ADS und Burnout

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Chaos-Weib
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ADS und Burnout

Beitrag von Chaos-Weib » 1. Februar 2019 19:45

Hi zusammen,

Kann es wirklich sein, dass ich mich wegen dem ADS in meinem Leben schon so überanstrengt habe, daß ich meinen Akku nie wieder aufladen kann? Ich bin doch noch so jung. Wenn jemand mit 50 in Frührente geht ist das ok. Aber doch nicht in meinem Alter. Oder gibt es jemand, der so früh schon gar nicht mehr konnte??

😢
Gibt es denn gar keine Hoffnung aus dem Burnout wieder rauszukommen? Ich kämpfe jetzt schon seit 3 Jahren (viel krank, 2 berufliche Rehas, jetzt Teilzeitjob und ein Aufstocken scheint unmöglich)

Euer hochgradig depressives Chaos-Weib
Theorist
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Theorist » 3. Februar 2019 16:31

Das kommt darauf an, wie gut sie ihre Kräfte einteilen und wieviel sie gelernt haben bei ihren Therapien. Es ist gut möglich dass sie wieder auf die Beine kommen, sobald sie genug regeneriert sind. Es gibt aber sicherlich auch härtere Fälle die sich nicht erholen. Wie ist denn ihre Prognose?
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Stefan SRO
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Stefan SRO » 4. Februar 2019 11:56

Doch! Du kommst wieder auf die Beine.

Es wird nur etwas dauern. (Du hast vermutlich meine Vita schon mal gelesen)

Ich bin leider auch sehr ungeduldig und will/wollte schnell wieder Gas geben. Nun lerne ich bei der Ergo gezielt abzuschalten und mich nicht permanent mit Aufgaben zu überladen. Beruflich bin ich vom Kopf zurück zur Basis und rolle im Leerlauf vor mich hin.

Stück für Stück lerne ich, die Erwartungen an mich selbst nicht zu hoch zu stecken und die Erwartungen anderer klein zu halten. "Nein" war früher ein Fremdwort.

Wirst sehen, das wird wieder.
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von chaoten-tom » 4. Februar 2019 16:40

Nicht den Kopf hängen lassen! Es gibt immer Hoffnung!
Frag Dich mal, was Du wirklich von ganzem Herzen willst und ob Du seit 3 Jahren auch sicher an der richtigen Front kämpfst.
Ich kenne Dich ja nicht und weiß daher auch nicht was für Dich zutrifft, aber nicht wenige versuchen sich immer wieder in das Leben zurückzukämpfen, das eigentlich für Ihren Zustand verantwortlich ist....
Liebe Grüße, Chaoten-Tom
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Anders » 4. Februar 2019 21:09

Hallo CW ;)

Sich aus einer handfesten Erschöpfungsdepression wieder zurück ins Leben zu kämpfen, geht wie du siehst nicht von heute auf morgen.. wie ich leider auch selbst herausfinden 'durfte'! In den meisten Fällen 'verdient' man sich seinen Burnout dadurch, das man im Leben die falschen Prioritäten setzt.. zu viel Arbeitet(oder das falsche), sich mehr um die Probleme anderer kümmert als um die eigenen, versucht es allen recht zu machen..(Chef, Familie, Freunde, Bekannte, wemauchimmer)..ausser sich selbst! Das kann echt viele Jahre gut gehen.. bis man an einen Punkt gerät, an dem auf ein mal nichts mehr geht :huch: aber wem sag ich das.. Mir hat das damals komplett dem Boden unter den Füssen weggezogen, und mich um die Erkenntnis 'bereichert' das ich mir in Zukunft, feste Zeiten zur Erholung und zur Regeneration einplanen muß, da ich eindeutige Signale der Erschöpfung anscheinend nicht richtig wahrnehmen kann, und sonst wieder übergehen würde.. wohin das führt wissen wir ja beide ;) Zu lernen auch mal nein zu sagen wie Stefan gemeint hatte, ist hier denke ich auch ein ganz wichtiger Aspekt! Um zu deiner Frage mit dem 'kaputten' Akku zurückzukommen.. Glaub mir, das wird wieder!! Und ich meine das nicht als hohle Phrase, du kannst dir sicher sein das es auch für dich wieder bergauf geht! Ich glaube auch nicht, das es bei dir noch um einen Burnout geht, sondern du (wie auch ich) nahtlos in einen Boreout geschlittert bist.. also eher eine Folge der Inaktivität! Das fühlt sich zwar ähnlich an, ist aber trotzdem ein Fortschritt, genau wie dein Teilzeitjob. Machst du den gerne, oder ist das 'nur' ein Job? ..knüpfst du damit an dein Leben vor deinem Burnout an? Du solltest dir darüber klar werden, was dich genau da hinein getrieben hat, und versuchen das in Zukunft zu meiden und dir vielleicht eine Perspektive suchen, für die du morgens gerne aufstehen würdest! Nimmst du irgendwelche Medikamente?

Liebe Grüße,

Ande :D
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Chaos-Weib
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Chaos-Weib » 6. Februar 2019 14:38

Ganz lieben Dank für eure Antworten. Das gibt mir etwas Hoffnung.

Ich durfte zwar keine Umschulung machen, aber so richtig anknüpfen an mein früheres Leben ist es nicht. Von Ärzte Seiten aus wurde mir viel verboten. Ich darf z,B. nicht abends und nicht mit viel Kundenverkehr arbeiten. Das hilft schonmal sehr.

Nein, mein Beruf macht mir überhaupt keinen Spaß. Aber mit schlechten Noten in der Schule durfte ich mir mein Beruf damals nicht raussuchen. Und wie oben schon geschrieben, hat mir der Staat (Rentenversicherung, Reha-Einrichtung) verboten eine Umschulung zu machen. Ich geh nur arbeiten, damit Geld aufs Konto kommt. Zur Zeit leider wenig. Deswegen muss ich ja auch irgendwann vollzeit arbeiten.

Medikamente wirken bei mir leider nicht. Das macht es leider noch schwieriger. Konzentration ist gleich null.

Heute geht es mir ein bisschen besser und ich hab ein ganz kleines Bisschen Hoffnung in mir.

Liebe Grüße
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Raupi
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Raupi » 6. Februar 2019 15:00

Ich drücke dir die Daumen Chaos Weib!

Also ich wiederhole mich jetzt, aber probier vielleicht auch mal die Achtsamkeits App aus.

Ich finde, sie verschafft Wohlbefinden ganz umsonst.

Die Inhalte sind teilweise dem MBSR verwandt, das wiederum bei ADHS helfen kann. Meine Ärztin sagte das gestern.

Schau mal im Internet auf der Homepage Deiner Krankenkasse nach, ob es MBSR Kurse gibt, die sie übernehmen. Meistens findet sich da was. Oder ruf einfach an.

Und schau mal unter https://www.selbsthilfe-programm.de. Das kostet 10 Euro im Monat, es gibt ein Programm speziell für ADHS.

Ich wünsche dir, dass du es mit solchen Mitteln aus dem Burnout schaffst!

Mir hilft die App schon und morgen fängt mein MBSR Kurs an.
LG, Raupi

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Chaos-Weib
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Chaos-Weib » 8. Februar 2019 10:47

Danke liebe Raupi,

es ist manchmal so unterschiedlich. Vor Tagen war ich so verzweifelt, dass ich schon fast ... gemacht hätte (will das jetzt nicht aussprechen).
Heute hab ich wieder etwas Hoffnung. Meine Ärzte meinen zwar, dass ich tatsächlich nie in der Lage sein werde vollzeit zu arbeiten, da ich durch die ganze Scheiße, die ich in meinem Leben schon erleben musste zu kaputt bin.
Aber ich hab in meinem Leben schon so viel geschafft, was die Ärtze nie für möglich gehalten hätten. Ich bin eine Lebenskünstlerin. Schon vor Jahren hat eine Ärtzin in der Klinik zu mir gesagt: "Es ist ein Wunder, dass Sie überhaupt noch so da stehen können."

Ich kämpfe weiter.

Danke für den Link ;-)
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Raupi
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Raupi » 8. Februar 2019 13:59

Ja Chaos Weib, wirklich ist es toll, wie Du Dich immer wieder aufrappelst!

Ich habe auch noch eine andere App aufgetan, die meine Ärztin immer empfiehlt:

Insight Timer

Hinweis : Nach dem Öffnen unten auf das Kopfhörer Bildchen clicken.

Allerdings scheint dort das Meiste auf Englisch zu sein...
LG, Raupi

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Anders
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Anders » 9. Februar 2019 01:11

Ich nochmal.. :D
Chaos-Weib hat geschrieben:
6. Februar 2019 14:38
Nein, mein Beruf macht mir überhaupt keinen Spaß. Aber mit schlechten Noten in der Schule durfte ich mir mein Beruf damals nicht raussuchen. Und wie oben schon geschrieben, hat mir der Staat (Rentenversicherung, Reha-Einrichtung) verboten eine Umschulung zu machen. Ich geh nur arbeiten, damit Geld aufs Konto kommt. Zur Zeit leider wenig. Deswegen muss ich ja auch irgendwann vollzeit arbeiten.
Dazu muß ich etwas loswerden.. Verbieten eine Umschulung zu machen kann dir NIEMAND! Gehe ich recht in der Annahme, dass der Träger deiner Reha Massnahme die Rentenkasse war? ..bei mir zumindest war es so und nach 6 Wochen mehr oder weniger sinnlosen Alibi Therapie Angeboten.. wurde ich als 'für meinen Beruf voll arbeitsfähig' entlassen, obwohl es eben dieser Job war, der mich überhaupt erst in diese Lage gebracht hatte! Das die Rentenkasse ansonsten für meine Umschulung hätte aufkommen müssen, ist bestimmt kein Zufall.. und spontane 'Wunderheilungen' im Abschlußbericht sind leider nicht selten und nichts anderes als eine perfide Methode, um Kosten auf andere Träger abzuwälzen! Das Menschen die sich in einer psychischen Notsituation befinden, meistens keine Kraft haben sich gegen solche Machenschaften zur Wehr zu setzen, nutzen ja selbst die Krankenkassen als armseliges Werkzeug um Gelder einzusparen.. wie man daran sieht das seit Jahren immer nur davon geredet wird, die Krankengeldfalle endlich abzuschaffen! Ich muß mal schnell zwei Minuten in ein Sofakissen schreien, bevor ich wieder grün anlaufe und zum Gerechtikeitshulk mutiere... mir schwillt schon eine Ader an der Schläfe :sauer
Ahh.. jetzt geht wieder, funktioniert besser als jedes Achtsamkeitstrainig! Also zurück zum Thema, wenn es eine Umschulung gibt, die du gerne machen würdest, dann lass dir das nicht von irgendwem ausreden. Wenn die Rentenkasse einen Antrag ablehnt- Wiederspruch einlegen! Auch über das Arbeitsamt oder die Arge kannst du versuchen Unterstützung zu bekommen.. und auch wenn es nicht leicht wird, ist es besser für etwas zu kämpfen an dem einem etwas liegt, als sich durch ein Leben zu kämpfen, in das man nicht hinein passt..
Chaos-Weib hat geschrieben:
8. Februar 2019 10:47
Vor Tagen war ich so verzweifelt, dass ich schon fast ... gemacht hätte
Versuch in solchen Momenten besser meine Sofakissen antimeditation.. weil, sind wir mal ehrlich, was wäre das für eine Gesellschaft- ohne so verhaltensoriginelle Menschen wie UNS :D ?!
Chaos-Weib hat geschrieben:
6. Februar 2019 14:38
Medikamente wirken bei mir leider nicht. Das macht es leider noch schwieriger. Konzentration ist gleich null.
Welche Medikamente hast du denn schon alle probiert, wenn ich fragen darf? Vielleicht fallen jemandem hier noch Alternativen ein..

Ich wünsch dir was,

Gruß, Andreas
Stefan SRO
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Stefan SRO » 9. Februar 2019 07:40

@Anders, Danke für mein Dauergrinsen! Der Beitrag war herrlich.

@CW "...mein Beruf damals nicht raussuchen..." ging mir auch so. Binnen kürzester Zeit viele Jobs gehabt und erst 12 Jahre nach Ende der Berufsausbildung endlich den Treffer gelandet.

Den Kampf mit ARGE und so weiter habe ich auch geführt. Immer wenn wieder mal was krachen gegangen ist. Auf mein beharrliches Bestreben hin habe ich dann Unterricht bei einem Träger bekommen und bin von Excel über Buchhaltung langsam in die SAP-Welt hinein gerutscht, die für mich in der Branchenlösung IS-U eine stabile Zwischenstufe geworden ist.
Inzwischen bin ich ein totaler Technik-, Zahlen- und Physiknerd geworden, der in seinem Beruf aufgeht und die Studierten mit seine Akribie zur Weißglut bringt;)

Würden meine damaligen Mathe- und Physiklehrer ahnen, dass ich heute ...
Sie würden wohl an sich selbst zweifeln. Was ich für durchaus berechtigt halte, da der Unterrichtsstoff noch immer da ist, aber in der Schule für mich einfach nicht abrufbar/nutzbar war. "Wir" müssen eben als Schüler begeistert werden und Formeln lernen ohne anschauliche Beispiele klappt zwar... die Formel und das Wissen verschwinden in unser riesen Bibliothek (Hirn) und keiner hat im Aktenschrank (Frontalhirn) eine Kartekarte hinterlassen, in welchem Regal das Buch unter welchem Stichwort zu finden ist.

Wissen das ich mit einem emotionalen Eindruck verknüpfen kann, ist 1-2-fix aufgerufen und angewandt. Da darf es auch mal Six Sigma oder die Kompressibilität von Gasen sein.;)

Kopf hoch! ...ach ich wiederhole mich
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Theorist » 9. Februar 2019 10:57

Ich würde empfehlen jetzt die Zeit zu nutzen um Körper und Geist wieder auf Vordermann zu bringen. Es bringt was, wennsauchnur etwas mehr Stabilität ist. Geradewegs nicht DER Traumjob schlechthin ist, ist es gut wenn was da ist was Freude bereitet. Vollzeit würde ich davon abhängig machen wieviel Regenerationszeit benötigt wird. Gerade wenn der Job nervt hören sich 40 Stunden nicht sehr gesund an, momentan nicht — —
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Chaos-Weib » 11. Februar 2019 15:33

Hallo ihr Lieben,

ganz ganz lieben Dank für eure Antworten und eure tollen Ideen.

Das sind ja krasse Geschichten mit den Geldern. Und als Jemand, der von sowas keine Ahnung hat, fühl ich mich vollkommen hilflos. Danke für deinen Anstoss. Ich bin diesen oder nächsten Monat beim Jobcenter (Termin kommt bald), weil ich ja mein Gehalt mit ALG2 austocke.
Ich versteh das auch nicht. Ja, du hast Recht, Anders, der Kostenträger war die Rentenversicherung. Die wollten mich nach der ersten gescheiterten Reha in eine Behindertenwerkstatt schicken. ?????????? Ist mir bis heute ein Rätsel warum. Da hat doch keiner was davon. Kostet nur n haufen Geld. Nach der zweiten Reha durfte ich wieder teilzeit auf den ersten Arbeitsmarkt. Umschulung hab ich in der ersten Reha immer wieder angesprochen. Es hätte da ja auch verschiedene Bereiche gegeben, die ich hätte ausprobieren können, aber die Ärztin dort hat sich quer gestellt. Die wollten mich lieber in die Behindertenwerkstatt stecken, als eine Umschulung mit Sicht auf Besserung.... Muss man das verstehen??

Ja, Theorist, da hast du recht. 40 Stunden sind im Moment eine Horror-Vorstellung für mich. Ich komme oft nach meinem Halbtagsjob raus und muss dann auf dem Heimweg oder zu Hause heulen, weil es einfach ralle reicht. Letzten Donnerstag auch wieder den ganzen Nachmittag im Bett gelegen und geheult. Freitag musste ich zum Glück nicht arbeiten. Heute wieder auf dem Heimweg geweint...

Liebe Grüße
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Chaos-Weib
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Chaos-Weib » 9. Juni 2019 11:34

Hallo zusammen,

ich, die Heulsuse bins schon wieder :cry:

Das mit der Umschulung möcht ich nochmal fragen. Wie genau geht man da vor? Ich hab das in der beruflichen Reha ja quasi alles mündlich gemacht und und keine Umschulung genehmigt bekommen und wie oben schon geschrieben, durfte ich keine anderen Bereiche ausprobieren.
Im Februar hatte ich etwas mehr Hoffnung, weil die Dame beim Jobcenter von sich aus eine Umschulung angesprochen hat. Jetzt sieht die Lage aber ganz anders aus. Eine Umschulung wird mir nicht genehmigt (alles mündlich) weil ich die Probezeit bestanden habe und einen unbefristeten Vertrag habe.

Ich quäle mich jeden Tag durch die Arbeit und es wird immer schlimmer. Stresssymptome ohne Ende... seit gut einer Woche schlafe ich kaum noch, ich krieg kaum was zu Essen runter und hab infolge dessen natürlich Herzrasen und Kreislaufprobleme und Übelkeit und zum Teil auch Erbrechen. Nichtmal am langen Wochenende kann ich abschalten... Heut nacht hats mich im Bad umgehauen. Ich hab mich zum Glück nicht verletzt, aber ich war keine Ahnung wie lange Ohnmächtig und konnte danach nicht mehr aufstehen. Zum Glück hat meine Freundin mein Rufen gehört und hat mich mit Wasser und Schokolade gefüttert, aber nach einem halben Schokoriegel hab ich mich wieder soooo vollgefressen gefühlt und mir war gleich wieder schlecht.

Ich hab keine Ahnung wie ich die nächste Arbeitswoche überleben soll.
Ich kann nicht klar denken. Soll ich den Krisendienst kontaktieren? Soll ich zum Arzt? Ich kann mich doch nicht schon wieder krank schreiben lassen. Mein Chef dreht am Rad. Der ist eh schon auf 180 wegen mir...
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Chaosqueen1286 » 9. Juni 2019 11:45

Wie genau meinst du das mit dem Vorgehen bei der Umschulung? Ich werde ab Oktober eine vom Jobcenter Finanzierte Umschulung beginnen.Vllt kann ich dir was sagen
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AlphaCentauri
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von AlphaCentauri » 9. Juni 2019 11:59

Chaos-Weib hat geschrieben:
1. Februar 2019 19:45
1.) Kann es wirklich sein, dass ich mich wegen dem ADS in meinem Leben schon so überanstrengt habe,
2.) daß ich meinen Akku nie wieder aufladen kann? Ich bin doch noch so jung. Wenn jemand mit 50 in Frührente geht ist das ok. Aber doch nicht in meinem Alter.
3.) Oder gibt es jemand, der so früh schon gar nicht mehr konnte??

😢
4.) Gibt es denn gar keine Hoffnung aus dem Burnout wieder rauszukommen?

Euer hochgradig depressives Chaos-Weib

Hallo Chaos-Weib,
erst einmal mein Mitgefühl, ... ich habe auch solche Phasen. :trost:
Zu den nummerierten Punkten:

1.) Es kann so sein, muss aber nicht "nur" davon kommen.
2.) Das Gefühl, meinen Akku nie wieder richtig aufladen zu können, hatte ich schon oft und im Grunde habe ich es immer noch.
3.) Ich wurde mit 41 berentet, bin jetzt also schon satte 10 Jahre Frührentnerin.
4.) Hoffnung gibt es immer, solange man sie nicht aufgibt. "Die Hoffnung stirbt immer zuletzt." (Sprichwort)

Wie geht es dir denn unterdessen?

Gruß, Alpha

P.S. Ich habe jetzt nicht alle Kommentare durchgelesen, sondern mich direkt und nur auf deinen Eingangsbeitrag bezogen.
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
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AlphaCentauri
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von AlphaCentauri » 9. Juni 2019 12:07

Chaos-Weib hat geschrieben:
9. Juni 2019 11:34
Hallo zusammen,

ich, die Heulsuse bins schon wieder :cry:

Ich hab keine Ahnung wie ich die nächste Arbeitswoche überleben soll.
Ich kann nicht klar denken. Soll ich den Krisendienst kontaktieren? Soll ich zum Arzt? Ich kann mich doch nicht schon wieder krank schreiben lassen. Mein Chef dreht am Rad. Der ist eh schon auf 180 wegen mir...

Hallo Chaos-Weib,

ich bin manchmal auch eine "Heulsuse". Im stillen Kämmerlein meistens, aber es hilft und entkrampft.
Den Krisendienst kontaktieren ist eine sehr gute Idee! Die haben mich auch schon mal - in einer akuten mentalen Notsituation - gut wieder aufgerichtet und gestärkt für die folgenden Tage.
Wenn dein Chef wegen dir auf 180 ist, ... dann fehlt ihm vermutlich Verständnis. Schließlich machst du das ja nicht absichtlich.

Gruß, Alpha :trost:
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Elwirra » 9. Juni 2019 13:46

Chaos-Weib hat geschrieben:
1. Februar 2019 19:45
Hi zusammen,

Kann es wirklich sein, dass ich mich wegen dem ADS in meinem Leben schon so überanstrengt habe, daß ich meinen Akku nie wieder aufladen kann?
Vielleicht kannst du es ja so sehen , dass du deinen AKKU mit 150% immer über beansprucht hast.
Es ist oft zu lesen , dass 80% Einsatz reichen 100% im Endergebnis zu erhalten. Somit hast du quasie 70% Dauer Überlastung ins System gebracht. Somit fühlen sich 80% Einsatz auch so wenig an wenn du denkst z.B. du musst auf 150% zurück.

Hat dein Akku Schaden genommen wirst du halt dein Leben darauf einstellen müssen um nicht noch mehr Schaden anzurichten. mit z.B. plötzlich Arm ab und dann ne gute Prothese muss man ja auch sich neu auf sein Leben damit einstellen.
Ich bin doch noch so jung. Wenn jemand mit 50 in Frührente geht ist das ok. Aber doch nicht in meinem Alter. Oder gibt es jemand, der so früh schon gar nicht mehr konnte??
bestimmt gibt es da einige. ich kenne welche mit früher Frührente , die nach längerer Schonzeit nun mit kleinen Jobs , Zertifikate durch Kurse etc. Sich Geld mit Dingen, die sie erfüllen, dazu verdienen .
Gibt es denn gar keine Hoffnung aus dem Burnout wieder rauszukommen? Ich kämpfe jetzt schon seit 3 Jahren (viel krank, 2 berufliche Rehas, jetzt Teilzeitjob und ein Aufstocken scheint unmöglich)
bin nun auch 2x ½ Jahr raus und dazu kommt ja auch noch die Wiedereingliederung.

Doch natürlich gibt es Hoffnung und die heißt Geduld und Akzeptanz von Gegebenheiten

Ich werde wohl auch nie wieder voll arbeiten können , aber auch nicht wollen was ich aber auf eigene Kosten für mich entschieden habe.
Im Moment habe ich das Gefühl irgendwann zumindestens wieder ein paar Stunden mehr aufstocken zu können , aber da lasse ich mir einfach Zeit und würde wenn ich wirklich so weit bin dass dann noch 3Monate weiter nach hinten schieben .

Ich habe vielleicht das Glück das ich in beiden Phasen klar hatte das ich in meinem Job bleibe und auch bei meinem Arbeitgeber. mir war klar, egal wo und wie, ob Arbeitsplatzwechsel oder nicht, dass meiste liegt an mir.

Mir ist klar das einiges nicht mehr so geht wie vorher. ich habe weniger Geld wie vorher.
Aber ich bin trotzdem dankbar und Glücklich mit dem wie es jetzt ist.

versuche dass mit der Umschulung in irgendetwas was du geren machst. dadurch das ich meinen Job mag und dort hin zurück wollte habe ich quasie nicht ins Leer gekämpft . in der Reha waren die schon fast „überfordert“ das ich auf der Arbeit schon alles geregelt hatte.

vielleicht kann man ja auch aus der Frührente irgendwann wieder raus ins normale Arbeitsleben :?: :?: :?:

Aber du bist du und was wirklich für dich hilfreich ist kann man so schlecht sagen.

Aber käme ich doch noch in die Situation wo ich über Frührente nachdenken müsste , dann wäre es auch ein harter Brocken für mich .

Das mit den Psychsichen Sachen ist halt schwer zu erfassen, es ist nunmal keine Sichtbare Wunde an der man den Heilingsprozess ablesen kann.

Wünschender aber alles alles GUTE
„An alle die behaupten, sie wüssten wie der Hase läuft:.......... "Er hoppelt!“ ;)
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Chaos-Weib » 13. Juni 2019 14:19

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Beiträge. Es tut gut mit sich Leuten auszutauschen, die einen verstehen und in ähnlichen Situationen sind.

@ Elwirra: Mit den verschiedenen Rentenarten kenn ich mich auch nicht so gut aus. Es gibt ja die Erwerbsminderungsrente, die Berufsunfähigkeitsrente und so weiter. Der Staat wollte mich 2017 auch in Rente schicken, aber nur für 2 Jahre. Das war glaub, die Erwerbsminderungsrente (?). Danach kann man wieder arbeiten, falls es geht. Hab mich aber mit Händen und Füßen dagegen gewehrt und ich habs geschafft, der Aufforderung von der Renteversicherung, endlich einen Rentenatrag zu stellen, abzulehnen.

Ach hier ist ein schönes Lied, das gefällt mir und passt irgendwie:

https://www.youtube.com/watch?v=UB3xfAzCfD4

Liebe Grüße
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Re: ADS und Burnout

Beitrag von Elwirra » 13. Juni 2019 16:28

Ich habe auch keine Ahnung von diesen Rentensachen. Doch wenn dass auch befristet geht, warum das nicht nutzen und sich auf sich zu konzentrieren und dann noch mal ein Neuer Versuch . ??.? Aber wie gesagt habe null Ahnung davon.
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