Empathiefähigkeit durch MPH besser ???

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cajo81
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Empathiefähigkeit durch MPH besser ???

Beitrag von cajo81 » 5. Februar 2013 21:10

Hallo ihr Lieben !
Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder,

Leider ist es mir die letzte Zeit gar nicht gut ergangen. Ich habe psychisch immer weiter abgebaut bis sogar letztes Jahr körperliche Symptome eintraten (Schwindelgefühle, Gleichgewichtsstörungen etc.) Ich habe da auch einen Wahn entwickelt ich würde unter Parkinson leiden.  :upsi:
Dank eines Freundes habe ich dann allerdings geschafft mich durch Gespräche wieder etwas zu fangen und bin zu dem Hausarzt meiner Eltern gegangen. Dieser nahm sich sehr viel Zeit und nachdem ich ihm mein Leben erzählt hatte meinte er er vemute ich hätte das Borderline-Syndrom. Klarheit wird es allerdings erst diesen Monat geben - hoffentlich - denn ich komme nach München in die Klinik und werde dort von oben bis unten durchgecheckt.
Natürlich habe ich jetzt wieder das Problem dass jetzt alles nur noch um Borderline kreist. Da ich gebeten wurde für die untersuchung einen Lebenslauf zu erstellen sowie meine bisherigen Medikamente nebst Wirkung aufzulisten bin ich natürlich wieder zwangsläufig auch in meiner MPH-Vergangenheit gelandet. In diesem Zusammenhang wundert mich immernoch dass MPH mich - auch wenn´s nur kurz gewirkt hat - ruhig gestellt hatte; ich sogar teilweise besser damit schlafen konnte.

Meine Fragen an Euch :
Auch im Bezug auf meine Empathiefähigkeit hat mir MPH sehr geholfen auch wenn die sozialphobischen Ängste nicht weg waren. Ich kam halt von meiner Selbstgrübelei weg, die wohl Borderlinebedingt zu sein scheint, konnte endlich meine Wahrnehmung auf Dinge um mich herum lenken und damit eben auch auf Menschen. Auch mein eigenes körperempfinden war 100-mal besser weil sich alles nicht mehr so "hart" oder wie "Leder" anfühlte. Euphorisch war ich aber nicht.
Jetzt wollte ich von euch wissen ob ihr auch diese Erfahrung in Sachen Empathiefähigkeit gemacht habt ?
Konntet ihr eigene Emotionen besser wahrnehmen und ausdrücken ?
Glaubt ihr die Wirkung die ich erlebt habe war die Wirkung der "Droge" Mph oder des Medikaments Mph ?
Wie erkennt man überhaupt ob man zusätzlich zu einer schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung noch zusätzlich ADHS hat wenn die Symptome sich oft überschneiden ?
Was mich wundert ist dass ich MPH selbst abgesetzt habe weil mir, obwohl es mir für ein paar Minuten half, die geringe Wirkungsdauer erschreckt hat und ich Angst hatte süchtig zu werden. Kennt man so ein Gefühl bei einer Droge ?
Wirkt MPH allgemein bei Borderline oder anderen Störungen beruhigend auch wenn man kein ADHS hat ?


Sorry, dass ich euch gerade wieder so viel mir Fragen bombadiere. Aber ich bin echt in Panik und meine Zwangsgrübelei will einfach nicht aufhören. Ich habe auch eine RIESIGE Angst mich wieder von irgendwelchen Ärzten abhängig machen zu müssen die womöglich von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Borderline wäre jetzt schon meine 5. Diagnose. So langsam habe ich die Schnauze endgültig voll !!!  Weiß nicht mehr wo oben und unten ist.  :baw:
Zuletzt geändert von cajo81 am 5. Februar 2013 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
Falschparker
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Re: Empathiefähigkeit durch MPH besser ???

Beitrag von Falschparker » 5. Februar 2013 22:20

cajo81 hat geschrieben:Da ich gebeten wurde für die untersuchung einen Lebenslauf zu erstellen sowie meine bisherigen Medikamente nebst Wirkung aufzulisten bin ich natürlich wieder zwangsläufig auch in meiner MPH-Vergangenheit gelandet. In diesem Zusammenhang wundert mich immernoch dass MPH mich - auch wenn´s nur kurz gewirkt hat - ruhig gestellt hatte; ich sogar teilweise besser damit schlafen konnte.

Meine Fragen an Euch :
Auch im Bezug auf meine Empathiefähigkeit hat mir MPH sehr geholfen
Na, das ist eigentlich nicht verwunderlich, sondern das was man vom MPH erwarten würde- ruhiger, mehr Übersicht, bessere Wahrnehmung. Besser einschlafen zu können ist auch nicht ungewöhnlich.

Die MPH-Wirkung ist, wie hier schon öfters gesagt wurde, keine ADS-Diagnose. Abgesehen davon schließen AD(H)S und Borderline einander ja nicht aus, sondern scheinen sehr verwandt miteinander zu sein. Gib mal Borderline und Winkler und Rossi in Gugel ein, die Beiden haben da mal (allerdings schon vor 10 Jahren oder so) was zu geschrieben.
Was mich wundert ist dass ich MPH selbst abgesetzt habe weil mir, obwohl es mir für ein paar Minuten half, die geringe Wirkungsdauer erschreckt hat und ich Angst hatte süchtig zu werden. Kennt man so ein Gefühl bei einer Droge ?
Du hattest Angst süchtig zu werden, das heißt ja nicht dass du in der Gefahr standst süchtig zu werden. Solange ein verantwortungsvoller Arzt verhindert, dass du deine Dosis absurd steigerst, passiert das auch nicht. Dass die Wirkungsdauer so kurz war, ist natürlich nicht gut- und rechtfertigt sicher, dass da nochmal genauer nachgeguckt wird, wie jetzt hoffentlich geschieht.

Aber die Gleichung MPH für ADHS-ler=gutes Medikament und MPH für Nicht-ADHS-ler=gefährliche Droge haben die Ritalinkritiker geprägt, vergiss das besser wieder. Was du beschreibst sind doch positive Wirkungen, du hast dich doch nicht in einen euphorischen Zustand versetzt.

Martin Winkler hat einiges über Traumata und "Löcher" bei ADHS-Betroffenen gesagt, die durch hohe oder häufige MPH-Dosen unter Umständen nur deutlicher zum Vorschein kommen. Anzeichen dafür seien sehr kurze Wirkzeiten. (Martin, habe ich dich jetzt richtig zitiert?)

Ich gehe da nicht so ganz konform mit, denn ich nehme unretardiertes MPH auch alle zweieinviertel Stunden (und habe meinem Sohn diesen schnellen MPH-Stoffwechsel offenbar vererbt) und fühle mich nicht traumatisiert und meine Dosis ist auch seit Jahren konstant. Aber Martin hat schon viele "schwierige" ADHS-ler in seiner Klinik gesehen, von daher wird er nicht ganz unrecht haben. 
Zuletzt geändert von Falschparker am 5. Februar 2013 22:23, insgesamt 1-mal geändert.
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cajo81
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Re: Empathiefähigkeit durch MPH besser ???

Beitrag von cajo81 » 6. Februar 2013 02:43

Danke für deine Antwort Falschparker.

Besonders den 2. Part deiner Antwort habe ich auch schon irgendwo mal gelesen. Da wurde auch erwähnt dass psychische Störungen Einfluss auf die Wirkdauer haben.
Hat Martin Winkler vielleicht irgendwas erwähnt was man in solchen Fällen machen kann ?
(ich habe mit 10mg MPH gerade mal 30 Minuten Wirkung gehabt) 

Ich persönlich habe ja die Theorie dass eine zu starke Reizflut welche durch ein defektes Filtersystem ausgelöst wird (z.B. durch ADHS) im Unterbewußtsein (Kleinhirn) wie eine Flutwelle einbricht und ziemlich viel kaputt macht. Übrig bleiben intensive unsortierte gedankliche und emotionale Erinnerungen. Viele sind bei mir z.B. immer überrascht wie gut ich mich noch an Sachen in meiner frühen Kindheit erinnern kann.
Wenn man nun Ritalin nimmt kann man diese Gedanken im Nachhinein erst verarbeiten oder neu einordnen bzw. vielleicht werden sie auch durch die erhöhte Konzentration in Schach gehalten und gelangen nicht so schnell ins Bewußtsein.

Es war für mich jedenfalls frustrierend zu erleben wie "normal" ich mit MPH bin und dabei gleichzeitig nur eine sehr kurze Zeit so sein zu können. Ich glaube dann bleibe ich lieber gleich nur krank und unnormal. Diese 3 Stunden werden in meinem Leben eh kaum großartig etwas verändern.

Was meint ihr ? Was würdet ihr machen wenn ihr am Tag nur max 3 Stunden erleben könntet wie ihr euch "normal" anfühlt ? Lieber ganz auf MPH verzichten ?
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