Anforderung von Arzt Unterlagen

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grinsekopp
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Anforderung von Arzt Unterlagen

Beitragvon grinsekopp » 11. Dezember 2016 16:46

Hallo,

inzwischen bin ich bei einer Psychiaterin/Neurologin in Berlin im Diagnoseverfahren. Da stellt sich natürlich die Frage nach Differentialdiagnosen. Um das ganze zu beschleunigen hab ich gesagt ich kümmere mich selbst darum. Muss ich jetzt beim entsprechenden Arzt z. Bsp Hausarzt für die letzten Laborwerte vorbei gehen und kann mir die da gleich aushändigen lassen oder geht das alles nur auf schriftlichen Wege?

Vielen Dank

Es grüßt der Grinsekopp ^^
Eule
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Re: Anforderung von Arzt Unterlagen

Beitragvon Eule » 11. Dezember 2016 23:58

Vor allem solltest du von der Ärztin die die Diagnostik macht genau erfragen was sie haben will, und wie alt diese Werte maximal sein sollten.

Es gibt *keineahnungwieviele* Blutwerte. Wenn dein Hausarzt Werte bestimmen lassen hat weil er den Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung hatte, sind das garantiert völlig andere als wenn du beim Rheumatologen nach den letzten blutwerten fragst, die der hat machen lassen um herauszufinden ob die Schmerzen die sich orthopädisch nicht erklären lassen womöglich eine rheumatische Erkrankung, als Hintergrund haben, und daher nach allen möglichen Immunwerten sucht (viele rheumatische Erkrankungen sind Autoimmunerkrankungen, manchmal sind sie auch ausgelöst durch Virusinfektionen). In beiden Fällen sind die als wichtig angesehenen Schilddrüsenwerte möglicherweise bis wahrscheinlich nicht oder nur teilweise bestimmt worden.

Frag auch nach welche sonstigen untersuchungsergebnisse sie haben will - bei mir wurde nach einem EEG und einigem anderem gefragt. Ich habe aber hier auch schon von Leuten gelesen bei denen das nicht der Fall war. Besonders wenns um (teure) Spezialuntersuchungen geht solltest du eine Überweisung von der Diagnostikerin bekommen - so einfach in irgendeine Neurologiepraxis reinhüpfen und sagen "Ich hätt gern ein EEG für meine ADHS-Diagnostik bei einer anderen Praxis" funktioniert nicht unbedingt. Der "Offizielle" Weg mit der Überweisung, bei der die Diagnostikerin wegen fehlender eigener Möglichkeit (Gerät nicht vorhanden oder auf ewig ausgebucht) eben diese für ihre Arbeit nötige Untersuchung extern in Auftrag gibt ist da oft besser.
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Re: Anforderung von Arzt Unterlagen

Beitragvon Gutemiene » 30. Januar 2017 20:02

Gut, wenn du dich kümmern willst und kannst, ist das doch okay.

Als Patient hast du natürlich das recht, deine Werte bzw. Untersuchungsergebnisse mitgeteilt zu bekommen.
Evtl. musst du eine Kopiergebühr bezahlen. Ist ja auch i.Ordnung.

Schilddrüsenwerte (TSH, freies T3+ freies T4) gehören zur Basislaborbestimmung, weil z.B eine Schilddrüsenüberfunktion ähnliche Krankheitszeichen machen kann wie ADHS.
Bei Kindern, Jugendlichen und bei wem auch sonst noch kann es auch während einer Unterfunktion die gleichen Symptome verursachen!
Ein EKG soll auch vor einer evtl. Medikation erstellt werden (MPH hat manchmal Effekte auf die Erregungsüberleitungszeiten im Herzmuskel) und ein EEG gehört m.E. auch noch dazu.
Wenn du es genau wissen möchtest, schau doch mal in die Leitlinien der AWMF.org

Viel Erfolg, das geht bestimmt schneller, wenn du mitmachst!
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:
grinsekopp
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Re: Anforderung von Arzt Unterlagen

Beitragvon grinsekopp » 12. Februar 2017 18:28

Wollte mich nur nochmal bedanken für die Antworten. Inzwischen habe ich eine Diagnose ADS o. H.! Jetzt suche ich eine Therapeuten für eine Verhaltenstherapie in Berlin um meine Probleme in Selbstorganisation zu Hause und Flüchtigkeitsfehlern auf Arbeit anzugehen. Das wird noch ein Akt.
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Re: Anforderung von Arzt Unterlagen

Beitragvon Menolly » 12. Februar 2017 18:40

Hallo grinsekopp,
da kannst du mal bei Ergotherapeuten nachfragen. Zumindest bieten unsere Ergos das an, vielleicht auch bei dir in Berlin.

Liebe Grüße
Menolly
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grinsekopp
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Re: Anforderung von Arzt Unterlagen

Beitragvon grinsekopp » 12. Februar 2017 19:00

Ich hatte schon ein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten bevor ich mit der Diagnosestellung angefangen habe. Da zeitnahe Plätze über Kasse ohnehin kaum zu bekommen sind, wird's wohl weiterhin auf Selbstzahler hinauslaufen, was ein ziemlich teurer Spaß werden dürfte. Die Sätze pro Sitzung liegen zwischen 80,00 - 100 EUR. Bei 25 Sitzungen ist man da ganz schnell bei dem Preis eines Gebrauchtwagens. Aber das wäre es mir wert und glücklicherweise kann ich mir das leisten. Ich will mir gar nicht ausmalen, was Leute durchmachen die Geringverdiener bzw. Hartz IV Empfänger sind. Aber wenn ich schon selbst zahle, will ich natürlich auch die größtmögliche Chance auf ein positives Ergebnis und das hängt unter anderem an einem guten Therapeuten.

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