Hilfe!! Tauchen mit ADHS

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usmari
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Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von usmari » 7. Dezember 2012 09:03

Mein Sohn (15) hat ADHS und ist ganz heiß aufs Tauchen, nachdem er in den Sommerferien ein Schnuppertauchen mitgemacht hat.
Jetzt hat mein Mann einen Termin für die Tauchtauglichkeitsprüfung machen wollen, dabei hat er die Info bekommen, dass ADHS zum Ausschluss der Tauchtauglichkeit führt. Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen damit und kann mir weiterhelfen. Ist sehr wichtig, mein Sohn fragt mich jeden Tag, ob wir endlich einen Termin für die Untersuchung gemacht haben.

LG Kirsten
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Sheherazade
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Sheherazade » 7. Dezember 2012 10:00

Die Tauchuntauglichlichkeit liegt nicht am ADHS sondern an der Medikation, sofern vorhanden.

Lies dich mal hier durch.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von No User » 7. Dezember 2012 10:23

Ich sehe da eher ein sehr gemischtes Meinungsbild verschiedener Verbände, Ärzteorganisationen und von Einzel-Expertenmeinungen, wobei erhebliche Bedenken bzgl. der Tauchtauglichkeit von ADHS-lern überwiegen.

Empfehlungen reichen von einer Differenzierung nach Ausprägung der ADHS bis zur Wertung der Diagnose als KO-Kriterium und was Medikation betrifft, sehen die einen darin die Chance, trotz ADHS sicher (konzentriert, ausdauernd und nicht impulsiv) tauchen zu können, andere verweisen auf die fehlende Erfahrung des Einflusses des Drucks auf die spezielle Medikamentenwirkung (bei anderen Medikamenten spielt das durchaus eine Rolle).

Man kann durchaus von der bekannt allgemein erhöhten Unfallneigung oder konkreter von mangelnder Stressresistenz und erhöhter Impulsivität über Panikreaktionen auf eine erhöhte Gefahr von Tauchunfällen kommen. Und weil es bei Tauchunfällen um mehr als ein paar blaue Flecken geht, sind grundsätzliche Zweifel an der Tauchtauglichkeit kein Ausdruck von Unverständnis oder Boshaftigkeit.

Weil in der Tiefe so einiges anders läuft, musste ich auch die Empfehlung lesen, selbst bei guter medikamentöser Symptomkontrolle (außer- und oberhalb des Wassers) einer ADHS von einer nicht vorhandenen Tauchtauglichkeit auszugehen. Sicher ist sicher.

LG
Steffchen
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Shadow » 7. Dezember 2012 10:28

... das Thema ADHS unter den Tisch fallen lassen. Es ist ein Hobby, also keine Konsequenzen falls es raus kommt.

Auf die Stirn ist ADHS nicht tätowiert ....
Zuletzt geändert von Shadow am 7. Dezember 2012 10:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Sheherazade » 7. Dezember 2012 12:14

[quote="Shadow"]
... das Thema ADHS unter den Tisch fallen lassen. Es ist ein Hobby, also keine Konsequenzen falls es raus kommt.
[/quote]

Das ist so nur durchführbar, wenn man keine Bescheinigung zur Tauchtauglichkeit benötigt und frei Schnauze im Baggersee taucht.

Wer bitte soll denn die Haftung übernehmen, wenn doch was passiert, z. B. im Verein?
Zuletzt geändert von Sheherazade am 7. Dezember 2012 12:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von No User » 7. Dezember 2012 13:55

Klar: Erst verschweigen und wenn dann doch was passiert, den Tauchlehrer verklagen. Das kann zwar weder jemanden wiederbeleben noch ggf. neurologische Folgeschäden von Dekompressionskrankheit oder aterieller Gasembolie beheben, bringt aber vielleicht eine Stange Geld.

Hier haben wir die ungewohnte Situation, dass eher die, die entweder das Tauchen oder ADHS nicht ernst nehmen (z.B.: "Modekrankheit", "Gibt es gar nicht", "Muss sich nur austoben,...", "Erfindung der Pharmaindustrie") am wenigsten wegen ADHS eine Tauchuntauglichkeit sehen und am ehesten beide Augen zudrücken würden.

Je mehr sich jemand mit ADHS beschäftigt und je mehr er beim Tauchen auf Sicherheit setzt, desto eher wird er da Bedenken haben. Kann ich nachvollziehen.

In 20 Meter Wassertiefe geht mal eben geschwind Auftauchen nicht so schnell. Wenn ich mich auf das Super-Pubertier nur bedingt verlassen kann, gebe ich ihm zwar zum Lernen schon Verantwortung, nicht aber unbedingt über Leben und Tod. Da unten ist es aber existenziell, sich aufeinander verlassen zu können.

Wir reden ja hier nicht vom Schnorcheln und auch nicht vom Kindertauchen im Pool, sondern von einem Tauchsport mit Jugendlichen, die noch tiefere Ziele erreichen wollen werden. Ich kann da nicht wirklich dagegen halten, wenn es heißt "Jeder Unfall eines Jugendlichen beim Tauchen ist ein Unfall zu viel! Kein Jugendlicher muss tauchen!"

Dass man es in den typischen Taucher-Urlaubsländern lockerer sieht, darf nicht überraschen.

LG
Steffchen
Zuletzt geändert von No User am 7. Dezember 2012 13:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Shadow » 7. Dezember 2012 16:30

Büüüüüde Leute, ihr übertreibt jetzt aber.

Tauchen ist ein relativ sicherer Sport, wenn man sich an die Regeln hält.
Wer Auto fahren kann, kann auch tauchen, wenn es die körperliche Gesundheit zulässt ( Lunge + H-K-System) und metale Stabilität da ist.
Es gibt verschiede Zertifikate, z.B. der Scuba Diver bis 12 m, der Open Water Diver bis 18m  und der Advanced Open Water Diver bis ca. 40m. 
Der erste Schein ist absolut unbedenklich, natürlich kann immer etwas passieren, aber das Leben ist einfach lebensgefährlich.
Die Strasse  ist viel gefährlicher als ein Tauchgang !!!

Ich kann mich natürlich auf die Kids drauf setzen und sie ausbrüten, flügge werden müssen sie trotzdem irgendwann.

Der junge Mann ist in 3 Jahren volljährig und dann macht er was er will, es ist m.E. sinnvoller ihn langsam heran zu führen, als ihn etwas zu verbauen, was er später dann erst recht macht.
Haftungsfragen sind da wirklich sekundär, wenn ich unvollständige Angaben mache haftet niemand. Die Tauchschulen sichern sich nur ab, das Risiko trägt immer der Taucher selbst.

Wenn es in Deutschland nicht klappt, im Urlaub auf Malle oder Ägypten ist so ein Schein schnell gemacht und die ärztl. Untersuchung ist da bereit includiert. Die Ärzte da sind auf beiden Augen blind.  :breitgrinse1:
Deutschland ist manchmal eine wenig ......*hust*  übergenau.  :ichboss: 

Ich tauche selbst auch, meine Frau ist Profi, sie war als Studentin 5 Jahre  im Sommer immer Tauch  -und Segel Lehrerin in Hurgada.
Sie zeigt mir gerne ihre schönsten Plätze am  Meer, auf und auch unter Wasser. Im Sommer waren wir Wrack tauchen, das war ein echtes Erlebnis. Schatz haben wir keinen gefunden, dafür hatten wir eine Menge Spass. So ein Schiff unter Wasser sieht sehr geheimnissvoll aus. Fische und Korallen sind auch traumhaft anzusehen.

Warum soll man so etwas einem jungen Mann vorenthalten.
Vor 20 Jahren gab es noch keine ADHS Diagnose, da ging alles noch und heute machten sie bei ADHS alle ins Hemd.

Es kommt immer auf den Einzelfall an, wenn sich der junge Mann benehmen kann und beim Tauchen Disziplin hat, gibt es keine Probleme.
Wenn das nicht der Fall ist, hat er da nichts verloren, dann bricht man den Kurs ab und gut.

Man muss seine Träume auch leben dürfen, sonst macht das Leben keinen Spass.
Zuletzt geändert von Shadow am 7. Dezember 2012 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Sheherazade » 7. Dezember 2012 16:58

[quote="Shadow"]
Vor 20 Jahren gab es noch keine ADHS Diagnose, da ging alles noch und heute machten sie bei ADHS alle ins Hemd.
[/quote]

Niemand macht sich hier ins Hemd. Ich selbst trage die Diagnosen meiner Kinder im realen Leben nicht wie ein Schild vor mich her, aber wenn es um bestimmte Wechsel- oder Auswirkungen bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme geht, ist mir das Leben meiner Kinder schon wichtiger als ihre Träume. Denn zumindest durch das Abwägen von Für und Wider sowie durch das Anlesen von Imformationen kann man seinem Kind Verantwortung für sich selbst beibringen. Denn auch das Träumen macht mehr Spaß mit einem gewissen Maß an Sicherheit.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Shadow » 7. Dezember 2012 17:46

So, eben meine "Chefin" befragt, sie sagt, das Thema ist ihr bekannt.

Die Tauchschüler dürfen beim Tauchgang keine psychoaktiven Substanzen im Blut haben, egal welche.
Auch Alkohol wird nicht geduldet, damit hatten sie mehr Probleme.

Zum Tauchurlaub die Medis absetzen, natürlich in Absprache mit dem Arzt, dürfte also das Problem beseitigen.
Die Tauchuntauglichlichkeit liegt nicht am ADHS sondern an der Medikation, sofern vorhanden.
Genau das bestätigt mein Schatzüüüüüüüüüüü  auch.  :schäm:

Also Sorry für das "Hemd", ich vergesse immer, dass andere dauerhaft  Medis brauchen.
Zuletzt geändert von Shadow am 7. Dezember 2012 17:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von No User » 7. Dezember 2012 18:03

Ach, Shadow, was du da wieder hineininterpretierst. Hier geht es um Tauchtauglichkeitsprüfung und ADHS, wozu die Tauchmediziner wie auch die Clubs bereits bestimmte Meinungen haben, wovon du gerad EINE* zitiert hast, nicht um Überbehütung.

Es ist andererseits auch irgendwie albern, einen mental stabilen, disziplinierten jungen Mann, der sich zu benehmen weiß zu einer ADHS-Diagnostik zu schicken. Manchmal frage ich mich echt, was sich heutzutage alles "ADHS" nennt.

15jährige können nicht Auto fahren, oder habe ich da was verpasst?

Dann schimpfen wir wieder wunderschön auf die ach so typisch deutschen übergenauen Sicherheitsvorschriften (die lockereren in den Taucher-Urlaubsländern erwähnte ich bereits) aber sobald in solchen Ländern mal wieder ein Kind am Pool-Abfluss festgesaugt wurde, rufen wir doch wieder alle nach deutschen Sicherheitsstandards (die bzgl. Tauchtauglichkeit in Ösireich auch nicht wesentlich anders aussehen - aber auch dieses Land lebt nicht primär von Tauchtouristen).

Wenn man nicht zwanghaft alles falsch verstehen will, dann muss das Nachdenken über konkrete Gefahren bzw. hier konkrete Tauchunfälle nicht Paranoia sein, Träume zerstören oder das Tauchen schlechtreden, vielmehr kann es auch helfen, bestimmte Gefahren zu umgehen und so das Tauchen noch sicherer machen.

Nur ein Beispiel: Da war die junge Frau (ganz ohne ADHS), der in 25 Meter Tiefe einer versehentlich mit der Flosse die Maske aus dem Gesicht trat. Panisch tauchte sie auf, hustete oben Blut und verstarb wenig später. Es kommt also darauf an, auch bei unerwarteten Zwischenfällen und plötzlichen Lageänderungen ruhig zu bleiben und besonnen zu reagieren. Das hat auch nicht jeder ADHS'ler drauf, aber das kann auch nicht jeder ADHS'ler nicht und auch nicht jeder Nicht-ADHS'ler kann das. Ich beispielsweise hatte weder beim Militär, noch bei der Feuerwehr, noch im Job ein Problem, im Ernstfall die Ruhe zu bewahren, ADHS hin oder her.

Da gibt es auch Unterschiede zu anderen Sportarten. Also beim Klettern hatte ich auch schon eine Jugendliche panisch zappelnd im Seil hängen, aber dafür sichert man ja. Also na und, unverletzt abgeseilt und nicht mal psychisch irgendwie beeindruckt, eine halbe Stunde später ging sie mit mehr Erfolg an diesen Überhang. Deine Frau wird hoffentlich in die Gegenrichtung auch Lösungen haben, ich kann da nicht mitreden, stelle mir das aber schwieriger vor. Leider ist bei mir aus anatomischen Gründen schon in geringer Tiefe Schluss, dann wird es schmerzhaft. Meine Kinder hatten mehr Freude am Tauchen, haben sich letztendlich aber weniger aufwändige Sportarten gesucht, um sie regelmäßig zu machen.

Übrigens unterscheidet sich das Tauchen in den meisten deutschen Gewässern erheblich von dem in Ägypten, v.a. bzgl. der Sichtverhältnisse.

LG
Steffchen 

*) Die mögen sich bzgl. der psychoaktiven Substanzen einig sein, darüber hinaus sind sie es bzgl. ADHS nicht.
Zuletzt geändert von No User am 7. Dezember 2012 18:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Shadow
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Shadow » 7. Dezember 2012 21:23

Es ist andererseits auch irgendwie albern, einen mental stabilen, disziplinierten jungen Mann, der sich zu benehmen weiß zu einer ADHS-Diagnostik zu schicken. Manchmal frage ich mich echt, was sich heutzutage alles "ADHS" nennt.
Der Bogen der AD(H)S Diagnosen ist in der Tat etwas weit gespannt, daher muss man das im Einzelfall prüfen. Wenn der Tauchlehrer mit dem Schüler nicht arbeiten kann, der macht was er will ,geht das klarer Weise nicht. Nur ganz ehrlich, da wird es in jeder Sportart schwer und beim Klettern kommst da auch über den Klettergarten nicht hinaus.
15jährige können nicht Auto fahren, oder habe ich da was verpasst?
Natürlich hat du recht, mir ging es lediglich um die körperlich-geistige Anforderung, daher der Vergleich, aber Autofahren ab 16 geht in den USA, im Ösiland begleitet, ist also machbar.

Tauchunfälle passieren, wie auch Seilschaften abstürzen können, oder uns ein Baum im Sturm treffen kann.
Aus 25m einen Notaufstieg zu machen und daran zu sterben ,da ist schon auch viel Pech dabei, will es aber net bestreiten.

Die Tauchschüler gehen am Anfang gar nicht so tief, 12 oder 14m max, so genau weiß  ich es jetzt net.
Meist sind die doch im Taucherturm oder Schwimmbad.
Die Taucherausbildung ist doch abgestuft und dem Alter angepasst.
Übrigens unterscheidet sich das Tauchen in den meisten deutschen Gewässern erheblich von dem in Ägypten, v.a. bzgl. der Sichtverhältnisse.
Sicher doch, aber es ist  auch in den Seen reizvoll.  :zwink:
Zuletzt geändert von Shadow am 7. Dezember 2012 21:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von QPaula » 20. Januar 2013 16:36

Meine persönliche Erfahrung mit dem Tauchen ist eine sehr positive. Ich hab in meiner Jugend den Tauchschein gemacht und war oft Tauchen, bevor ich wusste, dass ich ADHS habe. Die reizarme, aber sehr ungewohnte, aufregende Umgebung und vor allem die Tatsache, dass man nichts hört, haben dazu beigetragen, dass ich mich sehr gut konzentrieren konnte, oft viel besser als die Anderen. Und ich kann nicht mal richtig Autofahren ...
Falschparker
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Falschparker » 22. Januar 2013 22:19

Bei jeder (im weitesten Sinne) Extremsportart dürften die ADHS-ler stark überrepräsentiert sein. Und gefährlich ist es vorwiegend für die Nichtdiagnostizierten. Dürfte im Jugendlichen- und Erwachsenenalter immer noch die überwiegende Mehrheit sein.

Ausgerechnet die Diagnostizierten und Behandelten ausschließen trifft da die Falschen.

[quote="Shadow"]Zum Tauchurlaub die Medis absetzen, natürlich in Absprache mit dem Arzt, dürfte also das Problem beseitigen.[/quote]

Na, und das ist ja wohl die Dämlichste von allen Möglichkeiten.  :kk:
<><
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Shadow » 23. Januar 2013 02:30

Na, und das ist ja wohl die Dämlichste von allen Möglichkeiten.  :kk:
Ja, aus deiner Sicht hast du sicher Recht.

Das Problem ist nur mit Psychopharmaka nimmt dich kein Tauchlehrer mit.
Das ist dann auch a bisserl blöd ..... .

Hab die Info von meiner Frau, die handhaben das so und soweit ich mich erinnere ist das auch nicht verhandelbar.
Mom schläft sie schon, kann sie gerne morgen noch mal fragen.

Verschweigen ist auch eine Möglichkeit.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von cajo81 » 6. Februar 2013 02:54

Also ich konnte nicht einmal schnorcheln. Habe mich viel zu sehr auf meine Atmung und den Schnorchel fixiert um ja nichts falsch zu machen. Das Ergebnis war natürlich erst recht was ich nicht wollte. Ich kam so durcheinander dass ich erst recht alles falsch machte, Panik bekam und Wasser schluckte. Und wieder wurde ich von allen ausgelacht.  :baw:

Tauchen ohne Schnorchel mochte ich dagegen gerne. Alle lachten immer und sagten man sähe mich mehr unter als über Wasser was auch wirklich stimmte. Ich schwam auch nie normal über Wasser sondern tauchte alle Strecken. Nur zum Atmen kam ich kurz an die Oberfläche und dann ging´s sofort wieder runter. Ich habe mich im Meer, nachdem die Überwindung hineinzusteigen überwunden war, puddelwohl gefühlt und Stunden im Wasser verbracht. Wollte gar nicht mehr raus. Scheinbar war ich mal ein Fisch gewesen.  :froi1:

Eine Zeitlang hatte ich auch wirklich überlegt einen Tauchschein zu machen. Aber dafür bin ich aufgrund meiner wahnhaft übertrieben Selbstbeobachtung wahrscheinlich zu blöd.
Zuletzt geändert von cajo81 am 6. Februar 2013 02:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von cascais » 8. Mai 2013 13:08

Hallo Kirsten,

falls das Thema bei Euch noch aktuell ist, hätte ich noch zusätzliche Infos:

http://www.diving-kids.ch/PDF/Paediatrica.pdf

Leider kann ich auf die Ärzteinfo-Seite bei Novartis-Pharma nicht mehr zugreifen. Dort war als Info angegeben, dass es aus Sicht von Novartis keine Kontraindikation für Tauchen bei Einnahme von Ritalin gibt. Es sei denn, es treten Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Rebound, .etc. ) auf, die dann eben die Kontraindikation darstellen.

Problem bei der Einschätzung der Thematik ist vor allem, das Tauchmediziner kaum Ahnung von ADHS und der damit zusammenhängenden Medikation haben, ADHS-Spezialisten hingegen kaum Erfahrung als Tauchmediziner haben :-(

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass mein Sohn (mit Medikation) seinen JOWD gemacht und inzwischen mehr als 20 Tauchgänge Erfahrung gesammelt hat. Er fühlt sich unter Wasser pudelwohl, reagiert besonnen und vernünftig (so vernünftig ein Teenie halt beim Tauchen reagieren kann ...) und hatte auch nach den tauchgängen nie Probleme.

Grüße
cascais
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von gel.ice » 9. Mai 2013 21:30

:icon_eek: mein junior hat zum geburtstag von seiner tante einen schnuppertauchkurs geschenkt bekommen - also nur so was in den ferien. er nimmt am wochenende und in den ferien keine medis, weil er sonst nichts isst - irgendwann muss er das essen halt mal nachholen...
ich hab mir bisher gar keine gedanken gemacht ob er tauchen darf oder nicht, weil ich ja auch gar nicht wusste dass AD(H)S da ein ausschlusskriterium sein könnte.

wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, kann er ohne medis tauchen, ja?
so ein schnuppertraining wird ja wohl kaum gefährlich sein, oder?

lg
nur wer erwachsen wird und ein kind bleibt, ist ein mensch.
(erich kästner)
Mernith
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Re: Hilfe!! Tauchen mit ADHS

Beitrag von Mernith » 22. Mai 2013 14:41

Hallo zusammen,

ich bin Tauchlehrer und habe eine verträumte Variante von ADS. Bitte seid sehr vorsichtig beim Erstellenlassen von Tauchtauglichkeitsuntersuchungen. Viele Ärzte haben KEINEN SCHIMMER von den Kriterien einer vernünftigen Untersuchung zum Thema. Wenn man unter Medikation steht, muss geprüft werden, ob diese kontraindikativ ist. Generell würde ich auch zu allererst einmal gesunden Menschenverstand walten lassen - Ihr kennt Euer Kind - würdet Ihr es bedenkenlos mit oder ohne Medikation in ein Umfeld schicken, in dem der Verlust von von Selbstkontrolle oder das Fehlen von guter Einschätzung schnell zum Tode führen kann? Wie schon gesagt wurde - niemand muss tauchen. Man kann zudem versuchen einen Tauchlehrer des Vertrauens zu finden um mit ihm detailiert über das Thema zu sprechen - man kann, wenn man nicht gerade eine Vollpfeiffe ist als TL beurteilen ob jemand die richtige Einstellung zum Tauchen besitzt und ggf. eine Zertifizierung ablehnen oder generell verweigern bestimmte Personen unter Wasser zu nehmen. Das ist von Fall zu Fall, von der Stärke der Symptomatik, Medikation etc. sehr verschieden und bedarf individueller Klärung. Auf jeden Fall muss zuerst einmal ein Arzt (der Ahnung hat und dem Ihr vertraut) das OK geben. Lasst Euch auf der anderen Seite auch nicht von Standard-Sprüchen oder Reglements abschrecken oder abstempeln - wenn es funktioniert und Euer Kind so großen Spaß am Tauchen hat wie ich bspw. wäre es doch schade sich den Weg dahin verbauen zu lassen. Was ich AUF KEINEN FALL machen würde ist, es zu verschweigen!!!!! Das wäre unverantwortlich. Es ist gibt genug TL und Tauchbasen auf der Welt, denen ist es offen gesagt scheissegal ob Dein Kind eine Krankheit hat oder nicht - bei denen zählt nur eines: "$"! Ist leider traurige Realität. Ihr könnt mir gern eine PM schicken, wenn Ihr Fragen habt - ich helfe da wirklich sehr gerne.  :top:

Lieben Gruß,
Mernith
Zuletzt geändert von Mernith am 22. Mai 2013 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
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