Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

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EinMax
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von EinMax » 11. November 2018 19:54

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Wenn ich so drüber nachdenke, ist ADHS auch ein bisschen wie dieser Albtraum, den viele kennen, wo sie in Unterwäsche eine Klassenarbeit schreiben sollen, die sie nicht vorbereitet haben. Nur halt übertragen auf fast jede Situation.
flori1994
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von flori1994 » 11. November 2018 22:25

EinMax hat geschrieben:
11. November 2018 19:54
Wenn ich so drüber nachdenke, ist ADHS auch ein bisschen wie dieser Albtraum, den viele kennen, wo sie in Unterwäsche eine Klassenarbeit schreiben sollen, die sie nicht vorbereitet haben. Nur halt übertragen auf fast jede Situation.
Näh nur übertragen auf Referate. Extrem ärgerlich wenn wegen Reizüberflutung und Nervösität die Stimme mal wieder ins piepsige abdriftet und schließlich ganz versagt.
Furcht ist der Gegner, der einzige Gegner.

Sunzi (um 500 v. Chr.), »Die Kunst des Krieges«

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Lie
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von Lie » 3. Dezember 2018 11:43

Hallo Daydreamer,

mir als Nicht ADHSlerin haben Beschreibungen wie die Fußgängerzone geholfen es nachzuvollziehen. Mein Partner ist betroffen, seit Kindesbeinen diagnoztiziert. Ich versuche auch die Umwelt besser zu beobachten um mir klar zu machen was alles in der Sekunde auf ihn einstürzt. Das, dieses Forum und meine eigenen Recherchen zum Thema haben mir geholfen es zu verstehen, meinen PArtner besser zu verstehen.
Aber ich gebe sourcreme recht, da man es nur versteht wenn man sich damit tatsächlich auseinandersetzen möchte und es verstehen will.
Wir Menschen neigen dazu alles subjektiv mit unserer eigenen Wahrnehmung zu vergleichen und dies als Maßstab anzunehmen.

LG
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von sourcream » 5. Dezember 2018 13:59

manche Menschen sind aber auch so verbohrt, das sie all das nicht glauben was sie von sich selbst nicht kennen. Davon kenne ich ein Exemplar und halte auch von ihr einen dezenten Abstand. Sie packt auch gerne mal ihre Zauberkugel aus und stellt Behauptungen in den Raum die nicht stimmen. Wenn man immer das Gefühl hat sich vor solchen Menschen zu rechtfertigen, dann beginnt man eine Tatsache etwas anders zu erzählen, so das nicht genau erkennbar ist um was es sich tatsächlich handelt. Und das sind solche Menschen, die ja auch gute Seiten haben mit den ich aber nie im Leben zurecht komme, das ist mir zu anstrengend. Im Moment gab es jetzt wieder so eine Situation. Und ich habe mich aber nicht gerechtfertigt, ich habe nicht erzählt wie es tatsächlich um mich steht.

was ich mal wissen wollte, und jetzt der Punkt der mich im Moment beschäftigt. Wie fühlt sich bei euch die Reizüberflutung an wenn ihr erkältet seid? ich bin seit dem Wochenende erkältet, es geht schon etwas besser, aber immer wenn ich so eine Erkältung habe fühlt es sich an, als würden Elefanten im Kopf herum trampeln, ich habe immer Kopfdruck, es gibt bei mir keine kleine Erkältung. Sie geht immer einher mit Fieber, oder erhöhte Temperatur (38 grad) Husten und Fließschnupfen und ich muss immer zum Arzt weil ich das belastend finde und so nicht arbeiten kann, ich wurde schon oft heim geschickt. Ich nehme dann die Reize die auf mich einwirken doppelt so belastend war. Und ich werde auch unleidlich. Ich schwitze stark und fühle mich immer so schlapp, wie vielleicht jemand anderes der sowas hat. Ich werde dann auch aggressiv gegenüber anderen also für die anderen sieht es dann sicher so aus als wäre ich sehr zickig. Egal ob ich Fieber habe oder erhöhte Temperatur. Macht euch das was aus? Vielleicht liegt es auch an meiner sehr sensiblen Wahrnehmung.
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von Stefan SRO » 5. Dezember 2018 14:22

"...Reize die auf mich einwirken doppelt so belastend war..." das stimmt.

Das sollte für Dich der letzte Warnruf sein, sich in eine Reiz-arme Umgebung (zuhause oder in den Wald / Stadtpark) zurück zu ziehen.

Erstens geht es Dir da deutlich besser und die Kollegen anstecken wird in unserer Firma als "Sabotage" geahndet.
Je schneller man sich in ein Umfeld begibt, dass der Genesung förderlich ist, hat man es auch überstanden.

VG
Stefan
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von sourcream » 5. Dezember 2018 15:16

ja so sehe ich das auch. Es bringt nix, wenn man dann die halbe Belegschaft ansteckt. Und das vor Weihnachten. Vielleicht aber auch hätte ich es manchen gegönnt die immer sagen "ich war dieses Jahr noch gar nicht krank".

Ich hatte erst eine OP gehabt, nur ne kleine (ambulant) und wollte am Dienstag wieder arbeiten gehen. Haste gedacht!! Bis ich dann aber Samstag dieses blöde Halskratzen bekam und dann flach lag. Ich denke mein Immunsystem war schwach. Weiß aber keiner, außer halt privat. Nur das ich die OP hatte. Man ist eigentlich auch nicht dazu verpflichtet, aber ich bin eben ein Mensch der das sagt wie es wirklich ist, und ich tat es diesmal aber nicht, nur kurz und knapp das es verlängert wurde. Ob ich jetzt vom Allgemeinarzt einen Schein hätte, oder jetzt vom Hautarzt...trotzdem habe ich ein komisches Gefühl. Meinem Chef kann man sowas ja auch nicht erklären, weil der nie ans Telefon geht und per SMS hab ich keine Lust das alles detailliert zu erklären weil er es eh nicht hört wie verschnupft ich klinge. Sogar Kollegen haben gefragt und wird sich darüber sicher auch aufgeregt weil sie ja nicht alles wissen. :D ich will mich einfach nicht mehr rechtfertigen vor anderen, mir geht das langsam auf den Nerv. Das machen die auch bei anderen, die dann plötzlich länger krank sind.

sich in Reizarmen Gegenden aufzuhalten ist richtig, nur ich muss auch einkaufen gehen. Aber ich geh da meistens früh oder abends, wenn nicht mehr viel los ist, aber auch das finde ich meistens unangenehm, weil ich selbst es blöd finde wenn jemand hinter steht der mich ständig anhustet oder niest.

ich merke auch jetzt, geht es mir viel besser wenn ich mich auskurieren kann, ich hab das Gefühl ich fühle mich etwas fitter.
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von Raupi » 5. Dezember 2018 16:19

Ich hatte seit dem Sommer schon drei Phasen von leichten Infekt über vier Wochen, mal Schnupfen, dann Husten. Soll ich da jetzt immer zu Hause bleiben? Da wäre ich ja jetzt drei Monate ausgefallen...

Ich bin total allergisch auf dieses "steck uns bloß nicht an". Wer immunschwach ist, wird deshalb krank und nicht, weil einer im Büro gehustet hat. Meine Meinung... und wenn ich mich tatsächlich krank fühle, dann bleibe ich auch zu Hause.
LG, Raupi
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Re: Einem Nicht-ADHS`ler unsere Reizüberflutung erklären

Beitrag von sourcream » 6. Dezember 2018 10:22

Das ist schon richtig. Bei kleinen Infekten so oft wäre blöd da immer krank zu machen. Da würde ich mal das immunsystem stärken ;)

bei uns kommen auch einige Leute rein die erkältet sind. Und es kam auch schon vor, das viele danach krank waren. Inklusive der kranke selbst der dann 4 Wochen krank war. Aber hauptsache er war da ,,sieht ja besser aus" . Vielleicht bekommen sie auch mal einen Orden dafür . Der jenige verteilt ja seine Viren im ganzen Betrieb, an Türklinken, an Lichtschalter, am Geländer etc.

Im Jahr bin ich meist 1 oder 2 mal im Jahr krank wegen Erkältung für je eine Woche. Der Körper braucht Ruhe und wenn er die nicht bekommt kann das auch Schäden mit sich bringen. Ich habe mich früher auch immer krank auf arbeit geschleppt weil ich angst hatte wegen Arbeitsplatz, und konnte aber nie die volle Leistung erbringen. Wurde auch schon heim geschickt weil ich total rot im Gesicht war, hatte anscheinend Fieber. Trotzdem wurde ich damals immer weiter geschickt auch wenn ich immer da war. Bekam dafür aber einen chronischen schnupfen.

Egal wie man es macht ist es verkehrt. Kommt man krank auf arbeit wird gesagt "toll jetzt kommt die krank auf Arbeit die steckt alle an" kommt man nicht wird gesagt "jetzt macht die wegen einer Erkältung krank" Wenn ich so wäre könnte ich auch sagen "2016 war ich das ganze Jahr nicht krank ". Hat mir einer gedankt? Hab ich einen Blumenstrauß bekommen? 💐 Wird es jemals auf meinem Grabstein stehen? Wenn man es mal realistisch sieht: werde ich irgendwann mal eingeäschert werden und die Kollegen oder der Chef sind auch schon tot oder haben mich vergessen. Das klingt vielleicht absurd vom Tod zu sprechen aber so ist die Realität. Es sei denn man stirbt eher aber gekonnt hat man auch nix 😉


Es gibt sicher Leute die wegen jedem bisschen krank machen, und aber auch nicht bescheid sagen das hatten wir auch. Man sollte es unterscheiden können wer nur 1-3 mal im Jahr krank ist und wer jeden Monat krank ist und keine Lust hat.

Man bekommt aber auch keine Auszeichnung weil man sich krank auf Arbeit schleppt. Heute ist die Angst so groß seinen Arbeitsplatz zu verlieren das man sogar seine Gesundheit aufs Spiel setzt.
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