ADSler oft Außenseiter?

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Katwuschel
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ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Katwuschel » 10. Juni 2012 20:54

Hallo!

Seitdem ich hier im Forum bin , fühle ich mich entspannter und ruhiger. Ich wußte immer, das ich irgendwie anders als die Meisten bin.Nun weiß ich auch warum.

Mein größtes Problem was ich habe ist, das ich immer irgendwie der Außenseiter bin. In meiner Familie, in der Arbeitswelt ,im Bekanntenkreis.Ich sehe mich als freundlichen Menschen, mit dem man sich gut unterhalten kann.
Viele Freunde hatte ich noch nie. In der Schule war ich immer ein Mitläufer. Ich überlege ständig, was ich falsch mache und wie ich es besser machen könnte. Manchmal denke ich mir aber auch:Warum soll ich mich ändern?Ich verlange das von den anderen ja auch nicht!

Mitlerweile ziehe ich mich gekränkt und unsicher zurück und habe Angst, neue Kontakte zu suchen .Da denke ich mir von vorneherein, das die, sobald sie mich näher kennenlernen wieder einen Rückzieher machen.
Es ist so frustrierend!!!

Ich möchte so gerne dazugehören,nur läßt man mich nicht.

Geht es einigen von euch auch so?

LG

Katwuschel
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Angie
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Angie » 10. Juni 2012 21:13

Ja, mir erging es oder ergeht es noch genauso.
Freunde hatte ich schon, aber die waren auch irgendwie etwas Besonderes. Als hätten sich die Aussenseiter zusammengeschlossen.
Da folgere ich daraus, dass nur Menschen, die auch irgendeine Macke haben, sich mit mir zusammenschliessen.
Besonders für noch Schwächere trat ich ein und verteidigte sie. Die Schwachen waren dann mit mir zusammen und wurden dann mit mir  in einer Gruppe dann stark.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
Katwuschel
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Katwuschel » 10. Juni 2012 21:18

Hallo Angie!

Dann mußt du ein sehr selbstbewußter Mensch sein, wenn du dich für andere stark machst. Das ist eine Eigenschaft, die mir fehlt. Ich bin eher zurückhaltend. Außerdem spüre ich die Stimmungen anderer sehr stark und das irritiert mich.

LG

Katwuschel
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Angie
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Angie » 11. Juni 2012 00:09

Die Stimmungen anderer spüre ich auch sehr stark.
Ich mache mich nur für andere stark, wenn ich merke, dass sie mir leid tun und ungerecht behandelt werden.
Ich weiss nicht, ich sehe sie dann, als wären sie wie ich. Als könnte ich mich selbst nicht aus der Lage herausbekommen, aber dafür einen anderen. Als würde durch diese Aktion mein persönliches Leid erleichtert werden.
Und schon war es eine Gruppe der "Ausgeschlossenen" , die ja nicht mehr ausgeschlossen wahren, da sie auf Gleichgesinnte trafen.
Einen Menschen den ich nicht leiden mag und der wird ungerecht behandelt, setze ich mich nicht dafür ein. Da muss schon eine bestimme Sympathie herüber kommen. Wie du so schön schriebst, die Stimmungen und Emotionen anderer spüren und wenn die sich im Einklang befinden, schon ein Club der "Nerds" gegründet.  :6094:
Ich und noch drei Aussenseiter eine Gruppe.
Allerdings fühlte ich mich in heimischer Umgebung sicherer. Da zog ich 5 Nachbarsjungs hinter mir her. Und der angeblich schlimmste Junge war ich.  :6094: So laut Nachbarn.

Edit: Mal zu den 5 Jungs
der Eine hatte Messie-Eltern und war selbst sehr chaotisch, dafür ein Computer-Nerd
der Zweite hatte auch eine Macke, sein Vater bevorzugte seine Schwester, später landete er in der Jugendpsychiatrie, weil er mit dem Messer auf seinen Vater los ging. Und er ging in Geschäften auffällig klauen, lieber unangenehm auffallen als gar nicht
der Dritte wuchs bei den Grosseltern auf,  als uneheliches Kind
der Vierte was später heraus kam, homosexeull
der Fünfte schüchtern und zurückhaltend, lebte nur in unserer Gruppe auf

zu den Mädels in der Schule
die Eine war immer die Kleinste ( was war ich froh, dass ich nur die Drittkleinste war )
die Andere hatte so konsvervativ komisch eingestellte Eltern, dass sie mit unmoderenen Klamotten herumlief
die Andere kam gerade nicht als sehr intelligent herüber und alberte mit den Lehrern herum
Zuletzt geändert von Angie am 11. Juni 2012 00:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Corvina
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Corvina » 15. Juni 2012 23:04

Oh man, ihr zwei sprecht mir aus der Seele. Genauso geht es mir auch. Nur dass ich auch eher wie Angie das Selbstbewusstsein habe und mich für andere stark mache. Aber nur begrenzt- Also das Selbstbewusstsein.

Aber es ist schon ätzend, wenn merkt, ja eigentlich schon mitfühlt und seine Gedanken hören kann, was der Gegenüber so von einen hält.  :brüll:

Doch seit ich meine Ausbildung gemacht habe und mit Kundenkontakt arbeite, wo ich auch das Hausrecht ausüben und Eintscheidungen treffen muss, ist es schon besser geworden. Zwar habe ich privat immernoch nicht soviel, wie in meiner Uniform, aber es hat sich gebessert.

Mit anderen Leuten kennenlernen allerdings habe ich auch meine Probleme, und dass ich ein so kühler Nordmensch bin, wie mir immer gesagt wird, fördert das ganze wohl auch nicht gerade. Flüchtige Bekanntschaften wie die Kassiererin im Stammsupermarkt geht alles, aber jetzt echt gute Bekanntschaften bis Freunde - ja, das ist echt so ein Thema für sich. Manchmal bin ich schon traurig, wenn ich (nach 2 Jahren neuer Heimat) so ein Fazit ziehe und daran denke, was und wieviel Kontakt ich hier habe (wirklich engeren keinen) und wie im Gegensatz mein Mann schon fast hinterher geheult wird, wenn er mal zwei Tage frei hat  :baw:  Das zieht mich dann richtig runter


Wie sieht es bei euch aus mit weggehen? Oft sehne ich mich einfach normal zu sein und auch am WE Part zu machen. Einfach rein ins Nachtleben, aber andererseits bin ich nach ein paar mal ziemlich genervt von soviel Oberflächlichkeit und ich ziehe mich wieder lieber zurück und widme mich ernsteren Themen. Gut, mittlerweile bin ich keine 22 mehr und bin zweifache Mama, aber dennoch gehöre ich mit 30 ja nun nicht zum alten Eisen  :ichboss:
Früher gab es Märchenerzähler, heute Politiker.

Hans Bernhard Schiff, 1915-1996

Tochter 12: ADS und isolierte Rechtschreibstörung, leichte Weitsichtigkeit, Frühgeburt in SSW 29

Tochter 1,5: liebste Aufgabe, die große Schwester ärgern
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Schneeleopard
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Schneeleopard » 31. August 2012 13:09

Bei mir ist es anders.
Ich scheine auf andere Menschen attraktiv zu wirken und bekomme oft 'Freundschaftsangebote'. Es ist aber so, daß ich selbst kein Interesse an Freundschaften habe. Früher war ich nicht in der Lage Freundschaften abzulehnen, war dann oft mit Menschen zusammen, die ich eigentlich nicht mochte oder die mich eigentlich nicht interessiert haben. Heute bin ich viel besser im Vermeiden von Freundschaften, werde aber dennochg hin und wieder 'belästigt'. Grundsätzlich habe ich nichts gegen andere Menschen und auch nichts gegen echte Freundschaft, nur finde ich die meisten Menschen nicht interessant genung um längere Zeit mit Ihnen zu verbringen. Für mich muß eine Freundschaftsbeziehung eine gewisse Mindesttiefe haben, die ich aber leider mit den meisten Menschen nicht erreiche. Momentan bin ich ganz glücklich mit sehr sporadischen Bekanntschaften. Wenn ich mit meinem Hund raus gehe treffe ich regelmäßig die selben Menschen und unterhalte mich dann auch gerne kurz mit ihnen.

Bezüglich der Außenseiterrolle geht es mir genauso. Ich war und bin schon immer irgendwie anders, was mir eigentlich ganz gut gefällt, aber manchmal wünsche ich mir auch einfach 'normal' zu sein.
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Shadow
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Shadow » 31. August 2012 14:34

Ich war mal krasser Außenseiter, das ist eine Weile her. In der Schulzeit gab es eine Phase, wo ich sehr alleine und einsam war.
Irgendwann hab ich es aufgegeben Ansprüche an Andere zu stellen, ich hab mich geöffnet und dann wuchs der Freundeskreis an.
Das war schon gegen Ende der Schulzeit.
Heute habe ich einen sehr gr. Freundeskreis - Vereine, Sport, Veteranen, allerdings ist die Tiefe dieser Freundschaften sehr gering.
Richtig gute Freunde habe ich eher wenige, dafür sind die mir sehr wichtig.

Interessanterweise kamen die überwiegend aus dem Netz, das hat sich über 18 Jahre so entwickelt.
Seit gut 2 Jahren treffen wir  uns auch real  und verbringen gemeinsame Urlaube, networken und chaten fix 1 mal die Woche.

Meinem Sohn ging es ähnlich, er war zw. 5 und 8 Klasse eher der Einzelgänger und eindeutig ein Opfer.
Seit der 9.Klasse ist das anders, er hat es auch geschafft sich zu öffnen und sein Verhalten zu ändern.
Seine ca. 300 FB Freunde kennt er angeblich alle persönlich, naja, so ganz glaube ich das nicht, aber er kennst schon viele.
Davon ist er mit einer Handvoll auch ganz dicke.

Es hängt sehr viel an uns, wie wir auf andere zugehen, ob wir verlässlich sind und nicht zu kompliziert im Umgang.
Wenn wir das in den Griff bekommen, dann ändert sich auch das soziale Umfeld.

Vereine pushen den Freundeskreis sehr einfach, weil man da ein starkes gemeinsames Interesse hat und sich so automatisch näher kommt.
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Plautzköppel
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Plautzköppel » 31. August 2012 15:39

Ja das ist so ein Problem mit den sozialen Kontakten.das schlimme ist man kommt mit den Jahren in eine immer größere Isolation weil man ja so im Verlaufe seines Lebens so seine Erfahrungen macht und immer irgendwo Misserfolge erzielt weil ja die anderen mit der Art nicht richtig klarkommen und sich früher oder später zurückziehen und man fragt sich immer warum das so ist.

Bis vor einem Jahr hab ich noch nicht mal geahnt das ich ADS haben könnte ich hab mich nur immer gewundert das ich irgendwie anders denke ticke und handle als die anderen. Viele haben mich bewundert für meinen ideenreichtum das schnelle denken und das ich immer schnell irgendwo o.nirgendwo war.  :froi1:

Aber meistens sind sie nach kurzer zeit überfordert gewesen. Leider hab ich auch schnell mal was durchgezogen was mir gerade in den Kopf gekommen ist.

Das hab ich natürlich auch von den Freunden verlangt wenn sie Probleme hatten was daran zu ändern und sich nicht ewig zu bemitleiden und garnichts zu tun.

Und ich bin ja dann so übereifrig ich hab ja immer gleich alles organisiert und hilfsbereit damit das problem gelöst wird. Und dort war der Punkt wo dann keiner mehr mitkommt und die sich dann verzogen haben. Und es dann letztendlich hieß ich Misch mich zuviel ein.

Letztendlich hab ich mich immer verarscht gefühlt.
Aber ich bin heut der Überzeugung ich hatte ja die Macke Ungeplant und im Schnelldurchlauf durchs leben zu rennen, die anderen denken auch mal drüber nach was das alles für Konsequenzen haben könnte.

Naja vor drei Jahren bekam ich dann mein Burn Out!  die Konsequenz von meinem hyperaktiven Leben!
Aber ich jage heut keinen Freundschaften mehr hinterher ich bin froh die 2 richtigen Freunde zu haben ,meine Arbeitskollegen nehmen mich auch so wie ich bin obwohl die nicht wissen was ich habe das finde ich gut und der Rest ist mir egal geworden.

Bitte nicht auf Fehler achten mein i pad schreibt so blöd und ich achte nich immer drauf  :zwink:
fachaela
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von fachaela » 3. September 2012 14:59

ich fühl mich manchmal wie ein korken auf dem wasser der gesellschaft: ich schaff es wunderbar mit menschen in kontakt zu treten und quatsch überall munter mit; aber wirkliche freundschaften und tiefergehende kontakte schliessen irgendwie immer die andren.
ich mein das jetzt nicht jämmerlich, ich habs bisher einfach nur ganz selten geschafft, wirklich teil einer gruppe zu werden, selbst in internetforen hab ich dieses gefühl.
manchmal hab ich den eindruck, dass ich mich gerne und oft um aufgaben reisse, damit ich überhaupt wahrgenommen werde.
kennt ihr das auch?
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Nando
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Nando » 19. Mai 2013 12:30

Irgendwie muss ich auf viele Personen 'unnahbar' wirken. Viele die meinen, mich zu kennen schätzen mich völlig falsch ein.

Ich habe erst kürzlich unter einer Gruppe 'Freunde' für Aufklärung sorgen müssen, als einer direkt meine Meinung wissen wollte, wie ich über etwas denke. Er lies nicht locker und so sagte ich Ihm und allen, die noch dabei saßen, meine Meinung. Dazu musste aber ich wiederum mich erklären, warum ich so und nicht so denke, und musste weit ausholen um deutlich zu machen, wie ich ticke.

Danach wurde es etwas stiller und ich konnte mich bei dieser Gelegenheit endlich mal auskotzen. So hatten mich einige noch nie erlebt und schon garnicht gekannt. Oft bin ich nämlich der, der solche Knaller loslässt und alle lachen, weil ich so direkt bin und immer sage, was ich denke. Dann wirke ich meist lustig, obwohl ich es totrnst meinte. Auch sonst sage ich Sachen, die man in gewissen Momenten nicht sagen würde.

Das man im nachhinein über mein gesagtes ausgelassen in der Runde lacht, ist nicht immer das, was ich mir wünsche. Und genau das kotzte mich an und das habe ich dann allen gesagt, das ich nicht dumm bin, auch wenn manche Kommentare etwas plump von mir rüberkommen mögen. Auch hatte ich zu allen gesagt, das ich nicht blöd bin und genau merke, wenn mich jemand für blöd hält oder verarscht.

Mit diesen Erklärungen hatte offensichtlich wohl niemand gerechnet.
Geb. 1974, m., AD(H)S-Diagnose seit 05.08.2013
-----------------------------------------------------------
- HSP (hochsensibel)
- ADS als Kind
- ADHS als Erwachsener

>> Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden. <<
Mernith
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Mernith » 22. Mai 2013 14:23

Hallo Katwuschel,

Deine Schilderung kommt mir bekannt vor. Vor kurzem habe ich für mich selbst realisiert, dass ich auch immer versucht habe dazu zu gehören. Vor allem in meiner Schul- und Jugendlichen-Zeit habe ich immer versucht zu machen, was alle anderen machen, mich aber nie so richtig wohl gefühlt dabei. Heute ist mir klar, warum das so war. Da ich nicht (zumindest nicht offiziell) wusste, dass ich nicht normal bin, hätte ich es auch sein lassen können. Heute versuche ich es erst gar nicht mehr. Glücklicherweise lebe ich seit 13 Jahren mit einer sehr verständnisvollen Frau zusammen (oh ja, manchmal erscheint es abnormal, wie verständnisvoll sie vor allem in den ersten Jahren war - ohne das wir wussten, was der Grund für mein Verhalten ist). Sie selbst hat zwar kein ADS oder dergleichen ist aber auch nicht sonderlich an sozialem Geplänkel interessiert. So können wir uns sehr gut zu zweit beschäftigen - machen gern Sport, schauen Filme, kümmern uns um unsere Tiere usw. Heute weiss ich, dass mich/uns andere Freundschaften kaum interessieren. Einige wenige gute Freundschaften haben wir gemeinsam mit Leuten, die auch ein wenig aus der Reihe tanzen würde ich sagen. Mit anderen ADSlern komme ich prima klar. :o)

Versuch doch mal, für Dich selbst herauszufinden ob Du wirklich so sehr an anderen Freundschaften interessiert bist, oder ob Du ggf. wie ich, einer Art zwanghaftem Drang folgst Dinge zu tun, nur weil sie "normal" sind. Eventuell liegt ja der Grund des Scheiterns auch darin verborgen. Sollte das nicht so sein, wünsche ich Dir aber viel Glück und Erfolg Dein Ziel zu erreichen und einen Weg dafür zu finden.

Gruß,
Mernith
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Bran » 14. Juli 2013 17:21

Mein Sohn wird zwar erst 6, aber trotz allem ist er jetzt schon ein Außenseiter.
Im Kiga spielen die Kinder nicht mehr gerne mit ihm, da er so impulsiv ist und auch nicht gut im Konflikte lösen ist. Und Freunde hat er auch nicht wirklich.
Ich habe ehrlich gesagt ein wenig Angst das er diese Endwicklung weiter macht und keine Freunde findet.
Aber sein verhalten stößt oft auf ablehnung. Da er der meinung ist "Er kann alles, weis alles, Kann und weis vorallendingen alles Besser" wenden sich die Kinder auch schnell von ihm ab den sobald jemand eine andere meinung hat wird er agressiv und lässt diese meinung auch nicht zu.
Nach dem ich eure Komentare gelesen habe, scheint es anscheindens so zu sein das ADHS/ADSler Außenseiter sind. Ich finde es allerdings sehr schade...
Kann man da nicht irgendwie gegen an steuern?
Ich habe schon mehrfach versucht mit anderen Kindern/den eltern Kontackt zu knüpfen um ihn zu Integrieren. Aber die anderen Eltern sperren sich auch oft dagegen da sie ihn aus dem Kiga kennen und wissen das er ein, laut deren aussagen, "Problemkind" ist.
Sein Vater war auch so das er keine Feunde hatte/hat. Ich vermute auch vom Verhalten, dass er ebenfals ADS hat. Aber das wurde bisher nicht wirklich festgestellt bzw getestet.
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Angie
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von Angie » 14. Juli 2013 22:00

Keine Sorge, gleich gesellt sich gerne zu gleich und so selten sind AD(H)Sler nicht.
Morgen hat mein Jüngster Geburtstag und es kommen 13 Kinder.  :whis:
Allerdings, wo ich ihn mal ohne Medikation in die Schule liess, wollte kaum einer mit ihm spielen.
Nur 2, aber die sind vom selben Schlag.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: ADSler oft Außenseiter?

Beitrag von cajo81 » 22. Juli 2013 11:31

Habe mich auch immer als Marsmensch gefühlt und kämpfe heute gegen meinen sozialen Rückzug an.

Freunde habe ich schon, aber ich kann irgendwie nicht "spüren" dass sie meine Freunde sind. Mir geht einfach sooooo viel unsortiert permanent im Kopf um dass ich schlichtweg keine Zeit habe die Emotionen meiner Freunde wahrzunehmen - klingt blöd ist aber so. Sie müssen erst heftige Emotionen zeigen damit ich von meinem Gedankenkarusell abgelenkt werde. Dann werde ich sofort hypersensibel, übermässig bemutternd und sehr einfühlsam.

Der Kontakt zu meinen Freunden ist auch sehr sporadisch. Ich hocke durchaus mal 1-2 Monate alleine rum und melde mich dann wenn ich im Kopf mal etwas freier bin aus heiterem Himmel. Durch meine Offenheit bzgl. meiner Depressionen und Gedanken nimmt mein Umfeld meine sporadischen Kontakte aber an. Sie kennen mich halt nicht anders.
Wenn ich erst einmal in einer so einer guten Phasen bin dann hyperfokusiere ich mich ein paar Tage nur auf meine Freunde.und auf Unternhemungen mit Ihnen. Dann fällt es mir wieder schwer auf anderes umzuschalten.


Früher dachte ich dass dieses Hin und Her zwischen Abstand und großer Nähe etwas mit Menschenhass zu tun hätte. Heute weiß ich dass es damit nichts zu tun hat sondern eher mit ADS und wohl einer Borderlinestörung.
Als ich in Kindheit und Jugend noch auf einem Bauernhof lebte ging ich mit unseren Tieren nicht anders um. Es gab Phasen der unglaublichen Innigkeit und Phasen wo ich einfach vor unseren Hunden und Pferden Ruhe haben wollte. Diese Phasen wechselten sich immer ab.

Heute denke ich dass dieses Borderlineverhalten sehr viel damit zu tun hat dass ich sehr sehr viel hyperfokusiere - auch ganz allgemein. Ich springe von einem Hyperfokus auf den nächsten, vom einen Extrem zum anderen.
Interessiert mich etwas plötzlich sind z.B. innerhalb einer Sekunde meine Depressionen und Antreibsstörungen weg.
Und wenn ich mich zu sehr in eine Sache reingesteigert habe dann merke ich irgendwann plötzlich auf einen Schlag die Anstrengung die ich dank Hyperfokus total verdrängt hatte und brauche eine lange Ruhephase.

Und genauso sieht es mit sozialen Kontakten aus : ich steigere mich total rein und brauche dann dementsprechend irgendwann wieder eine Phase des Abstandes um mich zu entspannen und um die gemachten Emotionen zu verarbeiten !
Zuletzt geändert von cajo81 am 22. Juli 2013 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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