übergangslos mit dem Rauchen aufgehört,
nach "nur" ca 20 - 25 selbstgedrehten Javanse Jongens pro Tag, die aber 39 Jahre lang.
Und wenn's "fertige" sein sollten, dann kamen nur Gauloises, Gitanes oder Zigarillos in Frage.

Die Konsequenz?

Meine ADS-Symptomatik wurde so übermächtig,
daß ich mich endlich im zarten Alter von 54 Jahren deswegen an einen Arzt gewandt
und dann auch prompt meine Diagnose erhalten habe.

[quote="superstar88"]
Die Nachteile sind für mich keine echten Nachteile (geruch, geld etc.) außer EINES: Die Gesundheit (klar!).  [/quote]

Einen Nachteil haste vergessen: die Zeit, die man verschwendet.

Das ist das, was ich am meisten geniesse, seit ich nicht mehr rauche:

Kein: "Jetzt rauchen wir aber erst noch eine" mehr.

Keine Anstrengungen mehr, für ausreichenden Vorrat zu sorgen,
kein strategisches Deponieren von Feuerzeugen, Blättchen und Tabak,
nur um jaaaa nicht mal "ohne" dazustehen.

Ich bin absolut 100%ig dankbar für die Lebensqualität,
die ich alleine dadurch gewonnen habe,
daß ich diese Knechtschaft aus meinem Kopf und meinem Leben raushabe.

Jemals wieder rauchen?

Nä, im janze Lewwe nit.

LG
Christian
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wuseline
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von wuseline » 11. Februar 2013 16:25

Huhu,

also ich hab 25 Jahre geraucht und hab aber kein AD(H)S und trotzdem hab ich es bis vor einem halben Jahr nicht geschafft aufzuhören. 

Also ich hab es mit Tabletten geschafft aufzuhören und mein Mann auch. Aber sind auch wirklich nur zur Unterstützung. Ich denke mal das andere es vielleicht mit anderen "Krücken" schaffen. Das wichtigste ist wirklich das man aufhören will, sonst kann man machen was man will.

Also hauptgrund bei uns war und ist die Kosten. Das ist auch wirklich was mich abhält wieder anzufangen. Gesundheitlich musste ich nicht und das gestinker hab ich ja nicht gerochen.  :breitgrinse1:

Das riecht man jetzt  :icon_eek:

Ich merk auch das mich das in vielen Situationen beruhigt hat. Aber es geht ohne, wenn es auch ein harter Weg ist.

Gruss wuseline
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Wölfin
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von Wölfin » 11. Februar 2013 18:03

[quote="superstar88"]
Oh mann, kann mal wieder nicht schlafen... Du bist wahrscheinlich *wieder* wach??

Danke für deine Antwort... Ohrakupunktur hatte ich auch mal, da war ich allerdings 19 und ich weiß nicht, wie ich dazu stehen soll... Ich hab irgendwie keinen Effekt gespürt. Es gibt doch verschiedene Arten von Akupunktur, weißt du noch, was genau und wie genau das gemacht wurde? [/quote]Ja, ich war wieder wach, gleich beim ersten Wecker. :breitgrinse1:

Also, es ging trotz Akkupunktur nicht ganz von alleine und ich war die ersten Wochen extrem mies drauf.
Die Frau hat Stellen am Ohr mit einem stumpfen Stift berührt und wenn ich "Aua" gesagt habe, hat der Punkt eine Nadel bekommen. Die Nadeln hatten ein Pflaster oben drüber und sind drin geblieben, bis sie raus fallen (so 2 Wochen). Das ganze zwei Mal und dann ging es.
Das "Aua" hieß halt, dass da was blockiert ist. Ist ewig her, ich habs vergessen. :upsi:
Achja, ich musste irgendwie noch testen, ob das linke oder das rechte Ohr dran glauben musste.

Ich habe einen Effekt gemerkt, denn ohne Nadeln war ich richtig neben der Spur, mit war es nur noch ätzend.

Ich weiß nicht, ob man mit Medis besser aufhören kann - bei mir hat es automatisch die Menge reduziert und wenn die Wirkung aufhört, rauche ich wieder etwas mehr. Mein Positiv-Rekord liegt bei 5 Zigaretten am Tag... Dienstreise mit Nichtrauchern und viel Aufenthalt in Sicherheitszonen, wo man nicht mal eben vor die Tür geht, weil man einfach nicht wieder rein kommt. :108:
Wenn ich bei der Arbeit richtig was schaffen muss, vergehen auch schon mal 3 Stunden ohne Zigarette (und ohne Essen, Trinken, Toilette oder andere Pausen).

lg
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von Arni » 11. Februar 2013 18:40

Moin....

ich trinke seit 13 Jahren kleinen Alk mehr, rauchen tu ich seit bald 2,5 Jahren nicht mehr.

Die ersten Wochen ist man extrem hibbelig wegen dem Suchtdruck, aber das gibt sich. In den ersten Monaten hat man ab und zu das Verlangen zu rauchen.

Man muss konsequent NEIN sagen und durchhalten, dann klappt das auch. Nicht von anderen Leuten verleiten lassen. Andere Tätigkeiten machen, wei spazieren gehen, Radfahren, etc.pp.

Viel Erfolg!

MfG
Zuletzt geändert von Arni am 11. Februar 2013 18:44, insgesamt 1-mal geändert.
Ich bin nicht geboren worden, um es allen recht zu machen. :mopp:

Notorischer Radfahrer :2415282:
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von Königin » 28. Februar 2013 23:05

Hallöle :)

Mein Bruder hat auch ADHS und normalerweise ist es dann ja noch schwerer. Der ist einfach einen Morgen aufgestanden und dachte so, näää heute höre ich auf.
Er hat es geschafft und dabei hat er fast 2 Schachteln am Tag geraucht.
ich verstehe das auch nicht. Immer wieder probiere ich es auch, aber bei mir haut es nicht hin. ich glaube da muss man schon echt irgendwie gedankenmäßig gezwungen werden..
LG
:)
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von holly » 1. März 2013 18:38

Ich hab gehört das Ersatzmittel sehr gut sind.
Wenn man aufhört zu trinken, steigt man halt auf roth händle um.
Und wenn man aufhört zu rauchen, steigt man halt auf Völlerei um.
Wenn man zu dick ist, fängt man halt an sich appetitmindernde Medis einzuschmeißen.
...und wenn die Medis nicht mehr wirken, tja...
fängt das ganze Spiel von vorne an
Und diese ganze Gemeinde soll erfahren, daß der HERR nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Kampf ist des HERRN Sache, und Er wird euch in unsre Hand geben!
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von cajo81 » 2. März 2013 15:35

Mein Vater ist nach 30 Jahre Rauchen auf, bitte festhalten, Schnupftabak umgestiegen.  Der Anblick ist jetzt dank brauner Taschentücher schlimmer. :kk:
Dennoch ist sein Umfeld paradoxerweise irgendwie von seinem Spleen bgeistert.
Ich selber glaube dass Rauchen bei ADHSlern genauso ein Problem des Hyperfokuses wie bei anderen ADHS-Zwangsstörungen. In dem Moment wo man raucht nimmt man die Außenwelt nicht mehr so stark wahr. Und da dies ja selbst entlastend wirkt steigert man sich nur noch mehr rein. Zusätzlich wirken dann natürlich noch die chemischen Stoffe.

Mein Onkel treibt das Ganze dabei auf die Spitze : Er trinkt seit 20 Jahren PRO TAG eine Flasche Whiskey und raucht dazu zwei Packungen Zigarillos.  :icon_eek:
Und wenn ihn die Leute fragen wie er denn bei diesem ungesunden Leben so erfolgreich in Beruf und Familie werden konnte (er hat 5 Firmen selbst aufgebaut) antwortet er immer nur ganz direkt dass er ohne den Alk und das Rauchen niemals hätte so erfolgreich werden können. Wenn er nicht trinkt oder raucht ist er auch sozial unerträglich bzw. hält es keine 10 Minuten in Gesellschaft aus weil im alles schnell zu viel wird. 
Übrigens : Er ist studierter Biologe und seine Unternehmen sind alle Pharmaunternehmen oder Labore in denen kranke Menschen untersucht wurden. Er weiß also ganz genau was er sich antut und tut es dennoch !
Er gehört übrigens auch zu jenen wenigen Menschen die besser Auto fahren wenn sie besoffen sind. Wenn er nüchtern fährt ist ihm ebenfalls alles zu viel. Der Polizei ist er trotz mehrer Kontrollen nie aufgefallen.  :grübel:

Manchmal kommt es mir echt so vor als habe man als ADHSler nur die Wahl zwischen zwei Lebensweisen :
Entweder man macht sich körperlich kaputt und ist dafür seelisch glücklich oder man lebt körperlich gesund ist aber seelisch unglücklich.  :kk:
So langsam sollte ich also scheinbar doch auch endlich mal das Rauchen und Trinken anfangen anstatt enthaltsam zu leben.  :ichboss:
Zuletzt geändert von cajo81 am 2. März 2013 15:47, insgesamt 1-mal geändert.
Tinoa
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Re: ADHS und rauchen... ist man lebenslang in der Falle?

Beitrag von Tinoa » 19. April 2013 21:34

Ich rauche auch seit 17 Jahren - mit mehreren Unterbrechungen. Mehrmals habe ich schon aufgehört, einmal sogar fast ein Jahr lang nicht geraucht. Und dann wieder angefangen. Man könnte sich selbst dafür...  :aufsmaul_2:
Ich betrachte mich auch als absolut süchtig. Wenn ich abends nur noch 1-2 Zigaretten habe, fahr ich notfalls in der Nacht nochmal los und hole ne Schachtel. Selbst wenn ich die dann gar nicht mehr anfange. Allein der Gedanke "es sind keine mehr da"...
Wenn ich aufhöre bin ich unerträglich, fühle mich schlecht, bin extrem launisch, aggressiv, kann nicht schlafen usw. Das Rauchen hat in meinem Alltag einen so festen Stellenwert eingenommen und feste Verknüpfungen, dass ich das ohne Hilfe nicht nochmal schaffen werde. Ich habe auch das Gefühl, dass nach jedem Aufhören und wieder anfangen, das nächste Aufhören noch schwieriger wurde.

Mein Vater war auch sehr starker Raucher und hat von heute auf morgen aufgehört - ebenfalls mir Ohrakupunktur. Hat unser damaliger Hausarzt gemacht. Ich wollte das dann auch, aber er sagte das ginge bei mir nicht - ich habe mir den Suchtpunkt durchstochen. So ist das, wenn man viele Ohrringe und Piercings hat...  :icon_rolleyes: :upsi:

Wenn also jemand den ultimativen Tipp hat - ich bin dabei und wir starten ne gemeinsame "Entrauchung"!  :top:
(A)nders (D)enken (H)ören (S)ehen
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