Probleme im Kindergarten

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kati1407
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Probleme im Kindergarten

Beitrag von kati1407 » 18. Dezember 2012 20:06

Hallo liebes Forum,

ich bin ganz neu hier und hoffe auf ein bisschen Unterstützung, bzw. um Verständnis. Wir haben jetzt seit 3 Wochen die Diagnose vom SPZ, dass unser Sohn an ADHS leidet. Leider so stark, dass wir nicht drumherum gekommen sind Ritalin geben zu müssen. Wir haben mit 5 mg eine Woche lang zur Einführung angefangen. In der zweiten Woche haben wir dann auf 10 mg erhöht. Er verträgt es an sich ganz gut. Kaum Nebenwirkungen. Da er gesundheitlich einige Tage aus dem Kiga bleiben musste konnten wir schon feststellen, dass das Medikament anschlägt. Man brauchte ihm z.B. nur ein einziges mal zu sagen, dass er sich umziehen soll. Vorher musste man es ihm geschätzte 100 mal sagen und und und. Da ich heute mit dem SPZ telefonisch Rücksprache halten sollte, habe ich mich vorher nochmal mit dem Kiga in Verbindung gesetzt. Dort wurde mir dann gesagt, dass er totale Gefühlsschwankungen habe und er super aggressiv sein soll. Ich verstehe das einfach nicht. Zu Hause ist er doch auch nicht so.....Klar sind dort viele Kinder und die Reizüberflutung sicherlich größer. Aber ich kann das einfach nicht verstehen. Kennt jemand so eine Situation und kann mir darüber was erzählen? Vielen Dank. Ach ja, unser Sohn ist 5 Jahre. Und ja ich weiß er ist eigentlich noch zu jung für Medis, aber leider geht es ohne gar nicht mehr...

Schöne Grüße
Kati
Elchi
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von Elchi » 18. Dezember 2012 20:24

Hallo Kati,

kann es vielleicht sein, dass die Wirkung der Tablette während der Kiga-zeit aufhört? Dann wären diese Gefühlsschwankungen wohl der sogenannte "Rebound".
Er kann auftreten, wenn die Wirkung nachlässt. Für die Kinder, die dann eine Zeit lang eine "normale" Wahrnehmung hatten, stürzt wieder alles ungefiltert ein, da kann man schon mal aggressiv werden  :zwink:

Es gibt Möglichkeiten, den Rebound zu veringern, oder sogar ganz zu umgehen. Z.B. dadurch, dass man vor Wirkende der ersten Tablette eine kleinere Dosis nachgibt. Dadurch wird der "Absturz" etwas abgemildert.

Oder Ihr steigt auf ein Retardmedikament um. Wenn die Wirkung dann zu Hause nachlässt, ist das für ihn vielleicht nicht so anstrengend und deshalb nicht so auffällig.

Wichtig ist während der Einstellung erst mal, wie die Wirkung während der Wirkzeit ist. In dieser Zeit stellt man fest, welche Dosis die richtige ist, und wie lange eine Dosis wirkt. Wenn man das weiß, kann man daran gehen, die Wirkdauer zu verlängern (durch Retard-Medis oder nächste Dosis nehmen).

Das sollte aber der Arzt mit Euch besprechen.
Wenn Ihr den Eindruck habt, dass es zu Hause mit 10mg so gut läuft, ist die Dosis vielleicht ja schon ganz gut. Frag doch mal im Kiga, wann er diese Gefühlsschwankungen und Ausraster hat. Wenn es erst 3-4 Stunden nach der Einnahme auftritt, passt das zu meiner Theorie.

LG
Elchi
kati1407
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von kati1407 » 18. Dezember 2012 20:40

Hallo Elchi,

lt. Kiga soll er wohl den ganzen morgen schon so gewesen sein, also nicht erst um Mittag. Zu Hause haben wir beobachtet, dass die Wirkungszeit so ca. 3,5 Std. beträgt. Aber um Mittag herum ist dann das totale Chaos. Mein Mann muss morgen eh ins Klinikum und wird dann nochmal mit der zuständigen Ärztin sprechen. Heute am Telefon, sagte sie halt nichts davon, dass wir um Mittag noch mal eine geben sollen. Aber sie wollte auch nochmal Rücksprache mit dem Kiga halten.

Vielen Dank für die Antwort.
Leider stoßen wir in der Familie und auch im Freundeskreis nicht immer auf Verständnis für unseren Sohnemann. Und die "Fachleute" im Kiga sind auch langsam mit dem Latein am Ende.

Wir wollen doch nur einfach das beste für ihn.

LG Kati
Elchi
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von Elchi » 18. Dezember 2012 20:50

Ich glaube, Ihr seit auf dem richtigen Weg. Eure Beobachtung zu Hause passt ja zum Rebound. Das kann man in den Griff bekommen.

Wie steht denn der Kiga zu den Medis? Oft sind diese "Fachleute" ja sehr dagegen eingestellt. Dann muss man leider auch damit rechnen, dass die Informationen nicht so ganz erst zu nehmen sind.
Wenn die Erzieher ihn nicht bewusst beobachten, kann es natürlich auch sein, dass sie das Gefühl haben, es gibt immer Ärger mit ihm (so kennen sie das ja) und merken garnicht, dass es zwischenduch auch mal anders war.

Dass Ihr nicht gleich auch mittags noch etwas geben solltet, ist durchaus normal. Man muss ja erst mal rausfinden, welche Dosis die richtige ist und wie lange sie wirkt. Wenn Ihr jetzt festgestellt habt, eine Dosis wirkt 3,5 Stunden, könntet Ihr nach 3 Stunden nochmal diese Dosis geben. Die wirkt dann, wenn die erste Dosis aufhört und er hat nicht den Wirkungsabfall (der verschiebt sich dann halt auf später  :zwink: )

Nach Rücksprache mit dem Arzt kann man dann z.B. nach weiteren 3 Stunden nochmal die halbe Dosis geben, dann schleicht man sozusagen zum Tagesende langsam aus und das Ganze geht meistens ruhiger zu Ende.
kati1407
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von kati1407 » 18. Dezember 2012 21:43

Also der Kiga steht eigentlich gut zu den Medis. Haben halt auch eingesehen, dass es ohne einfach nicht weitergeht.

Ja, so war auch unsere Überlegung. Na ja , hoffen wir, dass mein Mann morgen im SPZ was erreichen kann. Wünsche dir noch einen schönen Abend.
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caithlin
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von caithlin » 18. Dezember 2012 22:18

Hallo Kati,
Isst er genug im Kindergarten? Ich habe beobachtet, daß wenn meine Tochter kaum was isst oder trinkt (war die erste Tage nach Medi-Einnahme so), sie ganz schlechte Laune bekommen hatte (noch in Wirkungszeit). Mit etwas Saft, Obst und /oder Brot war es dann wieder okay. Wenn man dies weiß heißt es: vorbeugen.

caithlin
kati1407
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von kati1407 » 19. Dezember 2012 00:21

Also im Kiga isst er fast gar nichts. Aber dafür gucken wir, dass er morgens vor der Medikamenteneingabe genug isst. Aber werde mal drauf achten.

Schönen Abend
Kathrin
Elchi
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von Elchi » 19. Dezember 2012 10:06

Wenn der Kiga hinter den Medis steht, schaffen sie es dann vielleicht auch, ihn mal an etwas zu Essen oder wenigstens zu Trinken zu erinnern?
Es könnte auch hilfreich sein, ihm zu erklären, dass er durch die Medis weniger Hunger hat, dass der Körper aber trotzdem was braucht. Dass es auch nicht "ärgern" ist, wenn er dauernd ans Essen erinnert wird, sondern eine Hilfe sein soll.
Vielleicht funktioniert es (bei meinem Sohn funktionierte das nicht, er hatte keinen Hunger und Punkt. Er war da aber auch schon 18 und hat mir dann nachts den Kühlschrank leergefuttert. Inzwischen isst er wieder relativ normal und futtert trotzdem nachts weiter den Kühlschrank leer  :icon_eek: gerade habe ich festgestellt, dass der Rest Lasagne, der als Mittagessen für meine Tochter gedacht war, weg ist  :Frag:  )

LG
Elchi
ladanza
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von ladanza » 19. Dezember 2012 16:17

mit dem Essen hatte ich auch oft den Eindruck. Unser großer hat Vormittags glaub ich oft mal eine aggressive Phase. Zumindest ist das nach dem Abholen manchmal so und auch am We manchmal. Im Kindergarten ist er ja angeblich zu still und "vollkommen neben sich" Jedenfalls meinte ich am WE hätte Essen auch geholfen. Dem Kindergarten habe ich den Tipp auch gegeben. Aber ich denke es geht schlecht da um diese Zeit oft einfach anderes Programm ist. Und vorher obs was bringt weiß ich auch nicht. Zumindest macht er da manchmal noch sein 2tes Frühstück (er Frühstückt immer zu Hause aber immer wollte er früher im Kindie sofort Frühstücken als er ankam) Die eine hat ihn nun mal versucht zu ermuntern was zu Essen und er hat aber wohl klargemacht er habe zu Hause genug gegessen. Aber wenigstens zu Trinken bringen sie ihn wohl..

Ausserdem soll ja Equasym retard was wir geben vormittags eher unabhängig vom Essen sein..Was gebt ihr denn? Ich habe festgestellt das es wohl doch nicht so ganz unabhängig ist eine Zeit meinte ich seine Laune beim abholen ist besser wenn er es zum Frühstück statt wie am Anfang etwas (10 Minuten-20 Minuten) danach. Aber wann das Frühstück nun sein soll bei den einzelnen Medis scheint man sich wohl nicht einig zu sein..Equasym z.B. steht da eigentlich vor dem Frühstück...Heute hat er es wieder zum Frühstück genommen und sehr lange geschlafen und nach dem Kindie kam er mir vor als wenn er gar nichts genommen hätte keine Ahnung was jetzt schon wieder schief läuft :baw: es ist nicht einfach...
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randre
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von randre » 2. Januar 2013 22:38

Also ich bin in der Erzieherausbildung (und ehrenamtlich auch Wölflingsleiter) und kann dein Problem verstehen. Manche Kinder (auch manche ohne ADHS) leiden in der KiTa unter einer sehr starken Reizüberflutung (viele Kinder, laut,...), desshalb gibts auch Kinder die besser bei einer/einem Tagesmutter/Tagesvater untergebracht wäre, da dort wenniger ´"Betrieb" läuft, außerdem ist der Betreuuerschlüssel (kann ich aus Erfahrung sagen) in einer normalen KiTa nicht auf Problemfälle ausgelegt und dazu die Ausbildung vieler älterer Erzieher kennt diese Felder gar nicht (also wie man mit Problemfällen umgeht).
Ist dein Sohn in einer integrativen KiTa? Wenn ja, dann müssten die Erzieher eigentlich auch auf so was eigehen können,da es dort meist zum Konzept der Einrichtung gehört.
Ich kann sagen, da ich selbst ADHS hab, das Natur gut tut, besonders in dem Alter. Wandern etc., das sage ich auch zu den Eltern wenn sie mich fragen. Da man in der Natur nicht diese Reizüberflutung hat.
Was Medikamente angeht, würde ich auf jeden Fall mal nach retadierten Fragen und auch eine ergänzende Therapie einleiten lassen (was bei mir ja z.B. nicht gemacht wird, aber ist eine andere Geschichte).
Wünsche euch viel Glück, bin gerne da für Fragen :-)
Gruß
randre
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kati1407
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von kati1407 » 3. Januar 2013 13:08

Hallo Randre,

nein, leider ist er nicht in einem integrativen Kindergarten. Hätten wir es nur viel viel eher damit probiert. Jetzt lohnt es sich auch nicht mehr. Kommt ja im August 2013 in die Schule. (Waren eben die Schultasche kaufen ) :-) Nur so nebenbei.
Ja, das stimmt. In die Natur bzw. in den Wald gehen wir sehr sehr oft. Das liegt ihm,
Also seit gestern nimmt er jetzt 20 mg Ritalin LA. Und es klappt zu Hause auf anhieb viel besser. Jetzt war diese Woche kein Kiga. Also müssen wir nächste Woche noch abwarten. Leider hat er fürchterliche Bauchschmerzen vom Ritalin. Aber dafür hat er gestern vom Kinderarzt was rein pflanzliches aufgeschrieben bekommen. Also auch hier heißt es abwarten.

LG
Kathrin
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Sheherazade
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von Sheherazade » 3. Januar 2013 13:21

[quote="kati1407"]
Leider hat er fürchterliche Bauchschmerzen vom Ritalin.
[/quote]

Bauchschmerzen hatte mein Großer auch in den ersten 2-3 Tagen mit MPH. Seitdem nicht mehr.  :zwink:
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
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randre
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Re: Probleme im Kindergarten

Beitrag von randre » 3. Januar 2013 16:57

Hallo Kathrin,
was mir außerdem eingefallen ist, vom letzen Pfadfinderausflug. Bin ja der, der sowohl in der Wölflingsstufe als auch in der Jungpfadfinderstufe gerufen wird, wenns um schwierige Kinder geht.
Naja, da haben wir einen Jungen  (in der Wölflingsstufe, also 7 ist der), ist ja kein großer Altersunterschied der halt auch ähnliche Probleme hat. Da hab ich zu dem gesagt: " Ich verstehe was du durchmachst." Sind wir raus gegangen (nach dem er einen seiner Ausraster hatte) und haben draußen Atemübungen gemacht, klingt zwar irgendwie seltsam, aber es hat ihm geholfen und ich bin auch wieder runtergekommen. :breitgrinse1:
Medikamente, da habe ich mich auch mit seinem Vater da dadrüber unterhalten (weiß das ich auch ADHS habe), hatte der eine Zeit lang genommen dann wieder nicht und nimmt sie wieder. Was bei ihm trotzdem schwierig ist, da er dann z.B. Einschlafproble hat (habe ich auch öfters) und beim Aufstehen (habe ich fast immer). :kk:
Naja, was gut ist, das er hat Glück gehabt hat (und so einige Kinder auch) das ich da bin, der für so was verständnis hat und nicht direkt austickt (wie einige meiner Mitleiter). Da muss ich, diese Kinder immer verteidigen, wenn es darum geht die Kinder wegen schlechtem Benehmen, zeitweise auszuschließen. Damit habe ich mir auch nicht grade einen guten Ruf bei den Mitleitern geholt, was auch jetzt Probleme bei der Annerkennung als "richtiger Leiter" und Juleica Probleme mit sich bringt,aber die Kinder sind es mir wert und die wissen auch das sie mich fragen können, wenn sie Probleme haben (innere Wut,kann nicht schlafen etc.). Weil, ich finde diesen Kindern tut Pfadfinden besonders gut (habe das auch bei mir bemerkt, das ich auf einem Ausflug z.B. ein viel ruhiger Mensch bin), halt wegen Natur und Sozialkompetenzen, aber auch Sozialisation. Das ist halt nur zu dem, das ich finde das man als Erzieher auch auf so was eingehen soll.Hoffe mal das die Bauchschmerzen weggehen  :6094:
Gruß
randre
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