Diagnose steht aber keine Behandlung

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Jani007
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Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 16. April 2018 19:32

Moin
seit heute habe ich endlich die gesicherte Diagnose ADHS. Trotzdem bekomme ich von meinem arzt nichts verschrieben. Das einzige was ich bekommen habe ist ein Zettel mit diversem Foren auf denen ich mich informieren kann/soll und eine Überweisung für einen Psychotherapeuten zwecks Verhaltenstherapie. Allein die Diagnose hat jetzt ein halbes Jahr in Anspruch genommen und der wollte mir noch nicht mal ein Tipp geben zu welchem psychotherapeut ich gehen könnte. Hat da evtl. Jemand Erfahrung im Raum neumünster oder kiel?
Die medikamentenbehandlung würde wegen einem Satz in meinem alten schulzeugnis abgelehnt "...war ein aufmerksamer Schüler und stellte oft tiefergreifende Fragen". In allen anderen Zeugnissen standen Sachen wie "... war häufig unaufmerksam, lenkte sich und andere vom Unterricht ab, ...".
Seit ca. Einem halben Jahr kann ich außerdem nicht mehr vernünftig schlafen Max. 2 Std. Meine Leistungen in der Schule sinken immer weiter ich bin kaum noch aufnahmefähig und rezeptfreie beruhigungs mittel helfen nicht und der Arzt sagt ich soll erst mal die Verhaltenstherapie abwarten.
Langsam bin ich am Ende.
ULBRE
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon ULBRE » 16. April 2018 21:40

Hallo Jani007,

das ist ja blöd....
Mal ne Frage: hast Du ADHS oder ADS ?

DSo wie so auch ist die Lösung mit einem kurzen Satz zusammengefasst:

Such Dir einen anderen Arzt.


Warum ?
Medikamente schaffen bei AD(H)S überhaupt erst die Stressverringerung, die erforderlich ist, um therapie- und/oder lernfähig zu werden. Im Zustand einer Lernfähigkeit macht eine Therapie dann auch Sinn und kann, wenn es gut läuft, nach einigen Jahren zu einer Medikamentenverringerung oder Medikamentenfreiheit führen.
Es gibt Leute, die lehnen AD(H)S-Medis aus quasireligiösen Gründen ab. Meist haben sie den Unterschied zwischen Medikamenten (Ausgleich eines Neurotransmitterdefizits auf niedrigem Niveau mit laaangsamem Anstieg und laaangsamen Abfall ) und Drogen (schneller Anstieg auf hohes Niveau und schneller Abfall = Rauschwirkung) nicht verstanden. Und zwar nicht aus kognitiver Minderkapazität, sondern weil sie es nicht verstehen wollen.
Sinnvollste Reaktion in solchen Fällen: freundlich winken und lächeln. Es macht schlicht keinen Sinn, über Glauben zu diskutieren.

Ich denke, Medis sind gerade am Anfang wichtig, um überhaupt erst einmal das Gefühl kennen zu lernen, wie das Leben ohne AD(H)S (zumindest ohne grosse Teile davon) anfühlen kann. Wer das mal ein Jahr lang gefühlt hat, hat ein intrinsisches Ziel das er erreichen will. Wie soll eine Therapie funktionieren, die dem Betroffenen erst einmal erklären will, wie es sich anfühlen könnte, wenn er dies oder das oder jenes macht ? Ein Therapeut kann immer nur Lotse sein auf dem Schiff des Patienten, nie der Kapitän. Wenn der Kapitän kein Ziel hat, steht der Lotse nur dumm rum. Dann macht eine Therapie wenig Sinn.

Verhaltenstherapie ist nicht gleich Verhaltenstherapie.
Bei AD(H)S ist achtsamkeitsbasierte Verhaltenstherapie erheblich wirksamer als kognitive VT. (Nur, falls ich das nicht schon mal irgendwo hier erwähnt haben sollte ;-))). MBSR ist ebenfalls sehr wirksam.


Die Frage ist: woher einen Arzt nehmen, der AD(H)S nicht als Phantasterei ansieht, sondern weiss, was das bedeutet ?

Suche Dir eine Selbsthilfegruppe.
Wenn die erste nicht Dein Fall ist, suche weiter, bis Du Dich zuhause fühlst.
Eine gute SHG ist so was wie eine halbe kognitive VT: was ist AD(H)S, wie geht man damit um, welche Tricks gibt es, pipapo. Natürlich nur, wenn sie nicht als blosses Kaffeekränzchen gefahren wird.
Aber jede SHG wird ihre Tipps haben, welche Ärzte in Deiner Gegend was taugen und welche man weiträumig meiden sollte.

Was auch hilft ist: lesen.
Nicht ein Buch über AD(H)S. Auch nicht zwei oder drei - sondern viele.
Du solltest der Experte für Dein Problem werden. Dort liegt die Lösung.
Hier im Forum findest Du sicher auch etliche Ideen und Ansprechpartner.


Ich drücke Dir alle Daumen

UlBre
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Hanghuhn
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Hanghuhn » 16. April 2018 22:45

Aber nimm die Diagnose mit! Sonst geht das Ganze von vorn los.
LG Hanghuhn
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 16. April 2018 23:54

Auf der Überweisung steht steht ADHS und in der Diagnose f90.0g. Gefaselt hat der was von leichtem ADHS deswegen unzureichend für Medis. Leichte Depression erkennbar aber unzureichend für behandl ung und das ich nicht schlafen kann möchte er nicht behandeln ich soll die Therapie abwarten. Jetzt kann ich erst recht nicht mehr schlafen. So viel dann dazu und das mit neuen Arzt suchen hatte ich befürchtet zieht sich halt bloß alles wieder in die Länge hatte gehofft wenn die Diagnose steht wird das vielleicht mal ein bisschen ruhiger aber wohl eher nicht.
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Hanghuhn » 17. April 2018 09:00

Warum nimmst du nicht erst mal eine Therapie? Immerhin hast du doch Depressionen.
LG Hanghuhn
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 17. April 2018 11:38

Ja Habe ich auch vor eine Überweisung für Verhaltenstherapie Habe ich ja muss mich nur heute erst mal um einen Termin kümmern und das dauert wahrscheinlich ewig. Und ich habe jetzt ein halbes Jahr auf die Diagnose gewartet und jetzt wieder wahrscheinlich ewig warten bis irgend was passiert ist deprimierend aber ich habe wohl keine andere Möglichkeit.
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 17. April 2018 17:33

Sag ich ja dauert ewig der erstbeste Termin ist in 3 Monaten :neiiin:
Falschparker
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Falschparker » 17. April 2018 18:59

Hallo Jani,

lass dir aber bitte einen ausführlichen Bericht geben, nicht nur ein Blatt, auf dem ADHS oder 90.0 steht. Dann muss der nächste Arzt nicht die Diagnose noch mal machen.

Es ist sehr befremdlich, dass der Arzt diese Diagnose gibt, aber mit verrückten Begründungen Medikamente verweigert. Ich würde nicht erst die Verhaltenstherapie abwarten. Such lieber in einem größeren Radius; ich fahre auch zweieinhalb Stunden zu meinem Facharzt. Wenn die Dosisfindung abgeschlossen ist, musst du nur noch ganz selten fahren und kannst die Rezepte vom Hausarzt kriegen.
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon ULBRE » 17. April 2018 23:09

Hallo,

zum Thema Depressionen bei AD(H)S:
Es ist zu unterscheiden zwsichen einer leichten chronischen Depression (Dysphorie, alles ist grau), die es eigentlich schon immer gibt und einer echten schweren, episodischen Depression (echt tiefes schwarz), die Wochen oder Monate andauert und dann wieder verschwindet.

Dysphorie ist ein eingebautes Feature bei AD(H)S und verschwindet mit AD(H)S, denn Dysphorie (bei Inaktivität) ist ein Stresssymptom. Der Stress will mit diesem Symptom bewirken, dass man sich unwohl fühlt, wenn man inaktiv wird, bevor der Stressor besiegt ist. Nützlich, wenn es einen echten Stressor gibt (hält einen aktiv um den Stimmungsabfall zu vermeiden und das unterstützt einen dabei, zu fighten), lästig, wenn die HPA-Achse auch ohne akuten Stressor aktiv ist, was meiner Meinung nach eben die Ursache von AD(H)S ist.
Dysphorie sollte man nicht mit Antidepressiva bekämpfen, vor allem nicht mit SSRI, denn die machen das AD(H)S nur noch schlimmer. Eine Therapie, die die Dysphorie wirksam bekämpft, müsste wirksam den Dauerstresszustand bekämpfen können. Das ist dann zugleich eine wirksame AD(H)S-Therapie.
Echte Depressionen sollten dagegen vorrangig mit Antidepressiva angegangen werden.

Aber das ist nur meine Meinung.

Viele Grüße

UlBre
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 18. April 2018 16:39

Hat eventuell jemand ein Tipp bezüglich guten Ärzten? Habe jetzt 2 gefunden die zumindest in Frage kommen würden aber die haben mittwochs Ruhetag. Deswegen kann ich das 3rst morgen anrufen und nach einem Termin fragen. Wenn möglich bitte im Bereich Schleswig Holstein.
3 Monate fast ohne Schlaf ( maximal 2 Stunden pro Nacht) machen mich langsam echt fertig. Rezeptfreie Medikamente helfen überhaupt nicht und der behandelnde Arzt und mein Hausarzt wollen mir nichts verschrieben.
Langsam bin ich echt am ende
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 18. April 2018 18:47

ULBRE hat geschrieben:Hallo,

zum Thema Depressionen bei AD(H)S:
Es ist zu unterscheiden zwsichen einer leichten chronischen Depression (Dysphorie, alles ist grau), die es eigentlich schon immer gibt und einer echten schweren, episodischen Depression (echt tiefes schwarz), die Wochen oder Monate andauert und dann wieder verschwindet.

Dysphorie ist ein eingebautes Feature bei AD(H)S und verschwindet mit AD(H)S, denn Dysphorie (bei Inaktivität) ist ein Stresssymptom. Der Stress will mit diesem Symptom bewirken, dass man sich unwohl fühlt, wenn man inaktiv wird, bevor der Stressor besiegt ist. Nützlich, wenn es einen echten Stressor gibt (hält einen aktiv um den Stimmungsabfall zu vermeiden und das unterstützt einen dabei, zu fighten), lästig, wenn die HPA-Achse auch ohne akuten Stressor aktiv ist, was meiner Meinung nach eben die Ursache von AD(H)S ist.
Dysphorie sollte man nicht mit Antidepressiva bekämpfen, vor allem nicht mit SSRI, denn die machen das AD(H)S nur noch schlimmer. Eine Therapie, die die Dysphorie wirksam bekämpft, müsste wirksam den Dauerstresszustand bekämpfen können. Das ist dann zugleich eine wirksame AD(H)S-Therapie.
Echte Depressionen sollten dagegen vorrangig mit Antidepressiva angegangen werden.

Aber das ist nur meine Meinung.

Viele Grüße

UlBre


Tiefschwarz ist absolut nix nur grau in grau. Aber so oder so ich bekomme halt gar nix noch nicht mal was damit ich mal wieder ausschlafen könnte. Ich kümmer mich auf jeden fall um einen anderen Arzt weiß nur nicht ob das dann besser wird.
Der Arzt ist in meinen Augen auf jeden fall ein Witz haut mir solche Diagnosen um die Ohren stellt nebenbei meine Sexualität in Frage und erzählt mir ich sollte einfach mal darüber nachdenken ob der Beruf der richtige für mich ist. Und für die Diagnose müsste ich dann auch noch 180 Euro zahlen. Es wurde kein Blut abgenommen kein ekg kein eeg und keine körperliche Untersuchung.
Das einzige was ich bekommen habe waren halt ein paar Fragebögen zum ankreuzen.
Der Anhang und die Überweisung zum Psychotherapeuten sind alles was ich bekommen habe
Wie soll man sich danach fühlen?!
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Sheherazade » 19. April 2018 06:01

Mal so reingegrätscht:

Jani007 hat geschrieben:3 Monate fast ohne Schlaf ( maximal 2 Stunden pro Nacht) machen mich langsam echt fertig. Rezeptfreie Medikamente helfen überhaupt nicht


Beruhigungsmittel jeglicher Art haben bei meinen Söhnen ausserhalb der MPH-Medikation immer eine paradoxe Wirkung. Ihnen hilft zum Runterkommen abends schwarzer Tee, dem Großen in letzter Zeit auch mal ein Kaffee.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon mephisto » 19. April 2018 07:40

Jani007 hat geschrieben:Sag ich ja dauert ewig der erstbeste Termin ist in 3 Monaten :neiiin:


Ja, das ist leider normal.
Aber wenn Du Dich da jetzt anmeldest sind die 3 Monate schneller vorbei als man denkt.

Wenn Du Dich von der Wartezeit abschrecken lässt, dann wirst du in 3 Monaten noch keinen Therapieplatz haben.

Ich würde mich da anmelden und zeitgleich auch weitersuchen. Absagen kann man immer noch, wenn man früher einen anderen Platz findet.
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Hanghuhn » 19. April 2018 08:35

mephisto hat geschrieben:Ich würde mich da anmelden und zeitgleich auch weitersuchen. Absagen kann man immer noch, wenn man früher einen anderen Platz findet.

Meine Rede!

Ich rate dir auch, Kontakt zur Selbsthilfegruppe aufzunehmen. Dort erfährst du evtl. auch, zu welchen Ärzten andere Teilnehmer gehen, und wie zufrieden sie mit ihnen sind.
LG Hanghuhn
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon ULBRE » 19. April 2018 09:00

Jani007 hat geschrieben:Seit ca. Einem halben Jahr kann ich außerdem nicht mehr vernünftig schlafen Max. 2 Std.


Hallo Jani,

sorry, das hatte ich überlesen.
Wenn Dein Arzt das noch für normal hält - wechsle ihn. Sofort !
Entschuldigung, das ist nicht mehr nur Ignoranz, das ist Körperverletzung durch Unterlassen.
Schlafprobleme in dieser Dimension sind massiv gefährlich.

Bis Du einen Arzt findest, der was von AD(H)S versteht, könntest Du Dir von einem ganz normalen Hausarzt Trimipramin verschreiben lassen. Das ist ein uraltes trizyklisches Antidepressivum. Als solches war es leidlich erfolglos, es wirkt aber leicht anxiolytisch (angstlösend) und ist (nucht nur bei AD(H)S) ein sehr sehr hilfreiches Schlafmittel für einen tiefen und erholsamen Schlaf.
Anders als andere trizyklische Antidepressiva und sonstige Schlafmittel beeinträchtigt es den REM-Schlaf nicht.

Dosierung: einen Abend mal mit 1-3 Tropfen testen, es gibt (wenn auch ganz selten) Hochsensible, bei denen haut schon ein Tröpfchen rein.
Wenn alles gut ist, 5 bis 10 bis 20 bis 30 Tropfen eine halbe bis eine Stunde vor dem Zubettgehen.
Als Antidepressivum würden bis zu 100 bis 150 Tropfen gegeben - das wäre hier vieeeeeeel zu viel.

Nach meiner Beobachtung können bei AD(H)S-Betroffenen auch 1-2 Tropfen tagsüber helfen, den Stress runterzufahren.

Trimipramin ist alt und ausgetestet, da sollten Ärzte wenig Bedenken haben.
Für den genannten Zweck aber kein anderes Antidepressivum aufschwätzen lassen !!!


Viele Grüsse und alles Gute

UlBre
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 19. April 2018 18:59

ULBRE hat geschrieben:
Jani007 hat geschrieben:Seit ca. Einem halben Jahr kann ich außerdem nicht mehr vernünftig schlafen Max. 2 Std.


Hallo Jani,

sorry, das hatte ich überlesen.
Wenn Dein Arzt das noch für normal hält - wechsle ihn. Sofort !
Entschuldigung, das ist nicht mehr nur Ignoranz, das ist Körperverletzung durch Unterlassen.
Schlafprobleme in dieser Dimension sind massiv gefährlich.

Bis Du einen Arzt findest, der was von AD(H)S versteht, könntest Du Dir von einem ganz normalen Hausarzt Trimipramin verschreiben lassen. Das ist ein uraltes trizyklisches Antidepressivum. Als solches war es leidlich erfolglos, es wirkt aber leicht anxiolytisch (angstlösend) und ist (nucht nur bei AD(H)S) ein sehr sehr hilfreiches Schlafmittel für einen tiefen und erholsamen Schlaf.
Anders als andere trizyklische Antidepressiva und sonstige Schlafmittel beeinträchtigt es den REM-Schlaf nicht.

Dosierung: einen Abend mal mit 1-3 Tropfen testen, es gibt (wenn auch ganz selten) Hochsensible, bei denen haut schon ein Tröpfchen rein.
Wenn alles gut ist, 5 bis 10 bis 20 bis 30 Tropfen eine halbe bis eine Stunde vor dem Zubettgehen.
Als Antidepressivum würden bis zu 100 bis 150 Tropfen gegeben - das wäre hier vieeeeeeel zu viel.

Nach meiner Beobachtung können bei AD(H)S-Betroffenen auch 1-2 Tropfen tagsüber helfen, den Stress runterzufahren.

Trimipramin ist alt und ausgetestet, da sollten Ärzte wenig Bedenken haben.
Für den genannten Zweck aber kein anderes Antidepressivum aufschwätzen lassen !!!


Viele Grüsse und alles Gute

UlBre


War auch schon bei meinem Hausarzt auch der möchte mir nichts ordentliches verschreiben. Der hat mir schon gefühlte 100 homöopathischen Kram verschrieben der überhaupt nix bringt. jetzt habe ich erst mal am 15.6. Ein Termin in Hamburg mal sehen ob das besser wird bis dahin werde ich wohl auch noch irgendwie durchhalten. Jetzt geht das erst mal los mit dem Arzt morgen zu diskutieren damit ich zumindest meine Diagnose bekomme.
Ich hoffe nur das wird dann besser.
Bekommt man trimipramin auch ohne Rezept?
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 19. April 2018 19:02

Hanghuhn hat geschrieben:
mephisto hat geschrieben:Ich würde mich da anmelden und zeitgleich auch weitersuchen. Absagen kann man immer noch, wenn man früher einen anderen Platz findet.

Meine Rede!

Ich rate dir auch, Kontakt zur Selbsthilfegruppe aufzunehmen. Dort erfährst du evtl. auch, zu welchen Ärzten andere Teilnehmer gehen, und wie zufrieden sie mit ihnen sind.


Ja danke das werde ich auch noch mal in Angriff nehmen aber erst mal versuche ich noch mein Glück bezüglich einem schnelleren Termin. Nächste Woche nehme ich das dann auch in Angriff.
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon ULBRE » 20. April 2018 00:45

Hallo,

Trimipramin ist rezeptpflichtig, sollte aber bei Ärzten keinen Widerwillen auslösen, erst recht nicht bei dieser Dosierung. Da wudern sie sich allenfalls, ob das wirken kann... Trimipramin hat i den Dosen keinerlei Suchtpotenzial.

Was wollte Dir Dein Hausarzt nicht verschreiben ?
Ärzte, die sich weigern (oder lange rumzicken) bevor sie Benzodiazepine oder ähnliche Mittel verschreiben, mit denen man zwar mal schnell schlafen kann, aber binnen 14 Tagen süchtig wird, haben meinen vollen Respekt.
Wenn sie aber auch Trimipramin verweigern müssten sie schon einen sehr guten Grund nennen...

Viel Erfolg

UlBre
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Jani007 » 20. April 2018 06:56

Ich bin da halt nur hingegangen und habe dem gesagt das ich nicht schlafen kann und wollte das der mir was daürr verschreibt. Ich habe auch extra gesagt das ich nix haben will das abhängig macht.
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Re: Diagnose steht aber keine Behandlung

Beitragvon Caesi » 20. April 2018 07:33

Den Kampf mit den Ätzen kenne ich leider nur zu gut und aktuell auf der suche nach einem Therapieplatz bekomme ich von 90% der Praxen nicht mal eine Rückmeldung ob was frei ist oder nicht. Finanziell kann ich mir halt auch nicht leisten 2 stunden mit dem Zug fahren zu müssen.

Auch das mit dem nicht schlafen kenne ich sehr gut. Mein Arzt wollte mir erst auch kein Medikament geben das bei ADS hilft, weil er bedenken hat, das es meine von ihm Diagnostizierte Depression verstärkt. Nach fleißigem Einlesen, Rücksprache halten mit einem Verein vor Ort der auch Selbsthilfegruppen und Seminare anbietet zum Thema ADS und vielen Gesprächen mit Familien und Freundeskreis und vor allem der verzweifelten suche nach einen Therapieplatz habe ich mit ihm nochmal gesprochen, ihm erklärt warum ich gerne das Medikament testen würde und diesmal zickte er auch nicht herum. Ich vermute das ich sehr reflektiert erklären konnte warum ich das Medikament testen möchte und ihm damit auch zeigte das ich es nicht als Überlösung sehe sondern als Hilfe um den Kampf aufrecht halten zu können, war der Punkt der ihn beruhigte.

Ich drücke dir die Daumen das für dich bald Land in Sicht kommt.
"Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Immanuel Kant)

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